Opel : Fix was nachgelegt

Der Insignia läuft gut, sagt Opel – und macht ihn als OPC-Version jetzt rasend schnell.

Eric Metzler

Der Stammsitz in Deutschland, die Noch- Eigentümer in den Staaten und die Hoffentlich-Chefs in Österreich: Doch die meiste Power hat Opel in der Schweiz. Dort nämlich finden die OPC-Modelle aus Rüsselsheim viermal soviele Abnehmer als in Deutschland. Neues Futter gibt’s ab Herbst hüben wie drüben: Der Insignia kommt als Performance-Variante. Damit wäre die Familie des erfolgreich gestarteten Mittelklasse-Typs dann komplett.

Optisch hält sich das neue Spitzenmodell zurück. Er hat auffälligte Lüftungsschlitze; er liegt tiefer, trägt aber keine unansehnlichen Spoiler. Nach der Biedermeier-Zeit des Vectra hat man mit dem Insignia Kunden erobert, die auf Eleganz und vornehme Sportlichkeit stehen – aber nicht mal auf Anflüge von Proll. Davon kann auch im Inneren keine Rede sein: Hier fallen Recaros auf mit erstaunlichem Verstellbereich und AGR-Zertifikat („Aktion Gesunder Rücken“), ein abgeflachtes Sportlenkrad, dazu ein Wahlschalter für die härteren Fahrmodi Sport und OPC.

Die 2,8-Liter-Maschine ist eine hochgeregelte Variante des 260-PS-Aggregats aus dem Insignia Sport. Im OPC presst der Turbolader die Frischluft mit mehr Druck in die sechs Zylinder – beim Sprint schafft man es so in sechs Sekunden auf Tempo 100. Im unteren Drehzahlbereich ist der Durchzug enttäuschend. Erst ab 3500 Umdrehungen geht es richtig zur Sache (maximale Drehmoment: 435 Newtonmeter bei 5250/min). Absurderweise verhält es sich mit dem Motorengeräusch umgekehrt: Es dröhnt bei niederen Drehzahlen und entspannt sich bei höheren.

Die Stärke des Insignia OPC ist zweifelsfrei das Fahrwerk. Im standardmäßig eingestellten Comfort-Modus schluckt es selbst grobe Unebenheiten, ohne insgesamt schwammig zu wirken. Im OPC-Modus dann liegen Limousine und Kombi wie eine Eins – die Dämpfer sind nun weniger nachgiebig, weil die Ventile weniger Öl durchlassen. Wäre die Lenkung noch etwas straffer ausgelegt, gäbe es in schnellen Kurven rein gar nichts zu meckern.

Der Verbrauch des Neulings liegt auf dem Papier bei 11,4 Litern. Zum Vergleich: Volkswagens Renn-Passat R6 braucht einen knappen Liter weniger – bei besseren Fahrleistungen. Zudem hat der VW das famose Doppelkupplungsgetriebe DSG an Bord. Der Insignia hingegen ist nur von Hand zu schalten. Der Opel kostet mindestens 44 900 Euro, der Passat 625 Euro mehr. Eric Metzler

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