Neuer Mercedes-AMG GT : Mit Vollgas in die Spitze

Kein Auto für Leisetreter: Der neue Mercedes-AMG GT will eine Ikone auf dem Markt der superteuren Supersportler verdrängen - und putzt sich dafür mit Wucht und Power heraus.

David Digili
Glänzender Angeber: Der Mercedes-AMG GT macht nicht mal auf Understatement.
Glänzender Angeber: Der Mercedes-AMG GT macht nicht mal auf Understatement.Foto: Promo

Ein Supersportler, der auf Understatement macht? Wozu? Klingt doch einfach merkwürdig - und gerade deshalb nimmt sich der neue Mercedes-AMG GT nicht zurück, sondern sorgt schon auf den ersten Blick für klare Verhältnisse. Kompromisslose Linien und wuchtige Formen bestimmen das Exterieur des Neuen mit dem Stern - das richtige Kleid für den neuen Renner aus Stuttgart. „Muskulöse, spannungsvolle Dynamik“, „sportlich emotional“, „sinnliche Klarheit“ - auch der Hersteller selbst wählt nur die schönsten, inhaltsschwersten, blumigsten Worte für sein neues Juwel, seinen neuen Star.

Es verwundert kaum, schließlich soll er in große Fußstapfen treten: Der GT löst in der Mercedes-Modellpalette den SLS ab, der seit 2009 gefertigt wurde. Der war damals nicht weniger als das erste von AMG eigenständig konzipierte Auto. Berühmtheit über die kleine und zahlungskräftige Zielgruppe hinaus erlangte der SLS durch die Auftritte als Safety Car in der Formel 1, bis heute ist der ebenso markant wie der neue GT proportionierte Renner regelmäßig auf den Strecken der Königsklasse des Motorsports zu sehen - wenn es nötig ist.

Der Neue: Der Mercedes-AMG GT soll mit Porsche 911 und Jaguar F-Type konkurrieren.
Der Neue: Der Mercedes-AMG GT soll mit Porsche 911 und Jaguar F-Type konkurrieren.Foto: Promo

Der GT ist eine Stuttgarter Premiere

Und auch beim Nachfolger haben die hauseigenen Mercedes-Hochleistungstuner von AMG mehr als nur eine Hand im Spiel. Der Motor des in Sindelfingen gefertigten GT wird in der Zentrale in Affalterbach gebaut (standesgemäß in Handarbeit, selbstverständlich) und auch der GT, dieser Protz, hat den Anspruch auf die Spitze in seinem Modellsegment. Doch die ist denkbar eng bei den Supersportlern.

Viel mehr noch: Der GT ist eine Stuttgarter Premiere. Zum ersten Mal schickt Mercedes einen direkten, echten Konkurrenten für die Zuffenhausener Ikone Porsche 911 ins Rennen, auch der Jaguar F-Type ist ein Widersacher im Hochpreis-Segment. Da hat sich einer auf jeden Fall was vorgenommen. Die Voraussetzungen dafür hätte der schicke Aufschneider durchaus: Schon das Standardmodell (will man es wirklich so nennen?) hat 462 PS im neu maßgeschneiderten Vierliter-V8-Motor mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe unter der aggressiven Haube, eine S-Variante soll später 510 PS und eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 3,8 Sekunden bieten. Die für Sportwagen magische Grenze von weniger als vier Sekunden für den Sprint auf 100 km/h hätte er damit schon mal geknackt.

Viel Chrom und Carbon im Innenraum: Der Mercedes-AMG GT verprüht Rennfeeling pur.
Viel Chrom und Carbon im Innenraum: Der Mercedes-AMG GT verprüht Rennfeeling pur.Foto: Promo

Haustuner wie Brabus wetzen schon die Feilen

Höchstgeschwindigkeit? Über 300 dann abgeregelte Stundenkilometer, selbstverständlich. Mit Sicherheit wetzen die Haustuner, wie Brabus etwa, bereits die Feilen um aus dem V8-Monster das absolute Maximum heraus zu holen. Viel Carbon und Chrom im opulenten Innenraum mit viel Rennwagen-Feeling? Selbstverständlich. Normverbrauch um wohlwollende 9,3 Liter? Zumindest bei den CO2-Emissionen soll sich der GT mit seinen Platzhirsch-Ansprüchen dann doch mal etwas, und wirklich nur etwas, zurückhalten - dank der neuartig im V angeordneten Biturbo-Lader.

Um die 115 000 Euro wird der GT bei der Markteinführung Anfang 2015 wohl kosten. Unter 150 000 Euro dürften wohl aber die wenigsten vom Hof des Händlers fahren. Schließlich hat die Aufpreisliste so einiges zu bieten. Zuvor feiert der Neue schon auf dem Pariser Automobilsalon (4. bis 19. Oktober) seine Premiere vor großem Publikum. „Mi t dem neuen Mercedes AMG GT starten wir erstmals in einem anspruchsvollen Sportwagen-Segment, das der Wettbewerb bereits hochkarätig besetzt hat“, sagt Daimler-Vorstandsmitglied Thomas Weber über das künftige Aushängeschild für PS–Fanatiker. „Dies ist für uns Ansporn und Antrieb zugleich, um Sportwagen-Enthusiasten in aller Welt zu beweisen, zu welcher Performance AMG fähig ist.“ Understatement wäre ja auch langweilig. In Affalterbach ist das ohnehin eher eine Vokabel einer fremden Sprache.

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