Porsche Panamera S E-Hybrid : So schnell kann’s gehen

Im internen Duell bei Volkswagen um die technologische Speerspitze geht es zwischen Zuffenhausen und Ingolstadt hart zur Sache. Audi redet und redet – doch Porsche hat schon jetzt einen E-Hybriden zum Aufladen in Serie.

von
Auf der Überholspur: Mit dem Porsche Panamera S E-Hybrid haben die Zuffenhausener Audi die Rücklichter gezeigt.
Auf der Überholspur: Mit dem Porsche Panamera S E-Hybrid haben die Zuffenhausener Audi die Rücklichter gezeigt.Foto: Hersteller

Wenn die Geschichte stimmt, ist sie geeignet, das Verhältnis der Konzernschwestern untereinander zu illustrieren: Vor einigen Monaten habe Audi angerufen bei Porsche und sich aufgeregt schlau gemacht: Ob der neue "Panamera S E-Hybrid" im Sommer wirklich schon in Serie gehe? Ja, er geht – ein spannendes Angebot für Enthusiasten, die das Geld und den Willen haben, in ein alternatives Meisterstück 110 409 Euro aufwärts zu stecken.

Während Audi hart an seinem Ruf als Ankündigungs-Weltmeister arbeitet, hat Porsche heimlich, still und sauber ganze Arbeit geleistet und den Porsche Panamera Hybrid zum Plugin weiterentwickelt. Parallel zu einem Facelift taucht damit das erste deutsche Serienauto an der Haushalts-Steckdose auf. Hier lässt es sich je nach Stromanschluss binnen zwei und vier Stunden aufladen. Danach fährt der Lulatsch zwischen 20 und 40 Kilometer ohne Sprit, ohne Lärm und ohne Emissionen.

Mit "E-Charge" wird geladen, bei "E-Power" kommt der Boost durch den Elektromotor hinzu.
Mit "E-Charge" wird geladen, bei "E-Power" kommt der Boost durch den Elektromotor hinzu.Foto: Hersteller

Notorische Skeptiker mögen das mickrig finden – für die allermeisten Fahrten ins Büro oder zum Tennis reicht es dicke. Geht die Tour weiter, zeigt das Porsche Flaggschiff im (freiwilligen) „E-Charge“- Modus, wozu modernstes Motor- und Speichermanagement imstande ist: Der Elektromotor fungiert als Generator und lädt die Lithium-Ionen-Batterie sukzessive auf, ohne dass der Fahrer wirklich darunter leidet. Wie schnell das auf der Autobahn und über Land geschieht, hätten wir nicht für möglich gehalten, wenn wir es nicht selbst probiert hätten. Nach 100 Kilometern Fernstraße war unsere Batterie wieder zu 95 Prozent geladen – genug Saft, auf dem Heimweg wieder elektrisch und stolz durch die Stadt zu rollen.

Bei "Sport" hat der Idealismus Pause

Der Porsche Panamera S E-Hybrid ist mit mindestens 110 000 Euro eher was für Enthusiasten. Aber Porsche zeigt, was möglich ist.
Der Porsche Panamera S E-Hybrid ist mit mindestens 110 000 Euro eher was für Enthusiasten. Aber Porsche zeigt, was möglich ist.Foto: Hersteller

Natürlich lässt sich der alternative Gran Turismo auch extrem sportlich oder gar brachial bewegen. Drückt der Fahrer vehement aufs Gaspedal, verbünden sich der 95 PS starke E-Motor und der 333 PS starke V6-Kompressor. Gemeinsam produzieren sie dann gewaltige 590 Newtonmeter Drehmoment. Tastet man in der Mittelkonsole "Sport", haben Hybrid und Idealismus Pause. Jetzt fühlt sich alles pur nach Porsche an. Der Fahrer hat es also in der Hand – wobei er sich nicht mal selbst kasteien muss, um dauerhaft Verbräuche von sechs, sieben Litern zu realisieren.

Die Gebeutelten: Mittel- und Oberklasse auf Talfahrt
Götterdämmerung in der Mittelklasse, Boom bei den Kleinen: Der Automarkt in Deutschland zeigt sich zwar relativ robust, aber die Gewichte verschieben sich. Große Fahrzeuge sind immer weniger gefragt, kleine Autos hingegen gewinnen an Bedeutung.Weitere Bilder anzeigen
1 von 32Foto: dpa
07.01.2013 19:06Götterdämmerung in der Mittelklasse, Boom bei den Kleinen: Der Automarkt in Deutschland zeigt sich zwar relativ robust, aber die...

Angesichts des formidablen E-Hybrid gehen andere Neuerungen der zweiten Generation des Porsche Panamera fast unter. So gibt es jetzt auch eine Langversion, die im Fond mehr Platz und den Chinesen damit mehr Kaufanreiz liefert. Geschadet hat die Streckbank nicht, vor allem, weil das Auto dank breiterer Heckscheibe und herunter gesetztem Nummernschild nun stimmiger ausläuft. Technisch fällt unter den zehn Derivaten vor allem der neue Turbo auf – mit kleinerem Hubraum (3 statt vorher 4,8 Liter), aber mehr Leistung (420 statt 400 PS). Unterwegs macht der unbändige Biturbo die Schrumpfkur vom V8 zum V6 vergessen. Downsizing geglückt. (dpa)

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

10 Kommentare

Neuester Kommentar