Nissan X-Trail jetzt mit Benziner : Die bessere Wahl?

Lange gab es für den Nissan X-Trail nur einen Diesel-Motor. Nun schieben die Japaner einen neuen Benziner hinterher.

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Neue Option. Der Nissan X-Trail ist jetzt auch als Benziner zu haben. Eine ernsthafte Alternative, denn der ist nicht nur billiger sondern bietet auch mehr Fahrfreude.
Neue Option. Der Nissan X-Trail ist jetzt auch als Benziner zu haben. Eine ernsthafte Alternative, denn der ist nicht nur billiger...Foto: Hersteller

Als vor gut 17 Monaten die dritte Generation des Nissan X-Trail bei uns startete, wurde den Kunden ein überraschend anderes Auto präsentiert. Stand der X-Trail bislang für den Typus rustikaler Geländewagen, so ist aus ihm nun ein Lifestyle-SUV geworden, mit dem man sich lieber auf dem Boulevard als im Gelände bewegt.

Allerdings hatten die Kunden beim neuen X-Trail damals keine Wahl. Es war nur ein 130 PS starker Dieselmotor im Angebot. Kaufen oder bleiben lassen, lautete die Devise. Dafür gab es bei der Kraftübertragung eine neue Wahlmöglichkeit, denn das modisch gestylte SUV ist auch mit Frontantrieb und Sechsgang-Handschaltung lieferbar. Mindestens 27 200 Euro kostet diese Version, und damit ist das schicke SUV sogar preiswerter als der rustikale Vorgänger. Tja, und dann kam diese Schummelei von VW, die den Dieselmotor in Verruf gebracht hat. Und justament in dieser unruhigen Zeit bietet Nissan plötzlich im X-Trail einen neuen Benzinmotor an, der sofort für mindestens 24 750 Euro zu haben ist. Der Benzindirekteinspritzer holt 163 PS aus 1,6 Litern Hubraum und stellt als Turbomotor sein hohes Drehmoment von 240 Newtonmetern von 2000 bis 4000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. Laut Nissan soll der Vierzylinder, der nur mit einem Sechsgang-Handschaltgetriebe lieferbar ist, 6,2 Liter Super auf 100 Kilometer verbrauchen. Damit liegt er bei den realitätsfernen Prüfstandswerten besser als seine Wettbewerber Honda CR-V, Toyota RAV4 und Mitsubishi Outlander. Bei unserer ersten Testfahrt zeigt der Bordcomputer 7,4 Liter Super an, bei einem Mix aus Stadt, Autobahn und Landstraße und bei vorausschauender Fahrweise mit vorsichtigem Gasfuß. Das geht in Ordnung.

Automatik wird nicht vermisst

Und die Fahrleistungen? Können sich sehen lassen. Laut Nissan sprintet der Benziner-X-Trail in 9,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Damit ist er flotter als sein Diesel-Pendant, der dafür 1,3 Liter weniger pro 100 Kilometer verbrauchen soll.

Dafür kostet der Benziner immerhin 2450 Euro weniger als der Diesel - ein kräftiges Kaufargument für alle Otto-Normalfahrer. Und die haben sogar noch etwas mehr Fahrspaß im 33 PS stärkeren Turbobenziner. Denn sein vergleichsweise hohes Drehmoment über den weiten Drehzahlbereich lässt sowohl entspanntes als auch sportliches Fahren zu. Und der ebenso exakte wie leichtgängige Hebel des Sechsgang-Handschaltgetriebes lässt sich so mühelos bewegen, dass man eine Automatik nicht vermisst.

Nissan X-Trail als Benziner bedeutet Verzicht

Auf längeren Strecken allerdings zeigt der Vierzylinder das Manko aller modernen Downsizing-Turbos: Er säuft; Werte über zehn Liter müssen dann eingeplant werden, und der 60-Liter-Tank leert sich schneller als einem lieb ist. Gegenüber dem vergleichsweise doch recht rau laufenden Diesel ist der kulitivierte Benziner eine akustische Wohltat.

Wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Wer mit dem neuen Benziner sparen will, muss Verzicht üben können, weil diese Motorisierung weder mit einem Allradantrieb oder mit einem Automatikgetriebe zu haben ist. Wer damit kein Problem hat, für den könnte der flotte Benziner womöglich die bessere und auch günstigere Wahl sein. Aber vielleicht nur bis 2016. Dann kommt ein nämlich der X-Trail mit 160 PS starkem Diesel, Allradantrieb und Automatik.

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