Auto : Praktisch auch ein Fünfer

Die Japaner starten an diesem Wochenende die zweite Generation des Familien-Vans Mazda 5 – und legen den Einstiegspreis tiefer

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Sowas gibt’s ganz selten: Das Design des neuen Kompakt-Vans kommt gerade in den Handel und ist im Hause Mazda schon ein Auslaufmodell (siehe Kasten). Doch ohnehin muss jeder für sich selbst erkunden, ob er mit dem Riesenschlund und den auffälligen Wellenbögen in den Flanken zurechtkommt. Gleichwie – neben der neuen Form ist so einiges neu an diesem Auto, dessen Vorgänger bei vielen Familien einen guten Ruf hat.

Die zweite Generation von Mazdas Fünfer geht mit der Zeit, hat abgespeckt: Sie ist gut 100 Kilogramm leichter geworden, obwohl sie trotz gleichem Radstand von 2,75 Metern acht Zentimeter länger wurde. Mit einem Maß von 4,59 Metern reiht sich der Mazda 5 ein zwischen dem neuen VW Touran (4,40 Meter) und dem größeren Sharan (4,85 Meter). Übrigens: VW hat beim Sharan nun von Mazda abgeschaut – nämlich dessen Schiebetüren. Der Mazda 5 startete 2005 als erster Kompakt-Van mit diesen praktischen Portalen. Und die wurden jetzt verfeinert: neue Sensoren sorgen dafür, dass sie beim kleinsten Gegendruck den elektrischen Rückzug antreten und in ihre Ausgangsposition zurückfahren (nur für Topmodell Sports-Line) – Eltern müssen also keine Angst um ihre Kinder haben.

Im Inneren weiß der Neue mit edleren Materialien, besserer ergonomischer Bedienung und höherem Komfort zu gefallen. So ist das Info-Display im Cockpit höher angeordnet, liegt damit besser im Blickfeld des Fahrers. Der schaut beim 150-PS-Benziner auf eine gut sichtbare große Schaltanzeige. Beim Basisbenziner verzichtet Mazda leider darauf, ebenso wie auf das Start-Stopp-System, das im großen Benziner übrigens sehr gut funktioniert.

Bei den vorderen Sitzen haben sich die Japaner die vielfache Kritik zu Herzen genommen und die Vordersitzlehnen verbreitert, so dass auch stärkere europäische Naturen uneingezwängt sitzen können. Zudem wurde die Armlehne vergrößert. Der Komfortgewinn ist spürbar. Das gilt auch für eine stark verbesserte Geräuschdämmung, die diesen Mazda 5 zu einem angenehmen Reisewagen für die Familie macht. Am spürbarsten ist der Unterschied zum Alten jedoch bei der Federung. Dank höherer Karosseriesteifigkeit und stark überarbeiteter Radaufhängungen soll der Mazda 5 nun die Philosophie des Toitu-Kan rüberbringen. Zu Deutsch ein harmonisches lineares Fahrgefühl ermöglichen. Lassen wir mal die fernöstliche Philosophie außen vor: Dieses Auto federt jetzt wirklich sehr harmonisch. Ein Gleiter vor dem Herrn. Und ohne störende Wankeinlagen. Selbst in flotten Kurven. Die leichtgängige Lenkung agiert allerdings recht spitz für so ein Familienauto. Aber Mutti wird sich freuen, dass die Kupplung jetzt nicht mehr so schwer geht.

Leider stehen zum Marktstart nur zwei Benziner zur Verfügung (siehe Kasten). Wir sind beide gefahren; und wir entscheiden uns klar für den neuen Direkteinspritzer-Benziner mit 150 PS. Trotz der heftigen 1400 Euro Aufpreis. Der 115-PS-Saugrohreinspritzer wirkt im Drehzahlkeller viel lethargischer, tut sich fühl- und hörbar schwerer, um auf Trab zu kommen. Und er klingt rauer. Auch beim realen Verbrauch ist der Stärkere der Bessere: 7,9 zu 8,6 Liter Super auf unserer Testrunde, laut Bordcomputer. Ärgerlich: Dieselfans müssen noch bis Anfang 2011 warten (siehe Kasten), erst dann kommt der PSA-Diesel mit 115 PS (ab 22 290 Euro).

Apropos Preise: Das Beste kommt zum Schluss: Der neue Mazda 5 startet als fünfsitziger Prime-Line mit 115 PS, Sechsganggetriebe, Klima und CD-Radio schon ab 19 990 Euro, ist damit gut 2500 Euro günstiger als der Vorgänger. Für das empfehlenswerte 150-PS-Modell müssen mindestens 23 690 Euro ausgegeben werden, denn das bietet Mazda erst in der teureren Center-Line-Ausstattung mit sieben Sitzen an. Aber Achtung: Nur wer bis 31. Dezember kauft, darf sich über diese Preise freuen. Am 1. Januar erlischt der Sonderstartbonus von 500 Euro.

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