Auto : Neuer Kleiner

Fiats T-Jet-Motor überzeugt mehr als das Auto dazu

Kai Kolwitz

VW hat damit angefangen, immer mehr Hersteller ziehen nach. „Downsizing“ ist das Stichwort und es bedeutet, aus einem Motor mit wenig Hubraum viel Leistung zu quetschen – und das alles im Zeichen der Umwelt. Die Logik dahinter funktioniert so: Verbaut man zum Beispiel einen aufgeladenen 1,4-Liter, der so viel leistet wie vor ein paar Jahren noch ein 1,8-Liter, dann spart das durch den kleineren und leichteren Motor Gewicht und damit Kraftstoff, außerdem – netter Nebeneffekt – auch noch ein wenig Kfz-Steuer.

Fiat etwa hat zwei Varianten des turbo-geladenen T-Jet-Motors mit 1,4 Litern Hubraum im Angebot, die 120 beziehungsweise 150 PS leisten. Den stärkeren gibt es zurzeit schon im Bravo, den schwächeren in Bravo und Grande Punto, in den kommenden Monaten sollen sich die Maschinchen auch in den meisten anderen Modellen des Herstellers wiederfinden.

Konstruktiv hat man sich die Sache dabei etwas einfacher gemacht als VW es mit der Doppelaufladung durch Kompressor und Turbo getan hat: Lediglich ein Turbolader verhilft dem bereits bekannten 1,4-Liter-Block zu mehr Leistung, auch eine Benzindirekteinspritzung sucht man vergebens. Dafür kann Fiat den Bravo mit 19 900 Euro für die 150-PS-Version preiswerter anbieten als VW den gleich starken Golf.

In der Praxis machen die 150 PS den Bravo zu einem agilen Auto, das ab etwa 2300 Touren spürbar von der Aufladung profitiert – und trotzdem zeigt, dass ein Motor allein noch kein gutes Fahrzeug macht: Schaltung und Lenkung sind arg leichtgängig, dazu kommt ein Bordcomputer, dessen Sprachausgabe und Benutzerführung den Gesetzen der Logik nur bedingt folgen. Dass die Sitze recht wenig Seitenhalt bieten, passt ins Bild. Bleibt als Fazit: Mit den T-Jet-Motoren hat Fiat einen Schritt nach vorn gemacht. Jetzt sollte man sich den Rest des Pakets vornehmen. Kai Kolwitz

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