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Nissan Note im Test : Mit Sicherheit eine große Klappe

28.01.2014 13:39 Uhrvon
Gesamtnote: Passt. Nissans neuer Mikro-Van glänzt vor allem dank seiner Sicherheitstechnik. Zugleich leistet er sich kleine Schwächen im Detail.Bild vergrößern
Gesamtnote: Passt. Nissans neuer Mikro-Van glänzt vor allem dank seiner Sicherheitstechnik. Zugleich leistet er sich kleine Schwächen im Detail. - Foto: dpa

Der Nissan Note hält in seiner Neuauflage nicht ganz, was der Hersteller verspricht – aber er glänzt mit Sparsamkeit und neuesten Assistenzsystemen.

Wunder gibt es immer wieder – vor allem in Gestalt von „Raumwundern“, die die Autoindustrie gern bewirbt. Meist handelt es sich um sehr diesseitige Modelle, in denen bei kompakten Außenmaßen genug Platz für Durchschnittsmenschen plus etwas Gepäck ist. Der Nissan Note allerdings will in seiner zweiten Generation nicht mehr nur ein Raumwunder von vielen sein, sondern mit Sicherheitstechnik aus der Oberliga glänzen: „Safety Shield für 360 Grad Sicherheit“ heißt das Paket aus Kameras und Sensoren, das von der Oberklasse her nach unten vordringt und mit dem Note eine Fahrzeugklasse erreicht hat, in der vor zehn Jahren weder ABS noch der Schleuderschutz ESP selbstverständlich waren.

Mehr als 100 000 Notes pro Jahr will Nissan in Europa absetzen. Das klingt ambitioniert. Zwei Wochen Alltagstest in Berlin und Umgebung sollen zeigen, ob der Neue das Zeug zum Bestseller hat.

Optisch Durchschnitt

Gefällig, aber nicht zum spontanen Verlieben sieht er auf den ersten Blick aus. Ein gefühlt schon oft gesehener (Honda Jazz? Toyota Verso-S?) Micro-Van halt. Er steht in einer engen Parklücke – und bekommt stellvertretend für die Mehrheit seiner Artgenossen gleich mal eins aufs Blech: Warum müssen auch solche betont praktischen Autos heutzutage ohne seitliche Schutzleisten auskommen? Und was spricht dagegen, den Stoßstangen da, wo’s drauf ankommt, einen kratzfesten schwarzen Streifen zu verpassen?

Da bleibt nur, gut aufzupassen und vorsichtig aus der Lücke zu fahren, um den Kindersitz für die zweijährige Tochter hinten einzubauen. Diese Aktion versöhnt, denn die hinteren Türen öffnen fast 90 Grad. Und weil die Rückbank im Testwagen ausstattungsbedingt nicht verschiebbar ist, darf neben dem Kind auch ein großer Erwachsener sitzen. So viel Beinfreiheit in der zweiten Reihe ist bei einem 4,10 Meter langen Auto selten. Hut ab! Obwohl: Dank 1,54 Meter Karosseriehöhe kann er sogar drauf bleiben. Schade nur, dass die hinteren Kopfstützen selbst für durchschnittliche Erwachsene zu kurz sind.

Wenn die Rückbank fixiert ist, können hinten auch Große sitzen

Die weit hinten montierte Rückbank geht zwangsläufig zulasten des Kofferraums, der aber mit 325 Litern immer noch passabel ist. Wo sich die Rückbank vorschieben lässt, sollen es laut Nissan 411 Liter sein; bei umgeklappter Bank – genau genommen klappt nur die Lehne vor – sogar 2012 Liter bis zum Dach. Wäre bei so viel Platz nicht auch auf der Oberseite des hinteren Stoßfängers ein Kratzschutz …? Ach so, das Thema hatten wir schon. Also los, wenn alle und alles an Bord sind.

Auch der Fahrer sitzt auf passablem Gestühl. Die Rundumsicht ist gut – und wird beim Anlassen noch viel besser, denn jetzt kommt der „Safety Shield“: Kameras im vorderen Firmenlogo, in den Außenspiegeln und in der Heckklappe zeigen beim Rangieren die Umgebung.

Tückisches System

Die Einzelbilder werden im Display zu einer Art Luftaufnahme zusammengesetzt, die das Rangieren sehr komfortabel macht. Aber auch ein bisschen tückisch, denn klassische Parksensoren gibt’s nicht. Nach einem undurchschaubaren Zufallsprinzip ertönt bei Annäherung an Hindernisse mal ein kurzer Pieps und mal gar nichts. Das kann bei bei kontrastarmer Umgebung (graue Tiefgaragensäulen auf grauem Beton) zu Kratzern führen, gegen die Schutzleisten… – Ja, ja, schon gut.

