Auto : Nach Jahren des Redens

Die S-Klasse BlueHybrid: Erste Meter im Serienauto

Mit dem S 400 BlueHybrid hat Mercedes den Fehdehandschuh in die Hybrid-Arena geworfen. Statt großen Nickel-Metall-Hybridbatterien sorgt ein kompaktes Lithium-Ionen-Paket mit einem 20 PS-E-Motor für zusätzlichen Schub…

2Ab Mitte des Jahres lässt sich mit dem Mercedes S 400 BlueHybrid Status zeigen, ohne dass der Fahrer gleich als ignoranter oder großkopferter Umweltsünder abgekanzelt wird. Die „grüne“ S-Klasse unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von dem konventionellen Lieblingsmodell heimischer Wirtschaftskapitäne. Doch sobald man die Motorhaube öffnet, fällt das dicke orange Stromkabel ins Auge, das von einem Stahlkasten links oben (wo sich normalerweise die Batterie befindet) unter die Motorverkleidung führt. Damit hat man schon die Hälfte der exklusiven Hybrid-Technik, die zusammen mit BMW entwickelt wurde und auch im neuen Siebener Einzug halten wird, entdeckt.

Unter dem Stahlkasten befindet sich nämlich ein neu entwickelter Lithium-Ionen-Akku. Also keine zusammengeklebten Akkus aus Notebooks. Lithium-Ionen-Batterien können sehr heiß werden. Damit die Temperatur bei 30 Grad bleibt, wurde der Stromspeicher an die Klimaanlage angeschlossen. Der zweite Teil der Apparatur, die der S-Klasse das Spritsparen beibringt, hängt am anderen Ende des dicken 120-Volt-Kabels. Zwischen der Siebengang-Automatik und dem 3,5-Liter-279 PS -Benzinmotor (kommt aus dem S 350) befindet sich ein 20 PS starker Elektromotor mit 160 Newtonmeter Drehmoment, der den Verbrennungsmotor unterstützt. Vor allem beim Anfahren und bei Überholvorgängen macht sich dieser zusätzliche Schub deutlich bemerkbar.

Doch mit mehr Dampf alleine gibt sich ein schwäbischer Ingenieur nicht zufrieden. Sobald der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt oder bremst, mutiert der E-Motor zu einem Generator und lädt den Akku wieder auf. Da hilft es auch, dass der zusätzliche Ballast des S 400 BlueHybrid mit 75 Kilogramm vergleichsweise bescheiden ausfällt.

Mercedes hat ein Start-Stopp-System integriert. Rollt man mit weniger als 15 km/h auf eine Ampel zu, entbindet der E-Motor den Benziner von seinen Pflichten und schaltet ihn ab. Beim Losfahren startet der elektrische Helfer den Verbrennungsmotor sofort und unmerklich. Das Resultat: ein Durchschnittsverbrauch von 7,9 Litern. Der CO2-Ausstoß liegt bei 190 g/km und die Beschleunigung von null auf 100 km/h bei 7,2 Sekunden – Werte, die gut 20 Prozent unter denen des S 350 liegen.

Der Erfindungsreichtum hat seinen Preis. Der S 400 BlueHybrid könnte etwa 5000 Euro teurer werden als ein S 350 (den gibt es ab 75 505 Euro). gomo

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