Motorrad-Navigationsgerät TomTom Rider : Vertrau deinem Navi!

TomTom hat sein Motorradsystem Rider überarbeitet. Echtzeitverkehrs-Informationen und eine Kurvensuch-Funktion machen es zum zuverlässigen und geschätzten Wegbegleiter.

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Treuer Wegbegleiter: Das TomTom Rider profitiert von dem Knowhow und vor allem den reichlich vorhandenen Daten, auf welche die niederländische Firma zurückgreifen kann.
Treuer Wegbegleiter: Das TomTom Rider profitiert von dem Knowhow und vor allem den reichlich vorhandenen Daten, auf welche die...Foto: Hersteller

Das TomTom Rider ist keine Quatschbacke. Auf unnötige Anweisungen verzichtet das Motorrad-Navigationssystem. Muss abgebogen werden, hört der Fahrer im Motorradhelm in ausreichender Entfernung einen ersten Hinweis, dann folgt kurz vor dem Abbiegen die entscheidende Aufforderung mitsamt Nennung des Straßennamens. Mehr nicht. Ab und an hört der Fahrer einen durchdringenden Warnton. Den sollte er dringend beherzigen, wenn er durch brandenburgische Orte fährt. Einige von ihnen scheinen ihre Kassen mit den Einnahmen aus Geschwindigkeitsübertretungen aufzubessern - natürlich nur im Sinne der Verkehrssicherheit.

Vor zwei Jahren hatte der niederländische Hersteller von Navigationsgeräten die erste Version des Riders auf den Markt gebracht und sich damit in zahlreichen Tests insbesondere gegen seinen härtesten Konkurrenten Garmin durchgesetzt. Nun gibt es mit dem Rider 40 und dem Rider 400 zwei komplett überarbeitete Versionen des Riders. Wir haben uns den Rider 400 genauer angesehen.

TomTom Rider kennt die besten Routen

Die erste Lektion, die wir in dem Test gelernt haben, lautet: Vertraue deinem Navi! Damit sind nicht nur die Warnungen vor stationären und mobilen Radarfallen gemeint, sondern ebenso die verkehrsabhängigen Routenempfehlungen. Als Ausrüster verschiedener Automobilmarken und als Flottenmanagement-Betreiber verfügen die Niederländer über genaue Echtzeit-Verkehrsinformationen. TomTom weiß punktgenau, wo der Verkehr zäh fließt oder sogar gerade zum Erliegen gekommen ist. Ist ein Smartphone per Bluetooth mit dem Rider verbunden, können diese Daten in die Routenberechnung einfließen. Nicht nur im Berliner Stadtverkehr macht sich das bezahlt.

Für kurvenreiche Strecken ist die Möglichkeit das TomTom Rider vertikal zu positionieren sehr sinnvoll.
Für kurvenreiche Strecken ist die Möglichkeit das TomTom Rider vertikal zu positionieren sehr sinnvoll.Foto: Hersteller

Das Rider wird mit einer äußerst robusten Lenkrad-Halterung ausgeliefert. Das Navi selbst ist ebenfalls äußerst robust und wasserdicht gefertigt. Über zwei Kugelgelenke lässt es sich individuell montieren. Wird das Rider mit dem Stromnetz des Bikes verbunden, schaltet sich das Navi automatisch an und aus. Ohne externe Stromversorgung hält der Akku bis zu sechs Stunden durch. Die Basisausführung des TomTom Rider 400 kostet rund 400 Euro. Darin enthalten: Maps Europa, Traffic und Radarkameras mit Lifetime-Updates. Im 100 Euro teureren Premiumpack ist zusätzlich ein Diebstahlschutz für die Motorradhalterung und das Navi sowie eine Autohalterung mit Saugnapf sowie ein Navi-Etui enthalten.

Sinnvoller Wechsel zwischen Quer- und Hochformat

Ein sehr hilfreiches Feature ist, dass das Rider in der Halterung um 90 Grad gedreht werden kann. Der Wechsel zwischen Quer- und Hochformat ist sinnvoll, um auf kurvenreichen Strecken zu sehen, was hinter der nächsten Biegung liegt. Ebenfalls praktisch, aber nicht selbstverständlich: Das auch bei hellem Licht gut ablesbare 4,3-Zoll-Display lässt sich mit Handschuhen bedienen.

