Auto : Null und wichtig

C-Zero? So heißt Citroens kleines Elektroauto. Kaufen kann man es nicht – der Stromer wird ausschließlich verleast

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Brücke in die Zukunft.
Brücke in die Zukunft.

Weihnachten wird man, großes Glück vorausgesetzt, den einen oder anderen C-Zero auf der Straße sehen. Das Elektroauto von Citroen, baugleich mit dem Peugeot iOn und dem Mitsubishi-MiEV. Ein schmales (1,47 Meter) und kurzes (3,50 Meter) Wägelchen für vier Leute und zwei Handtaschen im 166-Liter-Abteil. Aber 1,1 Tonnen schwer, denn unterm Boden steckt ein 230 Kilogramm schwerer Lithium-Ionen-Batterieblock mit einer Kapazität von 16 kWh, die für eine Reichweite von maximal 150 Kilometern gut sein soll.

Nach den ersten Testkilometern stellt sich das befürchtete „Sackkarren-Gefühl“ nicht ein – zum Glück. Gegenüber den ersten Prototypen fährt sich der Citroen als Serienmodell überraschend komfortabel. Für seinen Radstand von nur 2,55 Metern federt er sehr erwachsen; kein Hauch von Hoppelei. Auch innen macht alles einen manierlichen Eindruck. Gut, dass Citroen die Bedienung gegenüber dem Mitsubishi-Prototypen vereinfacht hat: keine verschiedenen Fahrprogramme mehr. D und Schluss. Schließlich liefert der 64 PS starke E-Motor seine strammen 180 Newtonmeter Drehmoment quasi von Null an. Deshalb kommt der C-Zero prima mit nur ^einem Gang aus – bis maximal Tempo 130.

„Gas geben“, und dann hat sich’s. E-Auto fahren ist so einfach. Und leise. Ein leichtes Surren im Heck, mehr nicht. Da heißt es Aufpassen im Stadtverkehr, denn der Elektro-Citroen schleicht sich behände und leise an wie ein Gepard. Hier wird Hupen zuweilen zur Sicherheitsaktion, jedenfalls, so lange, bis die Industrie irgendeinen Ton oder Sound als Warnung erfunden haben wird.

Die Lenkung des Zero ist okay, die schmalen Sitze reichen aus, und irgendwie macht das Wägelchen auf einmal sogar Spaß. Fahren der anderen Art. In 20 Jahren ist das wohl die Normalität; heute ist es noch sehr exklusiv. Denn die Batterien sind, Entschuldigung, nach wie vor sauteuer. Bestellt werden kann das Wägelchen ab sofort. Aber es wird nicht verkauft (das wären über 34 000 Euro!), sondern ausschließlich verleast: 459 Euro im Monat sind zu berappen, für drei Jahre, bei 10 000 Kilometer pro Jahr und mit 6681 Euro Anzahlung. Eine Menge Kies. Dafür bekommt man nämlich auch einen fetten Mercedes. Aber der ist eben nicht so besonders wie der C-Zero.

Doch so richtig sind wohl selbst die Hersteller von Elektroautos noch nicht in der neuen Welt angekommen. Die Kapazitätsanzeige im Cockpit, die Aufschlzss darüber gibt, wieviel Saft der Zero noch hat, erinnert schon sehr an eine Kraftstoff-Zapfsäule mit Schlauch.

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