Ratgeber Motorrad : Dürfen Bikes abgeschleppt werden?

Was bei Autos Routine ist, stellt sich bei Zweirädern problematisch dar: das Abschleppen. Welche Maßnahmen sind bei Pannen oder oder falsch geparkten Bikes erlaubt?

Friedliches Nebeneinander: Weil Pkw-Parkplätze oft knapp sind, tolerieren die meisten Ordnungsbehörden auf dem Gehweg abgestellte Motorräder - vorausgesetzt, es bleibt genügend Platz für Passanten.
Friedliches Nebeneinander: Weil Pkw-Parkplätze oft knapp sind, tolerieren die meisten Ordnungsbehörden auf dem Gehweg abgestellte...Foto: dpa

Meistens trifft es Autofahrer, doch natürlich bleiben auch Motorräder zuweilen wegen eines technischen Defekts liegen oder müssen wegen Behinderung von Passanten umgesetzt werden. Beim Pkw genügt in der Regel ein Abschleppseil oder eine Schleppstange für den Abtransport. Bei Motorrädern jedoch ist diese Form der Pannenhilfe vom Gesetzgeber nicht erlaubt, erklärt der Tüv Nord. „Krafträder dürfen nicht abgeschleppt werden“, stellt die Straßenverkehrs-Ordnung in Paragraf 15a unmissverständlich klar.

Zweiräder müssen daher zum Abtransport nach einer Panne aus Sicherheitsgründen entweder auf einen Transporter, in einen großen Kombi oder auf einen Fahrzeug-Anhänger geladen werden. Die Schweiz geht mit dem Thema weniger streng um und lässt das Abschleppen von Zweirädern unter bestimmten Bedingungen zu. Unter anderem muss ein Fahrer auf dem abzuschleppenden Motorrad sitzen, und der Fahrer muss das Seil im Notfall sofort lösen können.

Falschparken in Fußgängerzonen weniger toleriert

Ein falsch geparktes Motorrad hat ja zumeist nicht einmal ein Viertel der Fläche eines falsch geparkten Autos. Daher vertreten viele Biker die Meinung, ein falsch geparktes Motorrad dürfe generell nicht umgesetzt werden. Das Verwaltungsgericht Mainz (Urteil vom 28.06.2012, Az: 1 K 1673/11/MZ) hat diese Hoffnung bzw. Ansicht unter Bikern nunmehr zunichte gemacht. Es stellte in einem aktuellen Fall zu einem in der Fußgängerzone rechtswidrig geparkten Motorrad nämlich fest: "Aus Fußgängerzonen dürfen regelmäßig auch Motorräder, Motorroller und Zweiräder abtransportiert und die Zahlung der Kosten vom Fahrer oder Halter angefordert werden. Nach § 2 Nrn.1, 9-11 FZV handelt es sich ebenfalls um Kraftfahrzeuge und allein der Größenunterschied zu einem Pkw ändert nichts an der auch durch diese bestehende Gefahr für die Fußgänger. Es ist rechtlich ohne Bedeutung, ob eine konkrete Störung des Fußgängerverkehrs verursacht wurde und ob sich etwa das Kraftfahrzeug zu einer verhältnismäßig ruhigen Zeit an einem fußgängerarmen Ort (sog. Randbereich) einer Fußgängerzone befand. Ein Ausnahmefall, der einmal ein Umsetzen als unverhältnismäßig erscheinen lassen kann, ist allenfalls in Nachtstunden denkbar, in denen überhaupt kein Fußgängerverkehr stattfindet. In einer Fußgängerzone abgestellte Fahrzeuge stellen bereits als solche eine Gefahr für die Fußgänger dar." (dpa/ADAC)

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