Auto : Platzgebühr und faule Schätzung

Einige Händler tricksen beim Ankauf von Autos

Die meisten Autofahrer würden ihr gebrauchtes Fahrzeug lieber an einen Händler verkaufen und nicht an privat. Rund 57 Prozent bevorzugen den gewerblichen Käufer, ergab eine Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des Internet-Auktionshauses Ebay. Viele vermuten, bessere Konditionen zu erhalten, wenn sie bei demselben Händler ein neues Fahrzeug kaufen. Rund ein Drittel will mit dem Verkauf verbundene Formalitäten wie die Ummeldung lieber an einen Autohändler abgeben.

Generell gilt allerdings: Grundsätzlich sollten private Verkäufer das Fahrzeug immer unter Ausschluss der Sachmängelhaftung und der Gewährleistung verkaufen, erläutert Ulrich May, Verbraucheranwalt beim ADAC. „Oft hat der Händler seine eigenen Verträge, in denen diese Klausel nicht auftaucht“, sagt May. Viele Händler wollten ein Fahrzeug auch nur in Kommission nehmen. Hier kann es dann vorkommen, dass dem Verkäufer allerlei Kosten in Rechnung gestellt werden. „Stellplatzgebühren sind sehr häufig, aber auch Unsummen für die Reinigung des Fahrzeugs.“ Ein guter Händler verdiene dagegen einzig und allein am Verkauf, etwa über eine einmalige Kommissionsgebühr.

Ein weiterer Trick, auf den sich ein Verkäufer nicht ohne weiteres einlassen sollte, ist die sogenannte Schätzwertklausel: Mit dem Händler wird ein Kaufvertrag geschlossen, ein konkreter Kaufpreis aber dem Vorschlag eines Schätzers überlassen. Oft sei dieser mit dem Händler gut bekannt und lege den Preis an der absoluten Untergrenze fest. „Da bekommt man dann statt 20 000 plötzlich nur noch 11 000 Euro“, sagt May.

Kommt ein unbekannter Händler von sich aus auf den Verkäufer zu, ist laut May ebenfalls Vorsicht geboten. Oft finden Autofahrer an ihren Wagen kleine Zettel mit Aussagen wie „Kaufe jedes Fahrzeug“ oder ähnlich: In diesen Fällen werde manchmal mit teuren Hotlines Kasse gemacht. Auch würden in der Regel zu niedrige Preise geboten. „Ein gutes Geschäft macht man da mit Sicherheit nicht.“ Stutzig werden sollten Gebrauchtwagenverkäufer auch dann, wenn sich auf ihre Anzeige Händler aus großer Entfernung melden. Der Trick in diesem Fall: Oft sagten sie am Telefon einen hohen Preis zu – wenn der Verkäufer dann aber erst einmal 200 bis 300 Kilometer zum Treffpunkt gefahren sei, wolle der Händler plötzlich viel weniger zahlen. Laut der Umfrage unter 1000 Bundesbürgern glauben übrigens 77 Prozent, dass sie bei einem Privatverkauf einen höheren Preis erzielen könnten. „Das würde ich nicht unbedingt unterschreiben“, schränkt Maximilian Maurer vom ADAC ein. „Ein Händler bietet manchmal sehr gute Konditionen – vorausgesetzt, dass Sie bei ihm ein neues Fahrzeug kaufen.“ dpa

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