Neue Ladetechnik für Elektroautos : Es läuft mit dem Juice Director

Dieser Kasten hat es in sich: Eine Erfindung aus der Schweiz soll Elektroautos bis zu zwölf Mal schneller aufladen können - mit einem simplen, aber cleveren Trick.

David-Emanuel Digili
Vielseitig. An der Wand, zum Mitnehmen oder für die Ladesäule.
Vielseitig. An der Wand, zum Mitnehmen oder für die Ladesäule.Foto: Promo

Unscheinbar sieht er aus. Ein paar Ecken und Schrägen mehr, und es könnte eine etwas unförmige Packung Toblerone sein – wären da nicht das Kabel und der Kühler, der an einen dieser alten PCs erinnert. Aber diese Box wiegt knapp 20 Kilo und könnte das Laden künftig deutlich beschleunigen. Diese 62 x 37 Zentimeter große Box soll wahrhaft Großes leisten.

Zumindest wenn es nach Juice Technology geht. Das Schweizer Unternehmen hat den „Juice Director“ entwickelt. „Autoanbietern, Servicestellen und privaten Fahrzeugbesitzern wird so eine völlig neue Lademöglichkeit eröffnet“, erklärt Geschäftsführer Christoph Erni. Der Trick soll im Strom liegen: Denn der Juice Director arbeitet als Gleichstromladestation für Elektroautos – und soll so bedeutend schneller aufladen können als mit Wechselstrom.

BMW i3 in 45 Minuten voll geladen

„So kann – je nach Auto – bis zu zwölf Mal schneller geladen werden – abhängig vom Umwandler im Auto, die sehr unterschiedlich in ihrer Schnelligkeit sind“, sagt Erni. Ein BMW i3 soll bereits in 45 Minuten voll geladen sein, andere Autos brauchen länger. Rekordhalter aber ist der Mitsubishi I-Miev, der nur 35 Minuten brauchen soll. „Natürlich kommt es dem Kunden auf Schnelligkeit an, daher testen wir immer wieder die Ladezeit“, erklärt Erni.

Auf dem Display kann der aktuelle Ladestand überwacht werden, über Tragegriff und Rollen ist der Juice Director mobil einsatzfähig. Und das bei Temperaturen von –20 bis +40 Grad. Auch im häuslichen Bereich braucht das Gerät nur eine herkömmliche Steckdose. Happig ist aber der Preis: 15 000 Euro. „Natürlich ist das Konzept eher auf den Garagen- oder Flotteneinsatz ausgelegt“, sagt Erni. Ein Großteil der Elektroautos sei ohnehin im Bereich der Betriebsautos angesiedelt. Dafür sei das Gerät auch gedacht.

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