Nissan Cube : Schön hässlich

Letzte Woche fuhren zum ersten Mal Nissan Cube durch Berlin. Was verbirgt sich hinter dem rollenden Würfel?

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Anlieger vom anderern Stern. Nissan präsentierte den Cube in der Karl-Marx-Allee. Bis man je wieder drei dieser Kartons auf einen...

Als Typ mit Ecken und Kanten tritt der Nissan Cube nun gegen das Design-Einerlei in der Kleinwagenklasse an. Bisher war der kastenförmige Fünftürer mit dem wohnlichen Innenraum nur in Japan und den USA zu haben, mit der Einführung der nunmehr dritten Generation kommt er nun auch nach Deutschland. Für den Antrieb stehen ein Benziner und ein Diesel mit jeweils 110 PS zur Wahl. Die Preisliste für den nur 3,98 Meter langen Fünfsitzer startet bei selbstbewussten 18 000 Euro. Damit spielt der als Lifestyle-Modell positionierte Stadtflitzer preislich eher in der Liga eines BMW Mini als in der eines VW Polo.

Als Design-Objekt im Stile eines Mac oder eines iPhones soll der Cube nach Willen der Nissan-Marketingabteilung ein Lebensgefühl repräsentiert. Ein Hingucker ist der Würfel-Pkw für das aerodynamisch geschulte Auge auf alle Fälle. Klare Formen, rechte Winkel und interessante Asymmetrien ziehen die Blicke auf sich. Hinzu kommen pfiffige Design-Details wie etwa die asymmetrischen Verglasung des Hecks. Das abgedunkelte Seitenfenster nämlich ist um die im gleichen Ton gehaltene C-Säule gezogen und geht scheinbar nahtlos in die Heckscheibe über.

Ungewöhnlich in der Kleinwagenklasse ist auch die seitlich angeschlagene Hecktür, die das „Kühlschrankhafte“ des Autos noch unterstreicht. Allerdings ist die Ladekante relativ hoch. Ansonsten profitiert das Raumangebot des Cube von der rechwinkligen Form. Innen wirkt der Kleinwagen vergleichsweise luftig. Was auch vom serienmäßigen Glasdach unterstütz wird, das sich durch das Hervorziehen einer dreigeteilten Papiermembran, ähnlich einem japanischen Raumteiler, abdunkeln lässt. Darüber hinaus finden sich in dem qualitativ hochwertigen und gut verarbeiteten Innenraum vielfältige Ablagemöglichkeiten für Kleinkram in den Türen, der Mittelkonsole, einer der C-Säulen und dem hohen Armaturenbrett. Das Extra-Highlight hier: ein mittig aufgesetzter, runder Wollteppich „Fluffy“ für 25 Euro Aufpreis, der eine kuschelige Ablage für Handy und Schlüssel bietet. Beides bleibt jedoch nur bei der Cube-entsprechend entspannten Fahrweise darauf liegen.

Zur umfangreichen Serienausstattung gehören immerhin sechs Airbags, ESP, Klimaanlage, Glasdach und Tempomat. Gegen Aufpreis gibt es unter anderem Klimaautomatik, Leichtmetallfelgen und eine Rückfahrkamera.

Zum Marktstart gibt es zwei Motoren aus dem Renault Nissan-Regal: einen manuell geschalteten 1,5-Liter-Diesel und einen 1, 6-Liter-Benziner, den es auf Wunsch auch mit stufenlosem Getriebe gibt. Beide Triebwerke erledigen ihre Aufgabe ohne Murren, aber auch ohne übersprudelndes Temperament. In den USA wird das Modell daher mit einem etwas durchzugsstärkeren 1,8-Liter-Benziner angeboten. Somit ist man mit dem Cube in seinem Hauptauslaufgebiet, der Stadt, eher gemütlich unterwegs. Besonders sportliche Ambitionen verhindern auch der hohe Fahrzeugschwerpunkt und der große Windwiderstand. Auf der Autobahn, wo mit ihm bis zu 175 km/h zu erreichen sind, pfeift der Wind bereits ab 120 km/h etwas lauter.

Der Cube setzt vor allem auf cooles Design und einen Wellness-Innenraum. Dafür, so die Rechnung der Verantwortlichen, werden jüngere Kunden auch den vergleichsweise hohen Einstiegspreis im Kauf nehmen. rf

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