Motorräder : BMW HP2 Sport: Steroide für den Boxer

130 PS aus zwei Zylindern: Mehr Kraft und starkes Handling verspricht die HP2 Sport. Dass BMW noch einmal einen Boxermotor mit obenliegenden Nockenwellen unters Motorradvolk bringen würde, hätten wohl die wenigsten vermutet.

Bernd Zimmermann

Aber mit der HP2 Sport rollt jetzt der stärkste Serien-Boxer des Herstellers von den Bändern. Für die Entwickler standen Gewichtsersparnis, Leistungssteigerung und kompromisslose Sportlichkeit im Vordergrund. Dabei flossen auch die Erfahrungen mit ein, die das Team BMW Motorrad Motorsport mit dem Rennboxer im Rahmen der Langstrecken-Weltmeisterschaft 2007 gesammelt hat.

Zugunsten höherer Drehzahlen wurden die Zylinderköpfe des Boxers vollkommen neu gestaltet. Je zwei obenliegende, kettengetriebene Nockenwellen und über gewichtsoptimierte Schlepphebel betätigte Ventile ermöglichen jetzt eine Höchstdrehzahl von 9500 Umdrehungen pro Minute. Vier radial angeordnete Ventile pro Zylinder sorgen für sehr kompakte Brennräume, so dass auf die zweite Zündkerze, wie sie bei den R-Modellen bislang zum Einsatz kam, verzichtet werden konnte. Das Verdichtungsverhältnis beträgt 12,5 : 1. Durch die horizontale Anordnung der Nockenwellen steuert jede Welle ein Auslass- und ein Einlassventil. Zugunsten eines höheren Gasdurchsatzes wurden außerdem die Ventile größer. Die Zylinderkopfdeckel sind aus Karbon gefertigt und mit leicht austauschbaren Schleifpads aus Hartkunststoff bestückt. Neue, gewichtserleichterte Schmiedekolben und entsprechend angepasste Pleuel sorgen in Verbindung mit der neuen Saugrohranlage für die gesteigerte Leistung. Für gesunde thermische Zustände ist ein Doppelölkühler verantwortlich.

Die komplett aus Edelstahl gefertigte 2-in-1-Auspuffanlage ist erstmals unter der Ölwanne verlegt. Für einen fülligeren Drehmomentverlauf sorgt eine Abgasklappe vor dem Doppelendrohrschalldämpfer im Heck. Ein geregelter Katalysator reduziert die Abgasemissionen.

Im Vergleich zur R 1200 S sind erster und zweiter Gang länger übersetzt. Ein weiteres Detail aus dem Rennsport ist der serienmäßige Schaltassistent. Das System erlaubt ein schnelles Hochschalten ohne Gaswegname oder Kupplungseinsatz. Der Stahlrohrmittelrahmen entstammt der R 1200 S, wurde aber im Bereich der Aufnahmepunkte an das neue, selbsttragende Karbonheck angepasst. Über zwei Öhlins-Federbeine kann die Fahrzeughöhen feinabgestimmt werden.

Die HP2 Sport rollt auf eigens entwickelten, gewichts- und festigkeitsoptimierten Schmiederädern der Dimension 3.5 x 17 und 6 x 17. Vorn kommen einteilige, radial montierte Brembo-Vierkolben-Bremssättel und 320 Millimeter große Bremsscheiben zum Einsatz, hinten beißt ein Doppelkolben-Schwimmsattel auf eine 265-Millimeter-Scheibe. BMW bietet außerdem optional ein abschaltbares, an den sportlichen Einsatz angepasstes ABS an.

An der Fußrastenanlage aus gefrästem Aluminium lassen sich die Fußrasten über Exzenter in der Höhe sowie nach vorn oder hinten verstellen. Raststufen sorgen dafür, dass auf beiden Seiten eine identische Einstellung möglich ist. Die voll einstellbaren Brems- und Schalthebel lassen sich zudem perfekt anpassen. Die Radial-Lenkerarmaturen von Magura ermöglichen eine Handhebel-Weiteneinstellung für Kupplung und Bremse. Außerdem sind noch die Lenkerstummel in der Kröpfung verstellbar.

Sämtliche Verkleidungsteile sind aus Karbon gefertigt, wobei das einteilige Heck und die Frontverkleidung als selbsttragende Elemente ausgeführt sind. Die Frontverkleidung beherbergt einen Halogen-Doppelscheinwerfer mit Freiformflächen-Reflektoren. Der Kennzeichenträger lässt sich samt Heckleuchte und Blinker vor dem Rennstreckeneinsatz mit wenigen Handgriffen entfernen.

Das serienmäßige Dashboard im Cockpit der HP2 Sport wurde in Zusammenarbeit mit der renommierten Firma 2D Systems entwickelt. Es verfügt über ein großes, gut ablesbares Digitaldisplay und arbeitet mit verschiedenen Modi. Die Bedienung erfolgt über Schalter an der linken Lenkerarmatur. Die HP2 Sport soll im nächsten Jahr in die Schaufenster der BMW-Händler rollen.

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