Nostalgie : Zum Geburtstag die Bulli-Parade

Der VW-Bus beförderte Päckchen, Familien, Hippies und Surfer. Jetzt wird er 60 Jahre alt.

Ingo von Dahlern
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VW-Bus: Robuste Großraumlimousine -Foto: Digital Stock

Gehören Sie zu den Bulli-Fans? Fahren Sie selbst einen der Transportklassiker? Waren Sie früher mit einem VW-Bus unterwegs, oder besitzen Sie gar ein älteres Modell? Dann sollten Sie den 5. bis 7. Oktober 2007 in Ihrem Terminkalender ankreuzen. Denn zum 60. Geburtstag des Raumwunders lädt Volkswagen zu einem großen internationalen VW-BusTreffen nach Hannover ein. Dorthin, wo mit dem „T5“ die nun bereits fünfte Generation des VW-Transporters vom Band rollt, von dem bereits mehr als 10 Millionen gebaut wurden.

Der VW-Bus war eine Sensation, als er, mit der Technik des Käfers, nach zwei Jahren Entwicklungsarbeit 1949 erstmals in Serie ging. Noch sensationeller war allerdings jene offiziell „Achtsitzer Sondermodell“ genannte Variante mir Rundumverglasung auch im Dachansatz, Zweifarblackierung und Faltschiebedach, die 1951 erschien und schon bald liebevoll Samba-Bus genannt wurde. Denn ein solches Auto, in dem selbst eine Großfamilie bequem auf Tour gehen konnte, hatte es bis dahin nicht gegeben. Und ausgestattet mit der Campingbox von Westfalia wurde er für die in Deutschland gerade erwachende Campingbewegung zum rollenden Hotel.

Besondere Karriere machte der Bus in den USA. Wohlhabenden Städtern diente er als Zweitwagen für die Landpartie – und später fuhren ihre Kids mit dem Peace-Symbol statt des VW-Zeichens an der Wagenfront in ihm nach Woodstock, während er für Surfer schon in den Sechzigern die ideale Kombination aus Bett und Brett bedeutete. Unzählige Bullis wurden, mal mehr, mal weniger professionell zum Wohnmobil umgerüstet, besondere Wertschätzung erfuhren in zweiter Hand Exemplare, die von der Post oder der Bundeswehr kamen – optisch zwar oft heruntergeritten, dafür aber von den Werkstätten der Institutionen immer tipptopp gewartet.

Wie kein anderes Auto machte die robuste Großraumlimousine auf diese Art unabhängig, wurde Weltenbummlern zum fahrbaren Lebensraum, war Expeditionsauto in den entlegensten Winkeln der Welt, Großraumtaxi oder bei vielen Familien auch nur das vielseitigste Alltagsauto, das man sich vorstellen konnte. Es wurde individuell ausgestattet, umgebaut, mit den verschiedensten Accessoires individualisiert, verlängert, verkleinert, mit Hochdach versehen, innen komplett verändert. Bulli-Fahren entwickelte sich zu einem eigenen Lebensgefühl – und das gilt bis in unsere Tage. Um die früheren Generationen hat sich derweil eine ständig wachsende internationale Clubszene gebildet.

Beneidet wird, wer noch ein Modell der ersten Baureihe T1 mit den winzigen Knopfrückleuchten und der geteilten Frontscheibe sein eigen nennt, die es deshalb gab, weil die Technik noch keine großen gebogenen Windschutzscheiben erlaubte. Glücklich darf sich fühlen, wer einen T2 aus den Siebzigern steuern darf, und selbst der eckig-sachliche T3 aus den Achtzigern wird immer begehrter, vor allem, wenn es sich um eine Allradversion oder eins der Sondermodelle mit Namen wie „White Star“, „Blue Star“ oder „Limited Last Edition“ handelt.

Bei VW hofft man, dass möglichst viele dieser klassischen Fahrzeuge zum 60. Geburtstag nach Hannover kommen. Ausreichend Platz ist reserviert, ein attraktives Rahmenprogramm lockt, und der Eintritt ist frei. Wer sich anmelden will, kann das über die Website www.vwn.de tun, wo ein Extralink über alles rund um das große Treffen der Bullis informiert. Ingo von Dahlern

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