• Start in die Motorrad-Saison - Der ACE erklärt, wie Sie ihre Maschinen nach der Winterpause wieder flott bekommen

Start in die Motorrad-Saison : Fix die Maschine flottmachen

Beim Gedanken an den Frühling juckt es manch einen in der Gashand: Endlich zurück aufs Motorrad! Bevor es nach dem Winter wieder losgehen kann, müssen allerdings ein paar Dinge erledigt werden.

Frühlingserwachen: Die neue Motorradsaison steht vor der Tür - Biker sollten sich und ihre Maschine auf die erste Ausfahrt des Jahres vorbereiten.
Frühlingserwachen: Die neue Motorradsaison steht vor der Tür - Biker sollten sich und ihre Maschine auf die erste Ausfahrt des...Foto: dpa

Nicht mehr lange, dann hat das Warten ein Ende. Viele Motorradfahrer freuen sich schon riesig auf die neue Saison. Bernd Herbener vom Auto Club Europa (ACE) erklärt, wie Sie ihre Maschinen nach der Winterpause fix wieder flott bekommen.

Herr Herbener, welche Handgriffe sind vor dem Saisonstart nötig?

Man sollte die sogenannte Abfahrtskontrolle machen. Eine Hilfestellung dafür ist das Wort „WOLKEN“. Das bedeutet: Bei wassergekühlten Fahrzeugen nach dem Wasser sehen. Öl kontrollieren - für Motor und Getriebe, aber auch im Kardanantrieb oder an der Kette. Luftdruck in den Reifen prüfen. Ist ausreichend Kraftstoff im Tank? Dann ist die Elektrik dran: Nach dem Anklemmen der Starterbatterie alle Leuchten kontrollieren. Und das „N“ steht schließlich für das Notfallset: Motorradfahrer sollten wenigstens eine Warnweste und ein Warndreieck, das es als Überzug für den Helm gibt, dabei haben.

Was muss an der Maschine noch gemacht werden?

Man sollte sich die Reifen gut anschauen. Für das Fahrverhalten ist es sehr wichtig, dass sie nicht in der Mitte abgefahren sind. Nach einer längeren Winterpause könnte bei der ersten Fahrt eine Kante am Reifen den Fahrer in einer Kurve gewaltig erschrecken und verunsichern. Denn die kleinste Kante auf der Lauffläche verhindert ein weiches Einlenken in die Kurven. Darüber hinaus sollten vom Profil mindestens noch vier Millimeter stehen und die Reifen auch nicht älter als vier bis fünf Jahre sein.

Stimmt der Ölstand? Die Kontrolle der Betriebsflüssigkeiten zählt zu den Standardaufgaben für Motorradfahrer vor dem Saisonstart.
Stimmt der Ölstand? Die Kontrolle der Betriebsflüssigkeiten zählt zu den Standardaufgaben für Motorradfahrer vor dem Saisonstart.Foto: dpa

Und nach dem Reifencheck kann es losgehen?

Fast. Jetzt gilt es noch das Lenkkopflager auf Spiel zu prüfen und die Kettenspannung, am besten nach der Vorgabe im Fahrzeughandbuch. An Gabelstandrohren, Getriebe und anderen Stellen, wo Flüssigkeiten vorhanden sind, dürfen keine Lecks sein. Dann sollte man auf jeden Fall noch schauen, ob womöglich der Termin für die nächste Hauptuntersuchung fällig ist. Ganz wichtig: Maschinen mit Saisonkennzeichen dürfen erst benutzt werden, wenn die Zulassungszeit wieder angefangen hat. Auch wenn das Wetter im März schon ganz toll ist, darf ich also unter Umständen erst im April durchstarten.

Sollte sich der Fahrer selbst auch noch vorbereiten?

Nicht nur die Maschine, auch der Fahrer muss fit sein. Am besten beginnt man schon Tage vor der ersten Tour damit, Übungen zur Muskelanspannung und -entspannung zu machen. Wenn es dann soweit ist, sollte man ausgeruht sein und auf keinen Fall im Stress aufbrechen.

Und wie wird man schnell mit der Maschine wieder vertraut?

Auf einer breiten Straße oder einem Platz, wo kein Verkehr fließt, kann man ein paar Fahrübungen machen: anfahren und wieder stehen bleiben, dann versuchen, möglichst langsam zu fahren und auch ein paar Kreise. Außerdem sollte man noch Bremsungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten machen. Solche Übungen lockern uns und machen uns wieder sicher für den Verkehr.

Zur Person: Bernd Herbener ist Motorrad-Experte beim Auto Club Europa (ACE). Er fährt selbst seit 1964 und ist seit Ende der 70er Jahre als Fahrsicherheitstrainer tätig. (dpa)

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