Portrait I: : Die Karriere des VW California

Die Extrem-Tour von Joachim Franz kam für VW pünktlich im Jubiläumsjahr: Vor 20 Jahren, im Jahr 1988 hatte der Hersteller auf dem Caravan-Salon in Essen zum ersten Mal ein Wohnmobil aus Werksproduktion vorgestellt: den ersten „California“, seinerzeit noch auf Basis des eckigen letzten Heckmotor-VW-Bus mit der Typbezeichung „T3“.

Aufstelldach, Klappsitzbank, Küchenzeile und weitere Sonderausstattungen sollten Campern das Leben möglichst komfortabel machen, den Grundpreis hatte VW gerade noch unter der 40 000-Euro-Marke halten können. Rund 22 000 Käufer mochten sich ein Leben mit der ersten „California“-Version vorstellen, bevor sie 1990 vom Nachfolger auf Basis des „T4“ abgelöst wurde.

Allerdings wunderten sich seinerzeit nicht wenige, dass Volkswagen erst so spät auf die Idee mit dem eigenen Wohnmobil kam. Denn schon kurz nach der Präsentation des Ur-VW-Bus hatten sich die ersten Nachrüster daran gemacht, den „Bulli“ zur fahrbaren Schlafstatt umzurüsten. Westfalia etwa, deren Modelle schon in den Fünfzigern auf den Campingplätzen zu sehen und zeitweise auch direkt beim VW-Händler zu ordern waren. Hubdach und hochwertige Innenausstattung machten sie zum langjährigen Gefährten vieler Familien – und heute zum gesuchten Oldtimer für Campingfreunde, gerade dann, wenn der Ausbau die Jahre original überstanden hat.

Auch andere, wie Weinsberg, Reimo und Carthago, hatten Camping-Bullis im Programm. Und Dehler, eine Firma, die eigentlich vom Yachtbau lebte, schuf in den Achtzigern mit dem „Profi“ den Über-VW-Campingbus: Falls gewollt mit Dusche, Schlaf- und Büroausstattung nebst Fax und Fernseher und manchmal mit dem bärenstarken V6-Wasserboxer von Oettinger im Heck, der bis zu 180 PS bereitstellte. Wer bei den Extras nicht sparte, konnte den Preis seines Dehler seinerzeit bis weit über die 100 000-Mark-Grenze treiben. Da nehmen sich die rund 40 000 Euro, die die Franz’schen Expeditionsfahrzeuge anno 2008 gekostet haben dürften (ohne Fahrwerk und Expeditionsausrüstung), fast wie ein Sonderangebot aus.

Aber es geht auch noch billiger. Viel billiger. Denn das andere Extrem markiert eine Umbauvariante, die sich heute immer noch auf vielen Fernstraßen und Festivals findet. Man nehme: einen alten Bulli aus den Kleinanzeigen, Matratze, Gardinen, Campingkocher – fertig. Tsp

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