Porsche Cayenne : Manchem Wirt reichen sechs Töpfe

Porsche erneuert auch die V6-Ausgabe des Cayenne.

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Nach gutem Anlauf vor sieben Jahren tut sich in Zeiten ökologischer Nachhaltigkeitsdiskussion Porsches Dickschiff nun schwer: Um fast ein Viertel sind die Verkäufe des Cayenne eingebrochen. Nun soll’s die zweite Generation des großen SUV richten.

Obwohl sie minimal größer wurde, wirkt sie filigraner; ist 180 Kilogramm leichter geworden. Das Trumm aus Leipzig fährt sich spürbar handlicher; selbst auf kurvigem Geläuf. Die künftige zehnte Marke im VW-Konzern setzt vor allen auf die Sechszylinder ihre Hoffnung. Die Modelle mit V6-Motoren – wieder von VW, wie bei der Premiere vor zwei Jahren – werden nur wenige Wochen nach Präsentation den V8-Topversionen nachgeschoben. Eine Ansage. Denn mit ihnen sinkt der Kraftstoffverbrauch des Cayenne immerhin um gut 20 Prozent.

Der 3,6-Liter-Benziner (in der Preisliste verzeichnet ab 55 431 Euro) mit strammen 300 PS wuchtet 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Er klingt ein bisschen nach V8, soll „nur“ 11,2 Liter verbrauchen. Wir sind dieses Modell mit der neuen Achtgangautomatik und Start-Stopp-Einrichtung (2642 Euro Aufpreis) gefahren, welche 1,3 Liter weniger konsumieren soll. Wir kamen auf 12,7 Liter im Alltag. Sehr viel besser kann es der überarbeitete Diesel (zu haben ab 59 596 Euro), der jetzt ebenfalls die Euro-5-Abgasnorm erfüllt. Bei gleicher Leistung von 240 PS und einem stattlichen Drehmoment von 550 Newtonmetern verspricht Porsche nun einen Normverbrauch von 7,4 statt früher 9,3 Litern Diesel. Wohlgemerkt für einen SUV, der 2,1 Tonnen wiegt, bei Bedarf in 7,8 Sekunden von Null auf Tempo 100 sprintet und bis zu 218 km/h schnell ist. Wir verbrauchten reale 8,2 Liter – fürwahr ein erstaunlich guter Wert.

Es ist schon bemerkenswert, wie souverän dieser kräftige zudem sehr gut gedämmte Diesel mit dem Cayenne und der Achtgangautomatik zusammenspielt. Mit diesem Modell gewinnen clevere Cayenne-Interessenten mit dem nötigen Kleingeld gleich zweimal: Sie gönnen sich dank vertretbarem Verbrauch einen Brummer mit blassgrünem Feigenblättchen, und sie sparen gut 12 000 Euro gegenüber den durstigen V8-Benzinmodellen, die in heutiger Zeit auch nicht mehr die Welt schneller sind.

Rainer Ruthe

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