Peugeot : Sauber zur Messe

Beim CO2-Ausstoß gilt Peugeot als Musterknabe. Auf der IAA zeigen die Franzosen einen Hybriden und den neuen Van 5008

Rainer Ruthe

Schon heute bläst jeder zweite in Europa zugelassene Peugeot nicht mehr als 130 Gramm CO2 in die Luft. Damit haben die Franzosen derzeit die grünste Flotte am Markt. Und ab sofort kann der neue 207 mit 99g Emission bestellt werden, der nur 3,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer verbrauchen soll (ab 16 500 Euro).

Ende 2010 kann man bei Peugeot sogar rein elektrisch und damit emissionsfrei fahren: iOn heißt der Umweltstar, der auf der IAA erstmals der Weltöffentlichkeit gezeigt wird. Er wurde in Zusammenarbeit mit Mitsubishi entwickelt, ist faktisch der technische Bruder des i-MiEV. Die Leistung der Lithium-Ionen-Batterien des 3,48 Meter kurzen Stadtwägelchens (Wendekreis nur 4,5 Meter!) reicht für eine Fahrtstrecke von bis 130 Kilometer. Die Akku-Packs sollen an einer herkömmlichen Steckdose in sechs Stunden vollständig oder dank eines neuartigen Schnelladesystems in 30 Minuten zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden können. Der E-Motor – 64 PS stark, 180 Newtonmeter Drehmoment – bringt den Viersitzer immerhin bis auf Tempo 130. Peugeot ist übrigens bis heute der Hersteller, der weltweit die meisten Elektroautos verkauft hat: Von 1995 bis 2003 wurden vom 106 Electric 3500 Stück abgesetzt.

Im Frühjahr 2011 startet der 3008 Hybrid4, der ebenfalls nur 99 Gramm CO2 pro 100 Kilometer emittiert, mit seinem interessanten Konzept: Vorn treibt ein 163 PS starker Diesel die Vorderräder an, wie gehabt. Im Heck sitzt ein 37 PS starker E-Motor, der für die Hinterräder zuständig ist. Je nach Einsatzart (Stadt- oder Überlandfahrt) arbeiten Diesel- oder E-Motor entweder getrennt oder zusammen. Der 3008 wird bei Bedarf so zum Allradler. Und weil bei diesem Konzept der Vorderwagen nicht verändert werden muss, können zum einen verschiedene Motoren eingesetzt werden, und zum anderen halten sich die Kosten in Grenzen. Das Beste: Dieses schlaue Konzept funktioniert nicht nur in einer großen Familienkutsche, sondern genauso gut in einem Sportwagen.

Im RCZ zum Beispiel, der ebenfalls seine Weltpremiere feiert. Nur zwei Jahre nach der auf der vorangegangenen IAA ausgestellten Konzeptstudie zeigen die Franzosen nun die Serienversion des Coupés, das auf dem 308 basiert. Im Frühjahr 2010 soll der Konkurrent des Audi TT auf den Markt kommen. Angetrieben wird der 1,36 Meter flache 2+2-Sitzer mit reisetauglichem Kofferraum (321 bis 639 Liter nach Umklappen der Fondlehnen) vom 1,6 Liter mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung, der bereits im 207 RC und im Mini Cooper arbeitet. Im RCZ soll er statt 175 PS jedoch standesgemäße 200 PS leisten – gut für Tempo 230.

Und 37 Jahre nach dem Start des legendären 504 Familiale mit drei Sitzreihen und sieben Plätzen besinnt sich Peugeot wieder auf seine Tradition, eigene Siebensitzer anzubieten. Der 4,53 Meter lange Nachfolger des eher glücklosen Euro-Van 807 ist erstmalig in Frankfurt zu sehen: Er heißt 5008, und ist ein stattliches Auto: 16 Zentimeter länger als der 3008, den Bestseller VW Touran überragt er um zwölf Zentimeter. Dennoch wirkt er nicht massig. Im Innenraum bietet der 5008 drei Sitzreihen, zwei davon voll im Boden versenkbar, viel Platz für Mensch und Gepäck ( 579 bis 1754 Liter Ladevolumen) sowie feine Technik (Head-up-Display, Abstandswarner und eine Antriebsschlupfregelung mit Schnee-Funktion für leichteres Vorwärtskommen im Winter) und sparsame Motoren (Benziner mit 120 und 156 PS, Diesel mit 112 , 150 und 163 PS; Normverbräuche zwischen 5,4 und 6,8 Liter).

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