Preis für schnelle Unfallhilfe : "Held der Straße 2014" in Berlin gekürt

Er rettete ein schwer verletztes Unfallopfer durch schnelles und überlegtes Eingreifen - nun ist LKW-Fahrer Sascha Högemann in Berlin zum "Held der Straße 2014" gewählt worden. Die Aktion wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt - und hat ein besonderes Ziel...

David-Emanuel Digili
Ausgezeichnet: Högemann (r.) mit Staatssekretärin Katherina Reiche und George Rietbergen von Goodyear Dunlop.
Ausgezeichnet: Högemann (r.) mit Staatssekretärin Katherina Reiche und George Rietbergen von Goodyear Dunlop.Foto: Promo

Es ging um Sekunden, als Sascha Högemann im vergangenen April gefragt war. Der Trucker beobachtete auf der Autobahn A30 zwischen Lotte und Laggenbeck direkt vor sich den schweren Unfall eines Kollegen, der mit seinem Laster in einen am Stauende auf der Nebenspur stehenden Kipplaster gekracht war. Högemann handelte geistesgegenwärtig und stellte seinen eigenen LKW quer vor die Unfallstelle, um weitere Kollisionen zu verhindern. Dann trat der 28-Jährige die Frontscheibe aus der eingedrückten Fahrerkabine des Unfall-Lasters und leistete dem eingeklemmten 78-Jährigen Fahrer erste Hilfe. Um einen Brand im bereits qualmenden LKW zu verhindern, kappte Högemann dazu die Diesel-Saugleitung und konnte den Motor abstellen.

"Insgesamt war es eine Sache von vielleicht 15 Minuten, ehe die Rettungskräfte eintrafen", erzählte Högemann am vergangenen Dienstag in Berlin. Der 28-Jährige wurde für seine Glanztat zum "Held der Straße 2014" gekürt - eine gemeinsame Veranstaltung vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Reifenhersteller Goodyear, Hyundai und weiteren Unternehmen. So soll das öffentliche Bewusstsein für Sicherheit und schnelle Hilfe im Straßenverkehr geschärft werden. Neben der Trophäe erhielt Högemann ein brandneues Hyundai i30 Coupé.

Retter: Högemann mit der Trophäe für den "Held der Straße 2014".
Retter: Högemann mit der Trophäe für den "Held der Straße 2014".Foto: Promo

3339 Verkehrstote im Jahr 2013

"Herr Högemann hat durch sein couragiertes und entschlossenes Eingreifen Schlimmeres verhindert. Er bewahrte in einer Unglückssituation kühlen Kopf. Sein selbstloser Einsatz für andere Verkehrsteilnehmer verdient größten Respekt", erklärte Staatssekretärin Katherina Reiche in ihrer Ansprache. "Im vergangenen Jahr gab es 3339 Verkehrstote in Deutschland - jeder einzelne davon ist einer zu viel." Die Zahlen für 2014 stehen noch aus. Die "Helden" jedes einzelnen Monats des Jahres standen zur Wahl - den Preis verdient gehabt hätten sie alle: So rettete Busfahrer Thorsten Stühler im Januar eine Autofahrerin auf der A7, die nach einer Kollision schwer verletzt auf die Fahrbahn geschleudert wurde. Stühler stellte seinen Reisebus quer über die beiden Fahrbahnen und leistete sofort erste Hilfe. Oder Florian Thurm, der auf der A21 einen Geisterfahrer mit Lichtsignalen zum Stehen bringen konnte und so Schlimmeres verhinderte.

Högemann bekam neben der Trophäe zusätzlich die Schlüssel zu einem brandneuen Hyundai i30 überreicht. Reiche hofft auf eine Signalwirkung durch das Projekt: "Es ist ungemein wichtig, dass sich alle Verkehrsteilnehmer umsichtig, rücksichtsvoll und hilfsbereit verhalten."

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