Premieren auf der Motorradmesse Intermot : Dampfhammer bei Kawasaki, Tradition bei BMW

Ein Superbike mit Kompressormotor zählt zu den spektakulärsten Neuvorstellungen auf der diesjährigen Intermot. Die Motorradmesse ist aber nicht nur für die Vollgas-Fraktion eine Reise nach Köln wert.

Christoph Walter
Kawasakis Kompressor-Rennmaschine Ninja H2 R (im Bild) wird es als Ninja H2 auch in einer schwächeren Straßenvariante geben.
Kawasakis Kompressor-Rennmaschine Ninja H2 R (im Bild) wird es als Ninja H2 auch in einer schwächeren Straßenvariante geben.Foto: dpa

Manche mögen's heiß, andere Biker bevorzugen die gemütliche Gangart. Da fügt es sich, dass die Motorradhersteller mit ihren auf der Intermot (Publikumstage: 2. bis 5. Oktober) in Köln enthüllten Neuheiten in ganz unterschiedliche Richtungen fahren. Superbike-Fans werden ebenso bedient wie Cruiser-Anhänger. Die Devise dabei lautet: Klasse statt Masse. Auf der mittlerweile 50. Intermot gibt es spannende Neuzugänge in allen Segmenten zu entdecken:

- Sportler: Mit einem Dampfhammer will Kawasaki die Supersport-Szene aufmischen. Probates Mittel dafür ist ein Kompressormotor, der sich gegenwärtig bei keinem anderen Motorradbauer findet. Mit viel Getöse wurde die Ninja H2 R beim Messeauftakt ins Rampenlicht gerückt - eine reine Rennmaschine, deren exakte Leistung der Hersteller zunächst verschwieg. Nur so viel wurde bei der Premiere verraten: Wahnwitzige 221 kW/300 PS waren das Entwicklungsziel. Als H2 ohne R soll dieses Geschoss bald auch auf die Straße kommen, zwar mit einer schwächeren Version des aufgeladenen Ein-Liter-Reihenvierzylinders, aber wohl immer noch stark genug, um die Konkurrenz zumindest auf dem Papier abzuhängen.

Nicht ganz so dick trägt BMW in der gleichen Hubraumklasse bei seinem aktualisierten Supersportler S 1000 RR auf: Das Powerplus von 4 kW/6 PS ist marginal, bedeutet aber unterm Strich ebenfalls gewaltige 146 kW/199 PS Spitzenleistung - bei einem reduzierten Fahrzeuggewicht von 204 Kilogramm. Trotz neuer Frontmaske bleibt es beim schiefen Blick durch asymmetrische Scheinwerfer.

Im Einsteigerbereich bietet Honda ab der nächsten Saison einen neuen Sportler mit Einzylindermotor an. Die 23 kW/31 PS starke CBR300R sieht wie eine kleine Kopie der CBR1000RR Fireblade aus.

1290 Super nennt KTM sein neues Reiseenduro-Topmodell.
1290 Super nennt KTM sein neues Reiseenduro-Topmodell.Foto: dpa

- Enduros: Ein dickes Ding für Weltenbummler steht am Messestand von KTM: Die 1290 Super Adventure ist das neue Oberhaupt in der Reiseenduro-Familie der österreichischen Marke. Sie fährt mit dem modifizierten 1,3-Liter-V2 des Naked Bikes 1290 Super Duke R. In der Super Adventure kommt er auf 118 kW/160 PS. Serienmäßig sind Stabilitäts- und Traktionskontrolle, semiaktives Fahrwerk, Tempomat, Kurvenlicht und ein großer Kraftstofftank mit 30 Litern Fassungsvermögen an Bord. Gegen Aufpreis gibt es - erstmals für ein Motorrad überhaupt - eine Berganfahrhilfe.

Für Touren rund um die Welt ist auch die Aprilia Caponord 1200 Rally gerüstet. Offroad-taugliche Speichenräder, Motorschutzbügel, Hartschalenkoffer, 24-Liter-Tank, ein hoher Windschild und LED-Zusatzscheinwerfer unterscheiden sie vom Basismodell. In der Mittelklasse trumpft Suzuki mit dem V-Strom-Ableger 650 XT für Abenteurer auf. Besonderheiten sind Speichenräder und ein einstellbares Fahrwerk.

Zumindest optisch tendiert Hondas facegelifteter VFR800X Crossrunner jetzt mehr in Richtung Enduro. Das liegt vor allem an der schlankeren Frontverkleidung des 78 kW/106 PS starken Mittelklasse-Bikes im Stil des größeren Crosstourers.

Die Supermoto Freeride E-SM ist eine von drei neuen elektrischen Geländgängern, die KTM in Köln vorgestellt hat.
Die Supermoto Freeride E-SM ist eine von drei neuen elektrischen Geländgängern, die KTM in Köln vorgestellt hat.Foto: dpa

Echte Geländegänger von besonderem Schlag sind die um die 100 Kilo leichten Freeride-Modelle E-SX (Motocross) und E-XC (Enduro) von KTM: Sie fahren elektrisch über Stock und Stein, Offroad-Fans dürfte das unmittelbar abrufbare Drehmoment von 42 Newtonmetern aufhorchen lassen. Dazu gesellt sich die Supermoto Freeride E-SM. Rein zeitlich hält sich der Fahrspaß allerdings in Grenzen: Nach rund einer Stunde Fahrt ist laut KTM der Akku leer.

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