Pflege fürs Verdeck : Cabrio-Saison steht vor der Tür

Draußen liegt zwar noch Schnee, aber schon in vier Wochen könnten die Temperaturen tagsüber jenseits der zehn Grad liegen. Dann ist für viele wieder oben ohne angesagt. Bevor das Autoverdeck aber bald wieder häufiger zusammen- und auseinandergefaltet wird, braucht es daher besondere Pflege. Experten erklären, was vor dem Frühling zu tun ist.

Cabrio-Besitzer scharren nach dem langen Winter schon mit den Hufen. Bald beginnt die Cabrio-Zeit.
Cabrio-Besitzer scharren nach dem langen Winter schon mit den Hufen. Bald beginnt die Cabrio-Zeit.Foto: dpa

Endlich wieder offen fahren: Für Cabrio-Besitzer beginnt mit dem Frühjahr die schönste Zeit des Jahres. Bevor es losgeht, sind allerdings ein Funktionstest und die gründliche Pflege des Verdecks erforderlich. „Einen Vormittag sollte jeder Cabrio-Fahrer für sein Schätzchen erübrigen können“, sagt Thomas Schuster von der Kfz-Sachverständigenorganisation KÜS.

Die Pflege eines Stoffverdecks ist aufwendiger als die eines Kunststoffverdecks oder eines Klappdachs aus Aluminium, das in der Regel wie die übrige Karosserie gereinigt wird. Das Stoffdach brauche eine Vorreinigung mit lauwarmen Wasser und weicher Bürste oder Schwamm, um oberflächlichen Schmutz und Staub zu entfernen, sagt Schuster. Vom Einsatz eines Hochdruckreinigers rät er ab: „Die Imprägnierung wird dabei zerstört.“ Bei falscher Anwendung sind sogar Schäden am Material möglich. Stoffverdecke sollten entlang des Gewebes und nur in eine Richtung gebürstet werden. „An Übergängen zum Fahrzeuglack aufpassen, um die Lackschicht nicht zu beschädigen.“ Für die eigentliche Wäsche taugt am besten ein lösungsfreier Reiniger, sagt Schuster. Er empfiehlt: Das Mittel sparsam und gleichmäßig auftragen, dann die Dichtungen an Scheiben und Rahmen reinigen, dort haben sich im Winter häufig Salzreste angesammelt. Zuletzt mit lauwarmem Wasser abspülen und das Verdeck trocknen lassen - aber besser nicht in der prallen Sonne. Und nicht zu kurz: „Ein feucht eingerolltes Verdeck modert und schimmelt“, warnt Schuster.

Betriebsanleitung beachten

Auf den Auflageflächen des Verdecks auf der Karosserie können sich im Winter Salzkrusten und Dreck gebildet haben. „Die wirken wie Schmirgelpapier, das ist schlecht für Lack und Dichtungen“, erklärt Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. Generell empfehle es sich, die Dichtungen zu Front- und Seitenscheiben zu reinigen und mit einem Pflegemittel zu behandeln.

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Thiemel rät Cabrio-Besitzern, sich bei der Reinigung des Verdecks an die Betriebsanleitung des Wagens zu halten. „Das Pflegemittel hängt immer vom Verdeckmaterial ab. Wenn Sie ein falsches Mittel auftragen, kann es schlimmstenfalls zu Beschädigungen kommen.“ Cabrio-Fahrer säubern am besten auch die Persenning. „Die wird im Winter oft nur in den Kofferraum geworfen.“ Und KÜS-Experte Schuster empfiehlt noch, den Verdeckkasten mit einem Staubsauger auszusaugen und mit einem feuchten Lappen auszuwischen.

Test mit der Gießkanne

Auch der Dichtigkeit des Verdecks gebührt Aufmerksamkeit. Sonst könnten Cabrio-Fahrer beim ersten Platzregen eine böse Überraschung erleben, warnt Thiemel. Er rät zum vorsichtigen Test mit der Gießkanne. Laufe dabei Wasser innen an den Scheiben herunter, müsse das Dach womöglich in einer Werkstatt nachjustiert werden.

Die Imprägnierung eines Verdecks sollte erst aufgefrischt werden, wenn das Cabrio komplett gereinigt ist, sagt Cathrin von der Heide vom Automobilclub von Deutschland (AvD). Entsprechende Mittel gebe es für um die 15 Euro im Zubehörhandel. „Man kann das selbst machen, aber muss darauf achten, dass die Imprägnierung gleichmäßig aufgetragen wird.“ Außerdem müsse die zu imprägnierende Fläche absolut sauber sein. „Sonst
werden Schmutzrückstände mit versiegelt und sind dann kaum noch zu entfernen“, warnt Thomas Schuster.

Ausschalten, bevor es druchbrennt

Der AvD rät noch, den Schließmechanismus des Verdecks zu überprüfen. Ursache für verdächtige Geräusche beim Öffnen seien in aller Regel verbogene Gestänge, schwergängige Gelenke oder schwächelnde Elektromotoren. Arnulf Thiemel empfiehlt bei manuellen Dächern: „Wenn es irgendwo hakt, besser nicht weitermachen, das Verdeck wenn möglich schließen und in die Werkstatt fahren.“ Für elektrische Verdecke gelte: „Wenn es beim Ausfahren anfängt zu ruckeln oder brummen: schnell ausschalten, bevor etwas durchbrennt.“ Bleibt ein elektrisches Verdeck halb offen stehen, kann Thiemel zufolge die Notbedienung ein Ausweg sein. „Oder man versucht vorsichtig, das Verdeck manuell zu bewegen. Mit etwas Glück bringen laut dem AvD Silikonspray oder Fett die Mechanik wieder in Gang. Hilft das alles nichts, sollte das Auto stehen gelassen werden. Dann muss ein Mechaniker anrücken. Denn ein halboffenes Verdeck erzeuge selbst bei langsamem Fahren großen Luftwiderstand, sagt Thiemel. „Da kann ein großer Schaden entstehen.“ Außerdem sei es verboten, mit teilgeöffnetem Verdeck zu fahren.

Der ADAC-Sicherheitsexperte rät Cabrio-Fahrern außerdem, nicht gleich am ersten Frühlingstag mit Sonne, aber tiefen Temperaturen das Dach zu öffnen. „Durch die Kälte wird der Stoff schnell steif, das ist eine hohe Belastung für das Material.“ Es könnten Bruchstellen entstehen, die irgendwann aufreißen. „Bei normalen Außentemperaturen ist der Stoff dagegen schon sehr elastisch.“ Und das wahre Cabrio-Vergnügen entsteht
schließlich ohnehin erst, wenn der milde Fahrtwind den Sommer ankündigt.

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