Vorstellung BMW R 1200 R : Reduziert aufs Wesentliche

Die BMW R 1200 R als jüngster Sproß der R-Baureihe gibt sich komfortabler als ihre sportlichen Schwestern. Die Berlinerin aus Bayern versuchen das Beste aus zwei Welten zu vereinen.

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Mit mehr Gemütlichkeit: Die BMW R 1200 R versucht die sportlichen Gene der Baureihe in eine entspanntere Passform zu bekommen.
Mit mehr Gemütlichkeit: Die BMW R 1200 R versucht die sportlichen Gene der Baureihe in eine entspanntere Passform zu bekommen.Foto: promo

Eine Gabel, ein Rahmen, zwei Räder, ein Motor, Tank und Sitzbank aufs Wesentliche reduziert: Beim Roadster geht es ums Essenzielle, ums pure Fahren. Der Motor steht dabei im Mittelpunkt. Und natürlich: „Emotion gehört dazu“, sagt Chefdesigner Edgar Heinrich von BMW Motorrad. Was macht einen guten Roadster heutzutage aus? Er muss cool sein, modern und Dynamik, Kraft und Fahrspaß auch auf längeren Strecken versprechen. Heinrich braucht keine langen Worte, betrachtet die R 1200 R neben sich und sagt: „Die werd’ ich mir selber kaufen.“ So spricht ein Motorrad-Freak - und BMW-Mann. Schauen wir mal.

Schon lange sind die Zeiten der luftgekühlten BMW-Boxer-„Gummikühe“ vorbei, bei denen sich durch ihren ungedämpften Kardanantrieb beim Gasgeben das Fahrzeugheck hebt und beim Gaswegnehmen senkt. Aber nach wie vor sind die Boxer-Modelle die beliebtesten BMW-Motorräder, allen voran die R 1200 GS und die R 1200 GS Adventure, gefolgt von der R 1200 RT, der R 1200 RS und der R nineT. Das sechste aktuelle Modell in der R-Reihe ist die vorgestellte R 1200 R.

Ein Bike zum Anpacken, die BMW R 1200 R

Wer ein Faible für Supersportler wie die Autorin hat, muss sich die 1200 R anschauen. Sie sieht schlank, kraftvoll und eben sportlich aus. Das aufragende Heck ist kürzer, wirkt leicht, überhaupt nicht massig, die Linien entlang des Tanks machen den Übergang zum Heck fließend. Der Endschalldämpfer ragt steil nach oben. Hinten die EVO Paralever-Einarmschwinge, vorne die vom Supersportler S 1000 RR entlehnte Upside-Down-Teleskopgabel, In einem für den Roadster entwickelten Stahlrohr-Brückenrahmen ist der Motor eingebettet. Die gesamte Silhouette wirkt durch eine neue Ansaugluftführung und den zentralen Wasserkühler deutlich schmaler und kompakter. Die Sitzposition ist durch einen „kräftigen, breiten Lenker zum Anpacken“, wie der Leiter der R-Baureihe, Josef Miritsch, zutreffend beschreibt, sehr dynamisch nach vorn gerichtet. Die Frontansicht mit dem Rundscheinwerfer ohne Windschild gefällt nicht jedem. Mit Windschild schaut die Front geschlossener aus. Aber, Motorrad ist Emotion, die Geschmäcker sind verschieden.

Doppel-R mal anders: Der Boxer-Motor in der BMW R 1200 R zeigt seine klassichen Vorzüge, gibt sich aber deutlich kultivierter als die einstigen "Gummikühe".
Doppel-R mal anders: Der Boxer-Motor in der BMW R 1200 R zeigt seine klassichen Vorzüge, gibt sich aber deutlich kultivierter als...Foto: promo

Bei der Einweisung des Fahrzeugs schwirrt einem der Kopf vor lauter Einstellmöglichkeiten per Tastendruck. LEarning by doing ist angesagt: Serienmäßig kann man zwischen individuellen Display-Ansichten oder den Fahrmodi „Road“ und „Rain“ wählen, als Sonderausstattung gibt es den Modus „Pro“ und zwei weitere Modi „Dynamic“ und „User“. Wer „Pro“ wählt, bekommt die Traktionskontrolle DTC mit Schräglagenerkennung dazu.

Jeder Zug am Gasgriff ist direkt spürbar

Praktisch ist das Keyless Ride System. Lenkradschloss und Tankdeckel werden ohne Schlüssel ent- und verriegelt. Er sollte aber immer in der Kleidung des Fahrers sein. Wer mit Freund oder Freundin bei einer Tour mal schnell das Motorrad tauscht, muss auch den Schlüssel aushändigen, sonst will das Motorrad nach einer bestimmten Distanz nämlich nicht mehr „fahren“.

Mit Windschild oder ohne ist die BMW R 1200 R zu haben. Es bleibt am Ende Geschmackssache.
Mit Windschild oder ohne ist die BMW R 1200 R zu haben. Es bleibt am Ende Geschmackssache.Foto: promo

Das Handling der 231 Kilogramm schweren R 1200 R ist einfach, jeder Zug am Gasgriff ist direkt spürbar. Boxer eben. Im unteren und mittleren Drehzahlbereich zieht der 125 PS (92 kW) starke Zweizylinder-Boxer mit einem maximalen Drehmoment von 125 Newtonmetern optimal. Bei den Kurvenstrecken im Hinterland von Alicante konnte man fantastisch aus den Kurven herausbeschleunigen. Die Maschine reagiert nicht störrisch, nicht abrupt, sie folgt, beim sportlichen Fahren ebenso wie beim Cruisen. Auf jeden Fall sollte man sich die 400 Euro Aufpreis für den Schaltassistenten gönnen. Ohne die Kupplung zu betätigen, kann man bis aufs Anfahren wie gewohnt über den Fußschalthebel hoch- , aber auch runterschalten. Die Fahrerposition ist durch die wählbaren Sitze in den Höhen 760, 790, 820 oder 840 Millimeter optimal einstellbar. Das Fahren macht auch nach mehreren Stunden wirklich Spaß – ohne Muskelverspannungen.

Traktionskontrolle zeigt ihre Vorzüge

In puncto Sicherheit hat das Fahrzeug serienmäßig ABS, die automatische Stabilitätskontrolle ASC, als Sonderausstattung anstelle von ASC die Traktionskontrolle DTC mit Schräglagenerkennung. Wer in Spanien die vielen Kreisel und die oft glatten, rot-weißen Fußgängerübergänge in den Kurven der Ausgänge kennt, lernt das Eingreifen des Systems bei flottem Fahrstil schnell zu schätzen.

Ab Februar steht die R 1200 R bei den Händlern. Es gibt sie in Cordobablau, in Lightwhite mit Rahmen in Racingred plus Motorspoiler oder im klassischen Thundergrey metallic. In der Basisversion kostet der Boxer 12 800 Euro. Das Komfortpaket gibt es ab 400 Euro, das Touring-Paket ab 1430 Euro, und das Dynamik-Package gibt es ab 745 Euro.

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