Neue Studie : Wasserstoff ist im Kommen

Wasserstoff soll als Antriebsmöglichkeit massenmarkttauglich werden. Experten raten nun zum Ausbau der Infrastruktur.

Die Aufschrift auf der Stoßstange verrät es: Nur Wasserdampf als Abgas aus diesem Auto.
Die Aufschrift auf der Stoßstange verrät es: Nur Wasserdampf als Abgas aus diesem Auto.Foto: dpa

Im Zuge der E-Mobilität erhält das Wasserstoffauto neuen Aufwind. 2020 soll die weltweite Zahl der abgasfreien Brennstoffzellen-Fahrzeuge die Millionenmarke knacken. Zahlreiche große Automobilhersteller haben die Markteinführung ihrer Großserienfahrzeuge für 2015 angekündigt. Die Produktion wird einer Studie des Marktforschungsunternehmens Pike Research zufolge zunächst bei nur rund 50 000 Fahrzeugen liegen. Doch bereits Jahr darauf soll sich der Ausstoß verdoppeln, um 2020 bereits bei 390 000 Einheiten pro Jahr zu liegen. Nur fünf Jahre nach Marktstart wäre damit die Millionen-Hürde übersprungen.

Zum Vergleich: der Hybridantrieb von Toyota benötigte knapp zehn Jahre, um die Millionenmarke zu knacken. Zwar handelte es sich dabei nur um einen einzelnen Hersteller, allerdings gibt es beim Hybridantrieb anders als beim Wasserstoff kein Infrastrukturproblem. Der aufwendige Aufbau eines Produktions- und Tankstellennetzes ist der Grund, warum das Wasserstoffauto zunächst auf reiche Industrieländer begrenzt bleibt. Knapp die Hälfte des Fahrzeugabsatzes konzentriert sich 2020 auf Asien, rund 125 000 Autos werden in Europa verkauft, der Rest in den USA. Die Studie warnt allerdings auch: Sollten die aktuellen Pläne zum Ausbau der Tankstellen-Infrastruktur nicht eingehalten werden, bedeutet das einen herben Dämpfer für das Brennstoffzellenauto. Die Millionenmarke würde dann wieder in weite Ferne rücken.

Neben Toyota, Honda; Hyundai und GM gehört Daimler zu den größten Treibern der Brennstoffzellentechnik. Bereits 2014, ein Jahr früher als die meisten Konkurrenten, wollen die Stuttgarter die B-Klasse mit Wasserstoffantrieb auf den Markt bringen. Der Vorrat an Bord soll für rund 400 Kilometer elektrische Fahrt ausreichen – und damit eine deutlich höhere Reichweite erlauben als herkömmliche Batterien.

(sppr)

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