• NEUE TECHNIK, WENIGER SCHADSTOFFE – AUCH DARAN ARBEITET VW KINDERLEICHT: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

NEUE TECHNIK, WENIGER SCHADSTOFFE – AUCH DARAN ARBEITET VW KINDERLEICHT : Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Autofahren in der Zukunft wird sich von den bekannten Mustern unterscheiden. Dazu tragen nicht nur alternative Antriebe bei, sondern auch zahlreiche Fahrerassistenzsysteme. Ein Blick in das Forschungslabor von VW zeigt, was auf uns zukommt

Sven Jürisch

Fernab aller Hightech-Lösungen hat sich Volkswagen auch mit ganz nahe liegenden Problemen beschäftigt. Das Wohl der Kunden von morgen, der Kinder, stand dabei im Vordergrund. So hat ein Team von Pädagogen und Designern eine kindgerechte Fondausrüstung kreiert. Auf die meist gestellte Frage der Kurzen („Wann sind wir endlich daa...?“) antworten die VW-Forscher mit einem auf dem Fondmonitor abgespielten, kindgerecht animierten Reisefilm. Der darin agierende Zeitwurm beschreibt Elemente der Reise und sorgt so für Abwechslung. Ein Sonnenrollo, spezielle Malflächen und praktisches Spielzeug runden das Programm für die Kinder ab.

Als Erleichterung für die Eltern bietet das Programm ein um 90 Grad drehbares Gestell zur Aufnahme des Kindersitzes auf der Fondbank und einen in das Spiegeldreieck integrierten Rückspiegel zur Kinderbeobachtung. Alle Elemente sind leicht rückrüstbar, wenn die Kinder größer sind. Je nach Geldbeutel kann das Programm bis hin zum elektrisch verstellbaren und mit Rüttelfunktion ausgestatteten Kindersitz erweitert werden. Dieser soll sicherstellen, dass der Schlaf der Kleinen nicht unterbrochen wird, wenn das Auto einmal bewegungsunfähig im Stau steht. Denn das, da sind sich die Forscher einig, wird auch in den nächsten Jahren trotz aller Hightech öfter passieren als manchem lieb ist. jür

Bisher war Autofahren eine vielschichtige und komplizierte Angelegenheit. Das, was sich tagtäglich auf den Straßen ereignet, spiegelt wider, wie überfordert viele Akteure sind. Das Ergebnis sind zahllose Verkehrsunfälle mit mehr oder minder großem volkswirtschaftlichen Schäden. Diese Entwicklung werden die Techniker der großen Hersteller stoppen. Assistenzsysteme sollen den Fahrer in vielfältiger Weise entlasten und das Verkehrsgeschehen leiten und lenken.

Zentraler Ausgangspunkt ist die Überlegung den Verkehr intelligent zu vernetzen. Dabei sollen die Abläufe so geschickt miteinander verzahnt werden, dass die Durchflussgeschwindigkeit auf den Straßen steigt, gleichzeitig aber auch die Schadstoffbelastung sinkt. Um das zu erreichen, werden Versuchsfahrzeuge untereinander, aber auch mit der Umwelt vernetzt – dafür nutzt man die aus der Computertechnik bekannte Technik des Wireless Lan. Einmal gespeicherte Informationen können über drahtlosen Funk an den umliegenden Verkehr weitergeben werden. Plötzliches Auftreten von Glatteis beispielsweise wird durch ein Fahrzeug registriert. Als Sensoren hierfür dienen bereits vorhandene Komponenten wie ABS und EDS. Eine On-board-Unit sendet eine entsprechende Meldung an das nächste umliegende Fahrzeug. Je nach Ausrüstung wird der Fahrer über das vor ihm liegende Problem akustisch oder optisch gewarnt und kann so reagieren.

Durch dieses Schneeballprinzip wird die aktuelle Information direkt und ohne zeitliche Verzögerung zu den Fahrzeugen gebracht, die sich in unmittelbarer Umgebung befinden: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Überdies bietet diese Technik auch die Möglichkeit, den Verkehrsfluss effizienter zu steuern, etwa indem bei einem Stau die Routenführung der nachfolgenden Fahrzeuge beeinflusst wird oder Ampelschaltungen den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden.

