• Neues von der Carrera-Bahn: Die Geschäfte laufen gut – und der nächste Bestseller ist fast fertig

Neues von der Carrera-Bahn : Die Geschäfte laufen gut – und der nächste Bestseller ist fast fertig

Im nächsten Jahr wird der alte 911er abgelöst. Doch bis es soweit ist, haut Porsche in L.A. nochmal so richtig auf den Putz: Der GTS ist der neue Chef im Ring

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Das ist ja wohl ein starkes Stück – und zwar unabhängig davon, ob man diesen neuen Porsche Carrera von vorne vorbei rauschen sieht…
Das ist ja wohl ein starkes Stück – und zwar unabhängig davon, ob man diesen neuen Porsche Carrera von vorne vorbei rauschen...

Porsche liebt Amerika und Amerika liebt Porsche. 60 Jahre geht das schon so – und schaut man auf die Ergebnisse der letzten Monate, sieht es ganz danach aus, als sei die Beziehung vitaler denn je. 82 Prozent hat die Marke drüben in den letzten drei Monaten zugelegt – ein fettes Plus, ein krachender Start für den neuen Chef.

Der heißt Matthias Müller und ist vor kurzem ins Amt gekommen, weil VW als neue Mutter der Kompanie das Management nach eigenem Gusto ausgetauscht hat. Von Wiedeking spricht kein Mensch mehr, Michael Macht hat selbige verloren – Schnee von gestern, hier in L.A. macht Müller die Messe-Show. Bescheiden tritt Winterkorns Frontmann auf, lächelnd, aber nicht kumpelhaft, und ziemlich professionell, sobald sich ein Block, eine Kamera oder eine hübsche Hostess nähert. Das Englisch des weißhaarigen CEO ist gar nicht so übel, die Aussprache schon. Aber das, was er „in unserem wichtigsten Markt“ zu sagen hat, hört sich für die Journalisten auf der Auto Show trotzdem gut an: Porsche gibt weiter Gas, grassierenden Bildern von einer alternativen, emissionsfreien Auto-Welt zum Trotz.

Kommen Sie näher. Passend zur breiten Spur trägt der GTS 19-Zöller, deren Bereifung dem Händler vor allem hinten Spaß machen dürfte: 305/30 ZR 19. Schick im Inneren: Warmes Alcantara.
Kommen Sie näher. Passend zur breiten Spur trägt der GTS 19-Zöller, deren Bereifung dem Händler vor allem hinten Spaß machen...

Drei Autos hat Müller mit über den großen Teich gebracht. Zunächst einen froschgrünen Cayman R, eine „Weltpremiere“, wie das Plakat sagt. In Wahrheit handelt es sich bei der Mittelmotor-Flunder um einen in vielerlei Hinsicht aufgemuskelten Ableger, wie er im nächsten Jahr auch bei uns zum Händler kommt. Das zweite Modell, den „Speedster“, hat man zwar schon in Paris gezeigt. Aber in den Staaten fällt erst jetzt das Tuch. Hervor kommt eine historische Anspielung in Form eines blauen Cabrios; ausgestattet mit hauchdünnem Stoffdach, das sich bei Sonne manuell zurücklegen lässt. Das Auto ist unbestritten ein Traum; nicht nur wegen der belederten Lüftungsschlitze im Cockpit, nein, vor allem deshalb, weil sich den Traum weniger Kunden erfüllen dürfen als dazu in der Lage wären. Exakt 356 Exemplare werden vom Speedstar produziert und nummeriert. Nicht mehr und nicht weniger. Auf diese Weise ist ein Kaufpreis von 201 682 Euro plötzlich gar nicht mehr so dramatisch. Denn angesichts der Verknappung dürfen die Investoren getrost auf eine üppige Wertsteigerung hoffen.

Foto: worldwide unlimited

Unlimitiert ist dagegen die dritte Neuvorstellung in der Sonne Kaliforniens. Es ist ein im wahrsten Sinne starkes Abschiedsgeschenk für die Fans des aktuellen 911er, der im nächsten Jahr einen Nachfolger bekommen wird: Der GTS, in offener genauso wie in geschlossener Bauweise geschmückt mit dem Etikett „stärkster Carrera“. Zu diesem Behufe hat Porsche seinen ohnehin vorzüglichen 3,8-Liter-Boxer aufgebohrt; das Ansaugen der Luft so optimiert, dass die punktgenauer und effizienter in die Zylinder strömt. Wer die Original-Maschine tagein und tagdrauf fährt, merkt im direkten Vergleich flugs den Unterschied – allen anderen sei von unserer Probierfahrt das Wörtchen „noch“ übermittelt: Der GTS beißt noch früher zu, er stellt sein maximales Drehmoment noch früher zur Verfügung und er entfaltet seine Kraft noch gleichmäßiger – vor allem zwischen 3000 und 4000 Touren. Ganz oben lässt sich noch mehr heraus kitzeln, und schließlich: Dank Soundtuning klingt er noch dumpfer, noch gefährlicher. Alles, was am 911er gut und teuer ist, schmückt selbstredend auch den GTS: ein exorbitantes Fahrwerk, ein rapides Direktschaltgetriebe und, klar, die kleine Stoppuhr oben auf dem Armaturenbrett. Dass es den GTS allein mit Heckantrieb gibt, verstehen Puristen als Auszeichnung, nicht als Makel – zumal der ganze Spaß in einer 44 Millimeter breiteren Karosserie verbaut ist, wie sie gewöhnlich den Allradmodellen vorbehalten ist.

