Neues Modell : Der neue Polo ist schon bekannt

Der Polo V ist brandneu. Aber auch Sie haben schon eine Menge von ihm gesehen oder gehört. Wetten?

Eric Metzler
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Meister Wolfsburg kickten den neuen Kleinwagen in die Sportschau. -Foto: promo

Polo, der Fünfte. Seit einer Woche beim Händler. Aber längst schon berühmt. Auch Sie sind ihm schon begegnet, sofern sie nicht das komplette Frühjahr im Urlaub waren. An den letzten Spieltagen der Fußball-Bundesliga zum Beispiel. Da trugen die Wolfsburger Meisterjungs den neuen Kleinwagen auf der Brust. Da stand nicht VW, nicht Volkswagen. Einfach nur Polo. Ganz schlicht. Ganz groß. Und dann, dann kam auch noch Ferdinand. Der Piech. Der wahre Geld- und Machthaber im Hause VW nutzte die Fahrpräsentation des neuen Kleinwagens Anfang Mai für eine furiose One-Man-Show. Piech flog ohne Ankündigung nach Sardinien und schnappte sich einen Polo am Flughafen. Im Hotel verdutzte er seine eigenen Pressediener genauso wie die aushäusige Journalistenschar und drosch auf Porsche-Chef Wiedeking ein, dass es nur so krachte. Am nächsten Tag gab es keine Zeitung, die davon nicht genussvoll auf der Titelseite berichtete – inklusive eines Verweises auf den, der eigentlich als Hauptdarsteller auf der Insel geplant war: den neuen Polo.

Als das Modell selbst an die Reihe kam, sparte Volkswagen nicht mit Superlativen. In Zukunft werde man nicht mehr vom Kleinwagen-Segment sprechen, sagte etwa Konzernchef Martin Winterlorn. Sondern von der „Polo-Klasse“. Und Entwicklungschef Ulrich Hackenberg wurde nicht müde, die Präzision und die Verarbeitungsqualität des Neulings zu loben. Da sei man „in eine unglaubliche Dimension vorgestoßen.“

Brrrrrr, möchte man da als Reiter knurren. Wir haben den Polo gefahren. Und wir finden ihn gut, wie unser Modellbericht rechts auf dieser Seite belegt. Aber von einer Offenbarung zu reden, die Konkurrenten wie den Corsa oder den Mazda 2 mir-nichts-dir-nichts abhängt, das finden wir übertrieben. Die Materialien und die Haptik des Polos sind (abgesehen vom Basismodell) über jeden Zweifel erhaben. Etliches schaut aus und fühlt sich an wie im neuen Golf. Auch verdienen Details wie das vielfach unterteilbare Handschuhfach und der einfach zu bestückende Laderaum ein Lob. Aber man sollte nicht unterschlagen, dass Mitbewerber wie der Fiesta gerade mit Blick auf Design, Komfort und Alltagsnutzen inzwischen ein Niveau erreicht haben, das der Rede wert ist.

Herausragend ist in der Tat das Motorenangebot: Wenn es nächstes Jahr komplett sein wird, umfasst es acht Aggregate, vier Otto- und vier Dieselmotoren. Einer sparsamer als der andere. Bei den Selbstzündern löst die Common-Rail-Einspritzung die veraltete Punpe-Düse-Technik ab. Und bei den Benzinern begeistert der 1.2 TSI-Motor mit gutem Durchzug trotz kleinem Hubraum. Richtig glänzen wird Anfang nächsten Jahres der Polo Blue Motion mit einem sagenhaften CO2-Wert von 87 g/km (siehe Beitrag unten)

Bis es soweit ist, muss sich VW beim Polo allerdings keine Sorgen machen. Die Abwrackprämie hat den Absatz der Kleinwagen im allgemeinen und des (alten) Polo im Speziellen angefeuert, wie es Händler noch nie erlebt haben. Dem Polo ist es zudem gelungen, Opels Corsa von der Spitzenposition der Deutschland-Verkäufe zu verdrängen. Und jetzt der Neue im Golf-Stil. Wem diese Ankündigung den Mund wässrig macht, sollte auf jeden Fall Geduld in die Kaufverhandlungen mitnehmen: Die Lieferzeiten gehen bis in den späten Herbst. Vereinzelt ist sogar schon vom Advent die Rede.

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