Wichtig: Durch die Diebstahlsicherung kann das TomTom Rider auch während der Pause mal auf dem Motorrad verbleiben.
Wichtig: Durch die Diebstahlsicherung kann das TomTom Rider auch während der Pause mal auf dem Motorrad verbleiben.Foto: Hersteller

Kommunikativ ist das Rider auf der Höhe der Zeit. Wir haben in unserem Test das Navigationsgerät mit dem N-Com-Headset eines Nolan-X-Lite-Helms sowie mit einem iPhone gekoppelt. Auch bei zügigerem Tempo sind die Anweisungen so gut zu verstehen. Über das Smartphone erhält das Rider Echtzeitverkehrsinformationen. Aber auch eine zuvor mit TomTom MyDrive auf dem Computer, Tablet oder Smartphone erstellte Route kann via Handy auf das Navi übertragen werden. Überdies lassen sich mit dem Rider-Navi eingehende Telefonanrufe annehmen. Abgehende Anrufe sind aus Sicherheitsgründen jedoch nur über das Handy möglich.

Auch komplexe Strecken lassen sich mit dem TomTom Rider gut erfassen

Bei der Eingabe des Zielortes ist der Rider äußerst flexibel. Ein starres Eingabesystem nach dem Muster Land, Stadt, Straße gibt es nicht, stattdessen wird das Ziel nach Belieben eingetippt. Das Rider kennt eine Vielzahl von Points of Interest (POI), zudem kann die Suche bei verbundenem Smartphone auf das Internet erweitert werden. Die Karten- und Routendarstellung ist auf das Wesentliche beschränkt. So lassen sich auch komplizierte Streckenverläufe mit einem Blick erfassen. Am rechten Rand werden dabei zusätzlich Parkmöglichkeiten und Tankstellen angezeigt.

Praktisch und keineswegs selbstverständlich ist die Möglichkeit das TomTom Rider mit Handschuhen bedienen zu können.
Praktisch und keineswegs selbstverständlich ist die Möglichkeit das TomTom Rider mit Handschuhen bedienen zu können.Foto: Hersteller

Eine Besonderheit des TomTom-Motorradnavis ist die Funktion „Spannende Tour planen“. Ausgehend vom aktuellen Aufenthaltsort wird zuerst ein Zielort ausgewählt. Dazu reicht es aus, die gesuchte Stelle auf der Karte anzutippen. Dann können Zwischenstopps hinzugefügt werden. Der Clou sind die beiden Optionsmenüs; mit einem wird in drei Abstufungen festgelegt, wie kurvig es werden soll. Die zweite Option legt den Steigungsgrad fest. TomTom kommt für diese Funktion die Erfahrungen aus dem Flottenmanagement zugute, denn für Lasterfahrer sind diese Informationen sehr wichtig. Doch was für die Brummi-Fahrer ein Ärgernis darstellt, erfreut gerade die Biker: kurvenreiche Strecken und Bergpässe. Im Berliner Umland kann von Bergen zwar nicht die Rede sein, doch die Kurvenfunktion lohnt sich auch hier.

Neben der Routenberechnung und der Tour-Hilfe können eigene Touren am Computer über das Programm TyrePro (Gutscheincode) oder eine Webseite wie GPSies.com erstellt und mittels GPX-Dateien auf den Rider übertragen werden. Mit dem letzten Update sollten die Dateien via USB-Kabel zwischen Computer und Navi übertragbar sein, doch das hat in unserem Test noch nicht funktioniert. Auch die Funktion, GPX-Daten zwischen zwei Ridern per Bluetooth zu übertragen - der Vorgänger konnte das, muss wohl noch über Update eingepflegt werden. So müssen GPX-Dateien und auch die mit dem Rider aufgenommenen Routen weiterhin zunächst auf eine Speicherkarte zwischengespeichert werden.

Fazit: Das TomTom Rider 400 ist ein solides und zuverlässiges Motorrad-Navi mit durchdachtem Konzept und allerlei nützlichen Extras. Dank Echtzeitdaten findet es die schnellsten Wege, doch genauso nützlich ist die Kurvensuch-Funktion und die umfangreiche Routenverwaltung. Und wer auf die Radar-Warntöne hört, kann viel Geld sparen. Allerdings hat das Unternehmen manche Funktionen erst auf eine langfristige Update-Liste geschrieben, um den Verkauf zum Saisonstart nicht zu gefährden.

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