Nachrüst-Lenkräder : Umgelenkt

Freaks gefällt das Werkslenkrad oft nicht – in Zeiten des Airbags ein Problem. Zwar gibt es einige Nachrüstlösungen – aber für viele Anbieter rechnet sich die Sache nicht mehr.  

Wer als Schrauber etwas auf sich hielt, lenkte seinen Wagen früher nicht mit schnöder Werksware durch die Gegend. Doch das Geschäft mit Nachrüst-Lenkrädern ist eingebrochen – wegen des Airbags ist es nur mit Aufwand möglich, das Original gegen ein Tuning-Teil zu tauschen.  

Der Fahrer-Airbag, der für Neuwagen inzwischen vorgeschrieben ist, ist im sogenannten Pralltopf des Lenkrads untergebracht. Auch ein Nachrüst-Lenkrad müsste diese Sicherheitsausstattung in der Regel haben. Und hier fangen die Probleme an, denn das Airbag-Lenkrad muss zum jeweiligen Fahrzeugtyp passen. Zündet der Airbag bei einem Unfall zu früh, sei das so, „als wenn der Fahrer einen Faustschlag auf die Nase bekommt“, sagen Experten. Löst er zu spät aus, fängt er den Fahrer nicht ab und dieser kracht mit Kopf und Oberkörper ins Steuer und verletzt sich. Um das Auslöseverhalten zu ermitteln, sind Crashtests notwendig. Das macht die Lenkradentwicklung aufwendig und teuer.  Immerhin gibt es einige Anbieter, die Nachrüst-Lenkräder mit integriertem Airbag entwickelt haben und anbieten – wie die Firma r.d.i. mit ihrer Lenkradmarke Raid. Hier kosten Airbag-Lenkräder je nach Ausführung zwischen rund 500 und 1500 Euro. Erhältlich sind sie allerdings längst nicht für alle Modelle.   Auch einige Autohersteller haben sportliche Airbag-Lenkräder zum nachträglichen Einbau in ihr Zubehörprogramm aufgenommen. So lassen sich zum Beispiel einige Audi-Modelle mit Nachrüst-Sportlenkrädern der Marke ausstatten. Voraussetzung ist jedoch, dass es auch von den Anschlüssen her passt, sagt Audi-Sprecher Josef Schloßmacher. So muss etwa für den nachträglichen Einbau eines Multifunktionslenkrads der Kabelbaum ab Werk entsprechend ausgelegt sein. Sonst lassen sich die Telefon-, Multimedia- und Schaltfunktionen am Lenkrad nicht nutzen.  

Ist kein Tuning-Lenkrad zu haben, kann alles außer dem Pralltopf, in dem der Airbag steckt, aufgemotzt werden – mit Holzeinsätzen, Lederüberzügen oder auch zusätzlichen Griffmulden. So verschaffen sich Autofahrer mit wenig Aufwand dann doch noch etwas Rallye-Feeling. tmn

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