New York Autoshow : Think big in Manhattan

Die PS-Branche fährt zur New Yorker Motorshow groß auf. Denn der US-Markt ist so stark wie schon lange nicht mehr, und um davon zu profitieren, braucht es reichlich Neuheiten. Viele davon kommen auch nach Europa.

McLarens 570S ist ein echter Blickfang auf der New Yorker Motorshow. Das Aluminium-Karbon-Geschoss kommt auf eine Spitzengeschwindigkeit von über 300 Kilometern pro Stunde.
McLarens 570S ist ein echter Blickfang auf der New Yorker Motorshow. Das Aluminium-Karbon-Geschoss kommt auf eine...Foto: dpa

New York feiert eine große PS-Party. Zwar sind die Motorshows im Januar in Detroit und im November in Los Angeles noch etwas wichtiger. Doch weil der US-Markt ungebrochen wächst und deshalb beständig nach Neuheiten verlangt, fahren die Automobilhersteller auch zur New York Motorshow in Manhattan groß auf. Und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Denn big bleibt weiter beautiful, und es sind einmal mehr die stattlichen und starken Autos, die auf der Messe die größte Aufmerksamkeit erhalten.

Die beiden buchstäblich dicksten Dinger kommen dabei diesmal aus Detroit. Denn General Motors und Ford melden sich mit dem bis zu 294 kW/400 PS starken Cadillac CT6 und dem über fünf Meter langen Lincoln Continental eindrucksvoll in der Oberklasse zurück. Während der Cadillac schon fertig ist und Anfang nächsten Jahres auch nach Europa
kommt, ist der Lincoln offiziell noch eine Studie. Doch Ford-Chef Mark Fields lässt an seinen Zukunftsaussichten keinen Zweifel: „Die Oberklasse wächst schneller als der Rest des Marktes. Deshalb werden wir den Continental schon bald in Serie bringen“, kündigte er an.

Neuer Jaguar XF und ganz feiner Range Rover

Die Show machen die Amerikaner, aber die Europäer halten tapfer dagegen: allen voran Mercedes mit der gründlich überarbeiteten M-Klasse, die künftig als GLE verkauft wird, und natürlich Jaguar. Denn als Antwort auf E-Klasse, BMW 5er und Audi A6 enthüllen die Briten in Manhattan den neuen XF. Leichter und deshalb sparsamer als bisher und insbesondere im Fond deutlich geräumiger soll er noch in diesem Jahr in den Handel kommen, kündigte Designchef Ian Callum an. Dazu gibt es aus Europa noch eine mit reichlich Lack und Leder veredelte Luxusversion des ohnehin schon feudalen Range Rovers und bei VW eine Handvoll Beetle-Editionen, die passend zu den Feiertagen bunt wie Ostereier auf dem Messestand drapiert sind.

Porsches Boxster Spyder kommt mit 375 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 290 Kilometern pro Stunde.
Porsches Boxster Spyder kommt mit 375 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 290 Kilometern pro Stunde.Foto: dpa

Während die Amerikaner vor allem in Lack und Leder schwelgen, spielen die Europäer ihre sportlichen Trumpfkarten. Neben einem Porsche Boxster Spyder, der mit 276 kW/375 PS und 290 km/h zur stärksten und schnellsten Variante des Zweisitzers wird, gebührt die Aufmerksamkeit da vor allem dem neuen McLaren 570S. Denn auch wenn das 419 kW/570 PS starke V8-Coupé mit Karbon-Chassis auf den ersten Blick aussieht wie eine abgespeckte Variante des 650S, markiert sie den Einstieg in ein neues Segment. Als erster Vertreter der sogenannten Sports Series soll das 328 km/h schnelle Coupé für Preise, die erstmals deutlich unter 200 000 Euro fallen werden, gegen Sportwagen wie den Porsche 911 oder den Audi R8 antreten und den Absatz der Briten auf bis zu 4 000 Autos im Jahr steigern.

Cadillac CT6 zeigt sich als Leichtbau

Zwar singt die PS-Branche in Manhattan das Hohelied von Lust und Leistung. Doch ein wenig versucht man sich auch in Sparsamkeit. Der fast 5,20 Meter lange Cadillac CT6 sei leichter als ein BMW 5er und startet deshalb in der Basisversion mit einem 2,0 Liter kleinen Vierzylinder, prahlt Cadillac. Der Mercedes GLE steht auch als Plug-In-Hybrid mit einem Normverbrauch von 3,3 Litern (CO2-Ausstoß 78 g/km) auf dem Messestand. Und der neue Luxusgeländewagen Lexus RX fährt ebenfalls wieder mit elektrischer Unterstützung auf die Bühne. Allerdings hat es bei den Japanern auch in der vierten Generation noch nicht zu einem Plug-In-Antrieb gereicht. Das gilt auch für den kleinen Bruder Toyota RAV4, der in New York erstmals mit Hybrid, aber ebenfalls ohne Stecker gezeigt wird.

VW schickt den Beetle in bunten Varianten gegen die PS-starken US-Modelle ins Rennen.
VW schickt den Beetle in bunten Varianten gegen die PS-starken US-Modelle ins Rennen.Foto: dpa

Neue Luxuslimousinen, vornehme Geländegänger und schnelle Sportwagen - auf der Messe sind das die großen Stars. Draußen auf den Straßen von Manhattan oder überall sonst in Amerika sieht das allerdings ein bisschen anders aus. Dort werden bald New Yorker-Neuheiten wie die Mittelklasse-Limousinen Nissan Maxima und Chevrolet Malibu den Ton
angeben. Und die Neuauflage des Kia Optima kommt nach Angaben des koreanischen Herstellers natürlich auch wieder nach Europa.

Chevrolet Spark teil sich Plattform mit dem Opel Karl

Selbst ganz kleine Brötchen können sie in den USA wieder backen. Dafür steht neben dem Scion iA als Ableger des Mazda 2 vor allem der neue Chevrolet Spark, der sich die Basis mit dem Opel Karl teilt.

Mercedes zeigt in New York die komplett überarbeitete M-Klasse. Sie geht nun unter dem Namen GLE in den Handel. Hier zu sehen ist die AMG-Version des Großstadtgeländewagen.
Mercedes zeigt in New York die komplett überarbeitete M-Klasse. Sie geht nun unter dem Namen GLE in den Handel. Hier zu sehen ist...Foto: dpa

Nur eines ist in New York mal wieder kein Thema: das Elektro-Auto. Hybriden mit und ohne Steckdosen-Anschluss gibt es auf der Messe zwar an jedem zweiten Stand. Doch reine Batteriefahrzeuge sind die Ausnahme, und Marken wie Tesla haben den Auftritt im Big Apple offenbar überhaupt nicht nötig. (dpa)

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

3 Kommentare

Neuester Kommentar