Mercedes G-Klasse: Der Legendenwagen namens Otto : In 26 Jahren um die Welt

26 Jahre hat die Reise gedauert, 215 Länder hat Otto in dieser Zeit bereist. Nun ist die legendäre G-Klasse in der Mercedes-Welt am Salzufer zu sehen. Eine Ausstellung erzählt die spannenden Abenteuer des Weltenbummlers.

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Der Weltreisende Gunther Holtorf sitzt am 08.10.2014 bei seiner Ankunft in Berlin vor dem Brandenburger Tor auf der Motorhaube seines Geländewagens. Holtorf hat mit seinem Auto Otto in 26 Jahren 215 Länder bereist. Foto: dpa
Der Weltreisende Gunther Holtorf sitzt am 08.10.2014 bei seiner Ankunft in Berlin vor dem Brandenburger Tor auf der Motorhaube...Foto: dpa

Bei Mercedes am Salzufer kehrt eine automobile Legende ein. Dabei handelt es sich aber nicht um einen klassischen Oldtimer sondern um ein weitgereistes Fahrzeug. Die Mercedes G-Klasse namens Otto hat in 26 Jahren 215 Länder durchfahren und ist so zu einer automobilen Legende geworden.

1988 brachen Gunther Holtorf und seine Frau Christine zu dieser außergewöhnlichen Fahrt auf. Ziel war es die ganze Welt zu bereisen und bis auf ein paar Ausnahmen hat das Ehepaar es auch geschafft. Nur die die unsicheren Staaten Somalia, Südsudan und Tschad, sowie einige kleine Inselstaaten, wie die Malediven oder Nauru ließen sie aus.

Die Mercedes G-Klasse hat ihn nie im Stich gelassen

Lange Wartezeiten an den Grenzen dieser Welt nahmen Holtorf und seine Frau dabei entspannt in Kauf. An den 413 außereuropäischen Grenzen, die Otto und seine „Familie“ passiert haben, standen sie im Schnitt einen halben Tag lang. Die Einreise nach Kuba gelang nur auf Einladung von Raoul Castro persönlich und nach Nordkorea durften sie nur aufgrund einer Sondergenehmigung von Diktator Kim Jong Il. Im Oktober 2014 endete die Fahrt in Berlin am Brandenburger Tor. Vier Jahre zuvor verstarb die an Krebs erkrankte Frau Holtorfs. Aber der heute 77-Jährige musste ihr versprechen weiterzufahren, bis die ganze Welt bereist sei.

Unzählige Erinnerungen: Gunther Holtorf mit seiner Weltkarte. Darin hielt er alle Stationen seiner Reise mit Bildern fest. Oft war diese an der Grenze wichtiger als alle Dokumente. Foto: promo
Unzählige Erinnerungen: Gunther Holtorf mit seiner Weltkarte. Darin hielt er alle Stationen seiner Reise mit Bildern fest. Oft war...Foto: promo

Während dieser langen Reise rüstete Gunther Holtorf seine G-Klasse immer weiter um. In dem Fahrzeug brachte er ein Bett im Format zwei auf 1,50 Meter unter. Spezielle Haken, Bänder und Taschen schützten die Ladung vor dem Verrutschen. Jeder noch so kleine Stauraum innerhalb von Otto wurde genutzt. Im Stich ließ ihn die G-Klasse während der 900.000 Kilometer langen Fahrt dabei nie. Kleinere Reparaturen erledigte Holtorf mit dem Bordwerkzeug und den rund 400 Ersatzteilen, die meist auf dem Dach Ottos mitfuhren.

Die Geschichte dieser Reise erzählt Gunther Holtorf in fast 200 Video-Interviews, die er während der gigantischen Ausfahrt gedreht hat. In der Ausstellung am Salzufer sind sie auf interaktiven Monitoren zu sehen. Otto ist in der Schau so aufgebaut, wie er für eine Übernachtung hergerichtet wurde. Das gemachte Bett innen aufgebaut und im Heck die Küche startklar. Die Ausstellung zu den Abenteuern dieser spannenden Reise ist noch bis zum 9. September in der Mercedes-Welt am Salzufer zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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