Noch nicht erreicht : Blackberry mit Rädern dran

Hersteller und Zulieferer arbeiten weiter daran, das Internet ins Auto zu bringen. Doch der Durchbruch lässt auf sich warten.

Christiane Gläser (dpa

Es könnte alles so schön sein: Vom Auto aus Informationen zum Reiseziel durchsehen, Radiosender durch Audiostreams ersetzen – aber, das dauert noch, zumindest bei den meisten Herstellern. Trotz der schweren Krise der Autoindustrie will die Branche beim Internet im Auto aber nicht vom Gas gehen. Auf der Computermesse CeBIT in Hannover haben die Hersteller in der vorigen Woche ihre Zukunftsvisionen vorgestellt: Navigationsgeräte hören aufs Wort, Autoradios holen sich die Musiksender aus dem Internet und Autos kommunizieren mit Straßenschildern.

Die Branche beschleunigt die Weiterentwicklung der IT im Auto seit Jahren mit hohen Investitionen. Bisher allerdings ist schnelles Internet an Bord als Massenprodukt noch Zukunftsmusik, auch wegen der hohen Zusatzkosten. Informationstechnologie wird für die Industrie auf jeden Fall immer wichtiger: „Zwischen 80 und 90 Prozent der Innovationen in der Automobilbranche kommen aus dem IT-Bereich“, sagt Axel Garbers von dem IT-Branchenverband BITKOM. In der Branchenkrise werde es unter den Firmen zwei Gruppen geben: „Eine, die aufgibt und die Hände in den Schoß legt und eine zweite, die sagt ,wir müssen jetzt investieren, um weiterhin zukunftsfähige Autos zu haben’.“ Schon heute fährt kein Auto mehr ohne IT – das fängt beim Antiblockiersystem ABS an und endet beim Bordcomputer, der mit seiner Umgebung kommuniziert.

    Bei Volkswagen setzt man weiter auf Investitionen. „Es wäre ja kontraproduktiv, wenn man wegen der Krise kein Geld mehr in die Bereiche Forschung und Entwicklung stecken würde“, sagt VW-Sprecher Harthmuth Hoffmann. Jedem Tal folge auch immer ein Anstieg. Und genau dafür brauche die Branche frühzeitig innovative Lösungen. „Die bereiten wir jetzt vor“, sagt Hoffmann und verweist auf das VW-Projekt „auto web“, das das Internet ins Auto holen soll.

In Wolfsburg wurde für das „auto web“ zu Testzwecken ein umfangreiches WLAN-Netz aufgebaut, über das der Fahrer Informationen zur Stadt, zu Veranstaltungen, zu freien Parkplätzen oder touristischen Höhepunkten abrufen kann. In den nächsten vier bis fünf Jahren könne das Internet im Auto mit stabilem Empfang Serienreife haben, sagt Hoffmann. Dann werde vermutlich auch die Daten-Infrastruktur deutschlandweit flächendeckend ausgebaut sein. „Deswegen sind schon heute die Investitionen in die Forschung notwendig.“    Auch beim Autozulieferer Continental wird bei den wichtigsten Forschungsprojekten nicht der Rotstift angesetzt. „Wir führen sie mit der gleichen Energie fort. Da gibt es keinen Einbruch“, sagt Sprecherin Dagmar Weiner am Continental-Entwicklungsstandort im hessischen Schwalbach. Lediglich „sehr zukunftsorientierte“ Projekte würden zeitlich nach hinten verschoben werden.

Trotz der schwierigen Zeiten ermutigte MatthiasWissmann, Chef des Verbands der deutschen Autoindustrie, die Unternehmen zu weiteren Investitionen: „Gerade in Zeiten der Krise darf eines nicht gekürzt werden: die Blutzufuhr zum Kopf.“

Beim Thema Internet im Auto aber ist noch viel zu tun. Zwar sei die Autoindustrie bestrebt, den Kundenwünschen nach einem Anschluss zur Nutzung mobiler Geräte im Fahrzeug Rechnung zu tragen, heißt es im VDA-Jahresbericht. Die Integration von Handys, Smartphones, Navigationsgeräten oder Audioplayern erweise sich aber als äußerst schwierig, nicht zuletzt wegen unterschiedlicher Software und ungleicher Anschlüsse der Geräte.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar