Vorstellung: BMW R nineT : Ein Boxer für Puristen

BMW schenkt sich zum 90. Geburtstag ein werkseigenes Custom-Bike. Die R nine T ist eine Reminiszenz an die ersten BMW-Motorräder aus den 1920er Jahren. Und natürlich arbeitet ein Boxer unterm Tank.

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Geburtstagsgeschenk: Mit der BMW R nineT beschenkt sich der deutsche Motorradbauer selbst zum Geburtstag.
Geburtstagsgeschenk: Mit der BMW R nineT beschenkt sich der deutsche Motorradbauer selbst zum Geburtstag.Foto: Hersteller

Auf Tour zu zweit fährt man mit einem sportlichen Roadster. Allein on the road verwandelt sich die neue BMW R nineT nach einfacher Demontage des Soziusrahmens in ein coolen Café Racer. Kompromisslos, sportlich, knackig, unverfälscht, einfach Motorrad pur – das ist die R nineT, die am Mittwoch ihre Weltpremiere in München hatte. Ein Geburtstagsgeschenk zum 90-jährigen Firmenjubiläum  für Zweiradfans, die auf klassisch-reduziertes Design gekoppelt mit Spitzentechnik stehen. Die Idee dafür entstand durch den Privatumbau eines BMW-Mitarbeiters. Und dann lag 2008 das Custom Concept vor. Das hieß für die 400 Entwicklungsingenieure in der Motorradsparte: Wir bauen ein Motorrad, das von jedem Kunden durch Ausstattung und Zubehör ganz nach dem eigenen Geschmack verändert werden kann.

"Herausgekommen ist ein Motorrad, das auf den Kern reduziert ist", sagt Chefdesigner Edgar Heinrich. Das Design orientiert sich an den Proportionen eines Boxers der 60er Jahre. Wie das allererste BMW-Motorrad R 32 aus dem Jahr 1923 hat die nineT einen luftgekühlten Boxer-Motor als Antrieb. Er leistet 81 kW (110 PS) bei 7750 Drehzahl und 1170 Kubik Hubraum. Den Sound konnten die Gäste des Festaktes nur hören, als die BMW R nineT im BMW Museum auf die Bühne gefahren wurde. Ein satter sonorer Klang, typisch Boxer. Zwei Endschalldämpfer übereinander gelegt aus Edelstahl sind auf der linken Seite angeordnet. Dieses Abgaskonzept hatten vor allem die Rennmaschinen in den sechziger und siebziger Jahren. Besser schaut die Maschine aber mit einer Akrapovic-Anlage aus Titan als Sonderausstattung aus. Wer es sportlicher statt klassisch liebt – aber alles eine Frage des Geschmacks – und des Geldbeutels.

Mix aus Klassik und Moderne

Praktisch: Über das Aluminium-Drehrad kann die Dämpferstellung eingestellt werden.
Praktisch: Über das Aluminium-Drehrad kann die Dämpferstellung eingestellt werden.Foto: Hersteller

Der Fahrersitz ist mit 785 Millimetern nicht hoch, das Leergewicht mit 222 Kilogramm nicht allzu hoch. Blickfänge bei diesem Motorrad sind der Höckersitz aus Aluminium und der 18 Liter umfassende Aluminiumtank. Der ist im klassischen Schwarz gestaltet mit gebürstetem Aluminium an den Seitenflächen. Dieser Mix aus klassischen und modernen Stilelementen fällt bei diesem Motorrad überall auf: Aluminium, Gussteile, Lederoptik, ein runder Scheinwerfer, auf dessen Glühlampenabdeckung übrigens ein winzig kleines Markenlogo zu sehen ist, golden eloxierte Standrohre der Upside-Down-Gabel und ein Bordcomputer neben klassischen Rundinstrumenten für Drehzahlmesser und Tacho.

Die Telegabel ist dem Supersportler S 1000 RR entlehnt und keine wie bei Boxer-Motoren übliche Telelever-Vorderradaufhängung. Sehr elegant wirken die Drahtspeichenräder mit schwarzen Leichtmetallflachfelgen, schwarzen Radnaben und Edelstahlspeichern. Der Motor ist in einem Stahl-Gitterrohrrahmen integriert. Wer es extrem puristisch mag, kann sogar noch das Rahmenendteil plus Kennzeichenhalter und Rückleuchte demontieren. Nur sollte man sich damit beim Fahren nicht erwischen lassen, weil so ein Umbau nicht straßenzulassungsfähig ist.

Nettes Detail: Die Leuchtmittel-Abdeckung des Scheinwerfers vorne trägt ein BMW-Logo.
Nettes Detail: Die Leuchtmittel-Abdeckung des Scheinwerfers vorne trägt ein BMW-Logo.Foto: Hersteller

Die BMW R nineT ist ein echt cooles Teil, mit dem man auf der Landstraße cruisen oder auch mal Gas geben kann. BMW gibt die Beschleunigungszeit von 0 auf 100 Km/h mit 3,6 Sekunden an. Die Geschwindigkeit soll mehr als 200 km/h betragen. Das konnte noch nicht ausprobiert werden, da BMW noch keine Testfahrzeuge anbietet. Die Kraft wird über ein Sechsgang-Getriebe und den Kardanantrieb zum Hinterrad gegeben. Bedienungsfreundlich ist ein Handrad unter dem Sitz, mit dem die Federbasis hydraulisch einstellbar ist. Diese Rad ist glasperlengestrahlt und natur eloxiert. Die BMW R nineT besticht durch die hochwertige Verarbeitung. Die Sitzbank in Lederoptik zum Beispiel wird durch eine weiße Doppelnaht eingefasst.

"Purer Luxus"

Billig ist dieses Motorrad nicht. "Die R nineT ist purer Luxus", gibt Heiner Faust, Leiter Vertrieb und Marketing BMW Motorrad, zu. Wie hoch die angestrebte Verkaufszahl ist, beantwortet Faust mit dem Wort "einige". Die Markteinführung ist im Frühjahr 2014 geplant. Der Preis ohne Sonderzubehör soll bei 14 500 Euro liegen. Und mit Ausrüstung, für die BMW noch keine Preise angegeben hat, können die Kosten schnell weit über 15 000 Euro liegen. Dazu gehören zum Beispiel der Soziussitz, Kneepads für Tankseitenflächen, Tankrucksack, Diebstahlwarnanlage, LED-Blinkleuchten oder Heizgriffe. Aber die brauchen Motorradfahrer, die auf Purismus und Authentizität Wert legen, nun wirklich nicht.

Zum Geburtstag ein Motorrad: Die neue BMW R NineT.
Zum Geburtstag ein Motorrad: Die neue BMW R NineT.Foto: Hersteller

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