Mit dem gleichen Ansatz können Unfallschwerpunkte wie Kreuzungen entschärft werden. Dabei erkennen Assistenzsysteme bereits beim Einfahren in den Kreuzungsbereich, ob sich ein Fahrzeug nähert. Für den Fall einer drohenden Kollision können dann automatisch Bremsungen eingeleitet werden, Unfälle werden vermieden. Die technische Lösung basiert hierbei auf einer Kombination von Kommunikation des Fahrzeugs mit seiner Umwelt (etwa einer Ampelanlage) und der Möglichkeit, dem Fahrzeug das „Sehen“ mittels Radar und Kameratechnologie beizubringen.

Wie weit diese Technik bereits ist, macht ein Forschungsfahrzeug der Volkswagen AG deutlich. Neben einem normalen Tempomat mit radargestütztem Abstandssensor kann das System mittels einer Kamera im Windschutzscheibenbereich und einer elektrischen Servolenkung die Fahrspur erkennen und diese einhalten. Ungewollte Kursänderungen, wie sie etwa durch Unachtsamkeit entstehen können, werden wirksam korrigiert. So vermindert sich das Unfallrisiko gerade auf langen Fahrten erheblich.

Aber auch das Leben mit dem Auto wird deutlich angenehmer als bisher. So können Lieblingshits im mp3-Format am heimischen Computer via WLAN auf das Audiosystem des Autos vor Fahrtantritt geladen werden. Ebenso lassen sich Navigationssysteme künftig vom Wohnzimmertisch aus programmieren, sodass eine Eingabe vor oder gar während der Fahrt entfällt. Sven Jürisch

Der Mix macht’s. Für die Fahrt in die Zukunft wird, da sind sich die Entwickler der Autohersteller einig, noch lange Zeit der Verbrennungsmotor eine tragende Rolle spielen. Doch die Unterteilung in die Kategorien Diesel und Ottomotor wird bald der Vergangenheit angehören. Bisher war es so, dass man Benzin nicht zur Selbstentzündung bringen konnte, der Motortod durch Klopfen ist vielen ein Begriff. Heute ist man einen großen Schritt weiter: VW hat es geschafft, den Verbrennungsvorgang so zu verändern, dass sich das Benzin-Luftgemisch zwischen 2000 und 4000 Umdrehungen selbst entzündet. Leider funktioniert das noch nicht in allen Drehzahlbereichen, sodass die neue Technik noch nicht alltagstauglich ist. Das Ziel aber verspricht viele Vorteile: So hat sich bei den jetzt erprobten Versuchsfahrzeugen das Abgasverhalten bereits erheblich verbessert. Zudem entfällt die bei Dieselmotoren aufwendige Abgasnachbehandlung, trotzdem wird weniger Stickoxid ausgestoßen. Dritter Vorteil schließlich: Die neue Technik kann in vorhandenen Motorenbaureihen mit wenig konstruktivem Aufwand genutzt werden.

Ein weiteres Versuchsfeld zur Schadstoffreduktion stellt derzeit die Brennstoffzelle dar. Einst als Wunderwaffe gegen alle Emissionen gefeiert, steht die Niedertemperatur-Brennstoffzelle heute aufgrund zu großer Abmaße und zu geringer Effizienz im Abseits. Es gelang den Forschern, die elektrische Energie aus einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle zu gewinnen, die auf eine zusätzliche Befeuchtung und damit auf ein zusätzliches Wasser- und Kühlsystem verzichten kann. Mit dieser Technik wird es in der Zukunft möglich sein, Kompaktfahrzeuge für die Verwendung in den Städten auszurüsten, ohne auf komplexe Hybridtechnologie zurückgreifen zu müssen.

Diese beiden neuen Technologien zeigen exemplarisch auf, wie sich die Mobilität in den kommenden Jahren erhalten lässt. Zukunftsmusik, ohne Frage, doch Fahrzeuge wie die im Detail optimierte Blue-Motion-Reihe von VW zeigen, dass die Zukunft bereits begonnen hat. jür

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