Praktiker. Vom Aussehen her ist der Nissan Note ein typischer Mini-Van. Viel Platz auf kleinem Raum gehören zu den bekannten Vorzügen. Das zusätzliche Fach im Kofferraum ist ein praktisches Detail.Bild vergrößern
Praktiker. Vom Aussehen her ist der Nissan Note ein typischer Mini-Van. Viel Platz auf kleinem Raum gehören zu den bekannten Vorzügen. Das zusätzliche Fach im Kofferraum ist ein... - Foto: promo

„Technology Paket“ heißt die Option, die in der einfachsten Ausstattungsvariante fehlt, in der mittleren 1200 Euro extra kostet und in der höchsten Standard ist. Zu ihr gehören neben Navi und Kameras auch Assistenten, die Spur und toten Winkel überwachen. Der eine kann nerven, wenn er beispielsweise auf einer schmalen Landstraße oft und laut piepend Alarm schlägt. Der andere ist spätestens bei der ersten Autobahnfahrt sympathisch: Fährt ein Auto im toten Winkel, leuchtet im jeweiligen Außenspiegel ein gelbes Ausrufezeichen. Gepiepe gibt’s nur, wenn man dann auch noch in Richtung der belegten Nachbarspur blinkt.

Positive Sparsamkeit, gefühlvolle Lenkung

Apropos Autobahn: Mit dem getesteten 80-PS-Dreizylinder-Motörchen ist der Note für den Alltag ausreichend motorisiert – aber kein Langstreckenwagen. Das zeigt schon der Verbrauch: stolze sieben Liter sind es bei Tempo 130. In der Stadt kam er dank serienmäßiger (und absolut zuverlässiger) Start-Stopp-Automatik auf sechs, auf Landstraßen teils unter fünf Liter. Die in der Liste angegebenen 4,7 Liter Super im Mix sind also nicht völlig unrealistisch. Mit einem von Renault geerbten 90-PS-Diesel sollen ihm sogar 3,6 Liter reichen. Kehrseite der Effizienz: Für die Heizung scheint die Abwärme kaum zu reichen. Es dauert, bis es warm wird.

Die Sparsamkeit kommt auch daher, dass der Note ein leichtes Auto ist, was er – im guten Sinne – spüren lässt: Die Lenkung ist leichtgängig und trotzdem gefühlvoll, der Antritt auch mit dem kleinen Motor ausreichend, das Fahrverhalten dank der relativ weich abgestimmten Federung kein bisschen sportlich, aber komfortabel und narrensicher.

Mit der Spitzenversion bekommt man zwei fragwürdige Extras

Nörgeln lässt sich an der bescheidenen Motorgeräuschdämmung, dem etwas hakeligen Getriebe und dem leichten Knarzen im Gebälk, das nicht nach einem Auto fürs Leben klingt. Und ein vielleicht zufälliges, aber für Betroffene ernstes Problem ist die Unterkante der Armaturentafel, deren Hartplastik permanent aufs rechte Fahrerknie drückt. Erleichterung verschafft zumindest auf der Autobahn der serienmäßige Tempomat.

Theoretisch gibt es den Note für 14 000 Euro. Praktisch, also mit Sicherheitspaket, Radio und Klimaanlage, steht er für knapp 19 000 in der Liste; mit Dieselmotor und/oder Automatikgetriebe sind es mehr als 20 000. Wobei die Spitzenversion „Tekna“ zwei fragwürdige Extras enthält, die man sich bei der mittleren Ausstattung „Acenta“ sparen kann: zum einen das zwar angenehme, aber mit 700 Euro arg teure Glasdach mit nur manueller Jalousie.

Zum anderen das „Comfort-Plus-Paket“ mit Regen- und Lichtsensor. Der eine mochte feinen Niesel nicht zur Kenntnis nehmen, der andere weiß – wie auch seine Artgenossen in anderen Modellen – nichts von Nebel. Was es dagegen nicht gibt, ist eine Anklappautomatik für die großen und angesichts der darin steckenden Technik zweifellos teuren Außenspiegel. So bleibt der Note ein ordentlicher Kleinwagen mit interessanter Technik. Wunder gibt’s eben doch nur im Märchen.

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