DIE JÜNGSTE ENTWICKLUNG

Längst ist er zum Mythos und dem Porsche schlechthn geworden: Der 911. Bereits seit 47 Jahren ist der Sportwagen auf dem Markt, auch weil er stets den aktuellen Zeitströmungen angepasst wurde. So soll es auch bei der nächsten Generation mit der internen Bezeichnung 991 sein, deren Erlkönige im Laufe diesen Jahres schon einige Male zu sehen waren. Da die soziale Akzeptanz eines Autos längst auch am Verbrauch festgemacht wird, muss der 911 abspecken. Zukünftig sollen hochfeste Stähle und der Einsatz von Aluminium das Gewicht im Rahmen halten. Damit die Motoren stärker werden können, aber dennoch sparsam mit dem Sprit umgehen, setzen die Porsche-Techniker auf Benzin-Direkteinspritzung. Das 911-Einstiegsmodell wird dann statt 345 rund 360 PS leisten. Optisch werden besonders die Radhäuser herausmodelliert, die LED-Rückleuchten werden schmaler als bislang. Die endgültige Linienführung wird auf der IAA im Herbst 2011 zu sehen sein. an

DIE JÜNGSTEN ZAHLEN

Porsche hat in den ersten drei Monaten des Rumpfgeschäftsjahres 2010 (1. August bis 31. Dezember) seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Absatz stieg im Vergleich zum (allerdings eher schwächeren) Vorjahreszeitraum deutlich um 86,4 Prozent auf 21 218 Fahrzeuge. Der Umsatz betrug 2,06 Milliarden Euro und stieg damit um 80,3 Prozent. Das operative Ergebnis lag in den Monaten August bis Oktober bei 395 Millionen Euro nach 52 Millionen Euro im Vorjahr. Damit weist der Konzern eine deutlich zweistellige Umsatzrendite auf.

Bei den Absatzzahlen verzeichnete der Cayenne mit 10 292 verkauften Fahrzeuge einen Zuwachs von 151 Prozent. Mit 5778 Stück stiegen die Panamera-Ausliferungen um 94 Prozent. Der Porsche 911 verbuchte mit 3130 Einheiten einen Zuwachs von 20,4 Prozent erzielen. Von der Boxster- Baureihe wurden 2018 Exemplare abgesetzt. Davon entfielen 1089 Fahrzeuge auf den Boxster und 929 Einheiten auf den Cayman.mpo

Wie ist er, der 911er? Unnahbar,

wenn man die Preisliste anschaut.

Sei’s drum: Wir lassen uns den Spaß nicht verderben und notieren ein paar Euro für unsere Haushaltsrechnung.

1. Carrera GTS Cabriolet: 115 050 Euro

2. Individuelle Farbe: 4 165 Euro

3. Parkassistent hinten: 511,70 Euro

4. Garagentoröffner: 285,60 Euro

5. Sport Chrono Plus: 225,70 Euro

6. Keramik-Bremsen: 8 032,50 Euro

7. Fernsehen an Bord: 1535,10 Euro

8. Sportschalensitze: 2 975 Euro

9. Elektron. Fahrtenbuch 577,15 Euro

…und nach dem Komma: MwST inkl.!

Wie ist er, der 911er? Unschlagbar,

was Worthülsen in der Presse angeht. Versprochen: In unserem GTS-Text auf dieser Seite verwenden wir keine davon. Aber wahr sind sie trotzdem.

1. Liegt auf der Straße wie ein Brett.

2. Fährt in Kurven wie auf Schienen.

3. Stellt jeden Benz in den Schatten.

4. Geht ab wie Schmidts Katze.

5. Brüllt los wie ein Löwe.

6. Power pur.

7. Kraft ohne Ende.

8. Reisen im Spätzle-Express.

9. Nur Fliegen ist schöner.

…und nach dem Komma: Schon geil.

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