Nissan mit Biss : Der geheime Große...

Der Murano ist selten auf deutschen Straßen. Aber wer sich rein setzt, merkt schnell: Der kann mehr als gedacht.

Ingo von Dahlern

Murano - wenn Sie dabei erst einmal an venezianisches Glas denken, dann ist das normal. Denn der Nissan Murano gehört auf unseren Straßen zu den eher seltenen Erscheinungen. Zwar ist er mit rund 500 000 Exemplaren ein durchaus erfolgreiches Auto – aber nur in den USA, wo er gebaut wird. 2005 auch zu uns gekommen, brachte er es bislang auf knapp 4000 Verkäufe – damit fällt man unter rund 47 Millionen Pkw nicht auf.

Bei einer so unbekannten Größe macht es wenig Sinn, die Unterschiede zwischen der ersten und der am 18. Oktober antretenden zweiten Generation zu beschreiben. Besser ist es, ihn einfach so auf sich wirken zu lassen, wie er nun antritt. Mit seiner 1,73 Meter hohen und 1,88 Meter breiten Karosserie scheint er auf den ersten Blick ein typischer SUV zu sein. Einer allerdings, der statt kräftiger Kanten sanfte Rundungen zeigt und ein coupéhaft gestutztes Heck – ein Softie also, kein Macho.

Das bestätigt sich, wenn man hinter dem eigenwillig geformten Lederlenkrad Platz nimmt, die elektrische Sitzverstellung aktiviert und den Blick rundum schweifen lässt. Leder und hochwertige Oberflächen, chromglänzende Applikationen, die sich mit matten Elementen abwechseln, eine exzellente Verarbeitung: Das Interieur wirkt ausgesprochen edel – so wie in einer luxuriösen Limousine.

Der durch den Druck auf den Startknopf zum Leben erweckte 3,5-Liter-V6 läuft kaum hörbar. Doch schon beim ersten Tritt aufs Gaspedal entpuppt er sich als wahres Kraftpaket. 256 PS und ein Drehmoment von maximal 334 Newtonmeter bringen den Murano so souverän in Schwung, dass man aufpassen muss, nicht zu schnell zu werden – mit Blick auf die Tempolimits. Denn dort, wo die Fahrt frei ist, kann man das Potenzial des Triebwerks guten Gewissens nutzen, entspannt, komfortabel und flott über die Autobahn gleiten oder das Fahrwerk auf kurvigen Landstraßen ausreizen.

Die Fahrsicherheit des Murano überzeugt in allen Lagen. Seinen Anteil daran hat auch der Allradantrieb, der, wann immer nötig, vollautomatisch Kraft auf die Hinterachse gibt. Ebenso geschieht die Gangwahl, dabei spürt man selbst in bergigem Terrain kein Rucken – im Murano arbeitet eine stufenlose Automatik, ein sogenanntes CVT-Getriebe.

Nicht angeboten wird ein Diesel und ein wenig bescheiden ist die Zuladung. Doch mit Personenwagenkomfort rundum, bequemem Platz für vier und auch einen fünften Passagier, einem variablen Laderaum mit 402 bis 830 Liter, einer zweiten Rückfahrkamera für den Blick auf den Bordstein und einem Glasdach über die volle Fahrzeuglänge fasziniert der Murano von Kilometer zu Kilometer mehr. Er ist eines jener Autos, in die man erst einmal hineingelockt werden muss – und dann feststellt, dass sie vieles bieten, das man sich schon lange gewünscht, aber bislang nie gefunden hat. Allerdings: Wer ihn behalten will, muss mindestens 47 740 Euro locker machen, für den Executive sogar 50450.

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