Neuer Opel Corsa kommt noch 2014 : Der Bestseller wird aufgewertet

Opel präsentiert erste Details zur fünften Generation des Corsa. Noch in diesem Jahr soll das neue Modell auf den Markt kommen. Der Hersteller setzt auf Aufwertung und elektronische Helfer.

Kai Kolwitz
Das Gesicht der Familie. Der neue Corsa nähert sich optisch dem kleineren Opel Adam an.
Das Gesicht der Familie. Der neue Corsa nähert sich optisch dem kleineren Opel Adam an.Foto: Promo

Für Opel ist es die wichtigste Premiere des Jahres: Im Oktober zeigt die Marke auf dem Pariser Auto-Salon zum ersten Mal den neuen Corsa. Vorab hat der Hersteller schon einmal Fotos des neuen Modells sowie die wesentlichen Daten veröffentlicht – nicht zuletzt über Aufwertung will man den Wagen offenbar Kunden schmackhaft machen. So wird es für den Corsa Dinge wie ein Sechsgang-Getriebe, Bi-Xenonlicht und diverse elektronische Helfer geben. Angekündigt sind unter anderem ein automatisch lenkender Parkassistent, Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung und Abstandsradar.

Zwar ist noch nicht bei jedem dieser Dinge klar, ob und wieviel Aufpreis sie kosten werden. Doch dürfte der neue Corsa ein Modell werden, das man deutlich edler ausgestalten kann, als in der kleinen Klasse üblich. Passend dazu verspricht Opel einen Innenraum, der hochwertiger gestaltet sein soll, als vom aktuellen Modell gewohnt.

Neuer Dreizylinder als Hoffnungsträger

Optisch rückt man den Bestseller etwas in die Nähe des noch kleineren Bruders Adam. Dafür sorgen eine abfallende Front, markante Scheinwerfer und stark konturierte Wagenflanken, das Dach ist etwas flacher als beim Vorgänger. Die Gesamtlänge des neuen Modells wird bei etwa vier Metern bleiben, Dreitürer und Fünftürer bleiben im Angebot. Was die Motoren angeht, setzt man große Absatz-Hoffnungen in einen neu entwickelten Dreizylinder aus Aluminium. Passend zum Downsizing-Trend besitzt das Triebwerk einen Liter Hubraum, ein Turbolader sorgt für mehr Leistung. Varianten mit 90 und 115 PS wird man von dem Antrieb anbieten, eine Ausgleichswelle soll dafür sorgen, dass der Motor ruhiger läuft als vergleichbare Konstruktionen. Kombiniert wird der Motor serienmäßig mit dem Sechsgang-Getriebe. Auch ein Start-Stopp-System ist immer an Bord.

Stilsicher: Markante Konturen an den Flanken gehören zum automobilen Zeitgeist.
Stilsicher: Markante Konturen an den Flanken gehören zum automobilen Zeitgeist.Foto: Promo

Wer mehr Hubraum will, der kann auf einen ebenfalls neu entwickelten 1,4-Liter-Turbo mit 100 PS zurückgreifen, hinzu kommen 1,2- und 1,4-Liter-Benziner, die ohne Aufladung durch den Lader auskommen müssen. Als Diesel stehen zwei 1,3-Liter mit 75 und 95 PS zur Verfügung. Beide Motoren erfüllen die Euro-6-Norm. Den größeren der beiden annonciert Opel als denjenigen, der unter allen Antrieben am wenigsten CO2 ausstößt – nur 89 Gramm je Kilometer.

Ebenfalls gespannt sein kann man auf das Fahrwerk des neuen Corsa. Ein adaptives System hätte den Wagen vermutlich zu teuer gemacht, deshalb bietet man zwei verschiedene Abstimmungen an, unter denen der Käufer wählen kann – und von denen eine sportlicher und die andere komfortabler ausgefallen ist. Ebenfalls dem Komfortbedürfnis der Kundschaft soll die geschwindigkeitsabhängige elektrische Servolenkung des Wagens entgegenkommen: Je langsamer der Wagen ist, desto leichter lenkt er mit ihr. Dazu kann per Knopfdruck ein „City-Modus“ aktiviert werden, der die Kraft für die Bedienung noch weiter reduziert.

Attraktiv für junge Kunden: Der Touchscreen á la Smartphone zur Einbindung von Apps und mehr.
Attraktiv für junge Kunden: Der Touchscreen á la Smartphone zur Einbindung von Apps und mehr.Foto: Promo

Einstiegspreis wohl wie beim Vorgänger

Und: Kleinwagen sind Einstiegsmodelle, mit denen Hersteller nicht zuletzt jungen Kunden die Marke schmackhaft machen wollen. Wohl auch deshalb wird der neue Corsa einen Touchscreen à la Smartphone am Armaturenbrett haben, mit dem sich wesentliche Funktionen steuern lassen. Die Navigation wird per App erledigt, auch die Möglichkeit, Radio via Internet zu empfangen soll das Modell bieten. Außerdem sollen sich sowohl Apple- als auch Android-Smartphones leicht in das Bordsystem integrieren lassen. Das könnte zum Beispiel für diejenigen interessant werden, die ihr Telefon zum Abspielen von Musik nutzen.

Für den Corsa ist es inzwischen die fünfte Modellgeneration, die allerersten Wagen tragen heute schon ein Oldtimer-Kennzeichen. Bisher wurden in Europa rund 12 Millionen Exemplare des Typs verkauft, 2,8 Millionen davon entfallen auf die noch aktuelle Generation. Ob der neue Kleinwagen zum Erfolg wird, ist mitentscheidend für die Zukunft des Autobauers, der im Moment dabei zu sein scheint, die Dauerkrise hinter sich zu lassen. Gemeinsam mit dem Astra gehört der Corsa zu den wichtigsten Umsatzträgern. Entsprechend viel Mühe dürfte man auf die Entwicklung des kommenden Modells verwandt haben, von dessen Erfolg der weitere Weg von Opel nicht unwesentlich abhängt.

Dass man beim neuen Corsa vor allem auf Technologie und auf Aufwertung setzt, zeigt auch, wo man sich in Zukunft positionieren will: Weniger unter den Discounter-Autos, bei denen allein der billigste Preis zählt, sondern mehr in dem Bereich, in dem man versuchen kann, gehobenen Angeboten wie dem VW Polo Käufer abspenstig zu machen. Dass ein günstiger Preis auch dabei kein Hindernis wäre, das liegt allerdings auf der Hand. Für wieviel Geld man den neuen Corsa anbieten will, das will Opel allerdings erst im Oktober verraten. Das noch aktuelle Modell steht mit einem Einstiegspreis von knapp unter 12 000 Euro in den Listen. Vermutlich wird auch der Nachfolger nicht wesentlich teurer angeboten werden.

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