Parkplatz-Sharing : Teilen und parken

Nach Carsharing startet Daimler nun das Teilen von Parkplätzen mit einem Pilotversuch in Berlin. Car2go folgt ab November Park2gether, die per Smartphone-App das Auto abstellen leichter machen wollen.

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Gesperrt, aber nicht belegt: Viele Parkplätze in der Innenstadt stehen über lange Zeit leer. Mit „Park2gether“ soll ein Geschäftsmodell daraus werden.
Gesperrt, aber nicht belegt: Viele Parkplätze in der Innenstadt stehen über lange Zeit leer. Mit „Park2gether“ soll ein...Foto: picture alliance / dpa-tmn

Wer täglich gezwungen ist einen Parkplatz zu suchen, kennt das Problem: Mit jeder Minute vergeblichen Suchens steigen Nervosität und Frust. In Großstädten ist Parkraum knapp und wird in der Regel auch vom Bezirk "bewirtschaftet". Das bedeutet, es fallen teils erhebliche Gebühren an. Autobauer Daimler will mit einem neuen Angebot Autofahrern bei der Suche nach Parkplätzen unter die Arme greifen. "Park2gether" heißt ein Service, der ab November in einem Pilotversuch in Berlin und Hamburg startet. Nach dem Teilen von Autos – in Berlin betreibt Daimler den Carsharing-Service Car2go – kommt nun also das Teilen der Parkplätze.

Die Idee dahinter ist recht einfach. Anwohner in zentralen Bezirken, die einen eigenen Parkplatz besitzen oder einen gemietet haben, können diesen während ihrer Abwesenheit anderen zur Verfügung stellen. Dazu müssen sich Nutzer über die Website von „Park2gether“ registrieren und dann dort die Zeiten eintragen, in denen der Parkplatz frei ist. Die Mieter wiederum können über die Website oder eine App für Smartphones die Parkplätze buchen. "Berlin bietet ein innovatives Umfeld", sagt Meltem Aytac, die Projektleiterin von "Park2gether". "Die Menschen hier sind offen für neue Mobilitätsprojekte."

Suche nach genügend Parkplätzen

Doch zunächst muss für das Vorhaben eine "kritische Masse" an Parkplatz-Angeboten gesammelt werden. Dazu durchforsten derzeit Scouts von "Park2gether" die Innenstadtbezirke nach möglichen Vermietern von Parkplätzen. "In manchen Bezirken ist das relativ einfach, in anderen richtig schwierig", berichtet Aytac. Das Entgelt, dass die Parkplatzbesitzer dann für ihren Stellplatz nehmen, können sie selbst bestimmen. Bei abgeschlossenem Geschäft gehen 25 Prozent der Einnahmen an "Park2gether". Aber was tun, wenn es zu Problemen kommt? Wenn der Mieter sein Auto beispielsweise nicht rechtzeitig vom Parkplatz entfernt? Dazu bauen die Macher des Projekts auf die gute Absicht aller Beteiligten. "Wir haben eine Hotline eingerichtet, mit der wir unseren Kunden behilflich sind", sagt Aytac. Alle Schwierigkeiten werde man nicht lösen können, aber für den größten Teil der Probleme möchte "Park2gether" Antworten parat haben.

Dazu sollen im kommenden halben Jahr, so lange ist der Pilotversuch angelegt, Erfahrungen gesammelt werden. Gänzlich neu ist die Idee nicht. Mit parkplace.de oder parkinglist.de gibt es bereits Anbieter für Parkplatz-Sharing. Allerdings ist bei denen das Angebot für Berlin sehr überschaubar. Ab Anfang November wird sich zeigen, ob Daimler mit "Park2gether" da mehr Erfolg hat. Dann steht die App, zunächst für iOS, zur Verfügung. Ab dann kann geteilt und gemietet werden.

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Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

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