Premiere des neuen Porsche 911 RSR : 50 Jahre und kein bisschen langsam

Es gibt viele Comebacks, aber nur selten kehren Legenden zurück. Mit dem Team Manthey schickt Porsche zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder ein Werksteam bei einer Langstrecken-WM an den Start. Dahinter steht das große Ziel, der Klassiker in Le Mans.

von
Die Spannung ist groß in Le Castellet. Wie wird es aussehen, das neue Auto für das Werksteam von Porsche? Klar, ein 911er wird es sein. Aber es gibt so viele Details.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Porsche
12.04.2013 16:04Die Spannung ist groß in Le Castellet. Wie wird es aussehen, das neue Auto für das Werksteam von Porsche? Klar, ein 911er wird es...

Die Männer machen es spannend. Unter einer weißen Persenning sind schon die klassischen Porsche-Autokonturen zu erkennen. Doch wie sieht er aus, der neue 911 RSR, mit dem in diesem Jahr die Zuffenhausener mit dem Werksteam Porsche AG Team Manthey in der GTE-Klasse der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft antreten wollen? Der Bolide steht in der Box im Fahrerlager auf der südfranzösischen Rennstrecke Circuit Paul Ricard in Le Castellet. Zu der Weltpremiere des 911 RSR, der siebten 911-Generation, hat Porsche nicht nur deutsche Journalisten nach Südfrankreich eingeladen: Auch nationale und regionale französische Fotografen und Kameraleute postieren sich um das Auto. „Seit 15 Jahren sind wir wieder mit einem Team in einer Weltmeisterschaft aktiv“, sagt Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen. Er spricht von einem „hochemotionalen“ Moment. Und dann ist es soweit.

Nach 15 Jahren hat Porsche endlich wieder ein Werksteam bei der Langstreckenweltmeisterschaft dabei.
Nach 15 Jahren hat Porsche endlich wieder ein Werksteam bei der Langstreckenweltmeisterschaft dabei.Foto: Porsche

Die sechs Werksfahrer Timo Bernhard (Bruchmühlbach-Miesau), Jörg Bergmeister (Langenfeld), Marc Lieb (Ludwigsburg), Richard Lietz (Österreich), Patrick Pilet und Romain Dumas (beide Frankreich) enthüllen das Rennauto, das sein endgültiges Design erst ein paar Tage vor der Premiere „aufgelegt“ bekam. Die Farben weiß, schwarz, rot überwiegen bei dem Boliden, der von den Ingenieuren pünktlich zu einem weiteren Jubiläum entwickelt wurde. Der Porsche 911 wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, was bei den beiden Fahrzeugen mit den Startnummern 91 und 92 von oben auch deutlich zu erkennen ist. Aus der Vogelperspektive sind die Zahlen 50 und 911 zu sehen. Mit den beiden Fahrzeugen will Porsche an diesem Wochenende zum WEC-Auftakt in Silverstone an den Start gehen.

Schnellwechsel für Karosserieteile  

Der 460 PS starke 4-Liter-Sechszylinder-Boxermotor wurde vom Vorgänger 911 GT3 RSR übernommen und optimiert. Das Renngetriebe dagegen ist eine Porsche-Neuentwicklung. Die sechs Gänge werden über Wippen am Lenkrad geschaltet. Auch der Radstand ist um zehn Zentimeter länger, der Fahrzeugschwerpunkt deutlich tiefer als beim Vorgänger. Damit will Porsche die Nachteile eines Heckmotors dämpfen.

Ruhe vor der Fahrt: Timo Bernhard vor der Box beim Warten auf den Fahrerwechsel.
Ruhe vor der Fahrt: Timo Bernhard vor der Box beim Warten auf den Fahrerwechsel.Foto: Porsche

Wer ein Auto zum Langstreckenrennen baut, muss auf Motor, Leichtbau, Gewichtsverteilung, Aerodynamik und Servicefreundlichkeit achten. Für die Fahrer ist eine verbesserte Klimatisierung im Innenraum konzipiert worden. Gemeinsam mit den Entwicklungsingenieuren haben die Porsche-Profis auch die Anordnung der Schalter auf dem Lenkrad sowie die zum Fahrer geneigte Mittelkonsole entwickelt. Zur Servicefreundlichkeit gehört auch das Schnellwechselkonzept der Karosserieteile: Fronthaube, Heckschütze und Bugteil können in Sekunden ausgewechselt werden. Überhaupt die Karosserie: Sie ist in Zuffenhausen gebaut worden, alle Anbauteile sind aus Kohlefaser: Kotflügel, Front- und Heckhaube, Türen, Unterboden, Radhausverkleidungen, Heckflügel. „Das ist ein komplett neues Auto, während der Motor weitgehend vom Vorgänger übernommen wurde“, sagte ein Sprecher.

Angriff auf Ferrari und Aston Martin

Le Castellet zählt zu den teuersten Rennstrecken Europas. Sie gehört Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Die Teams haben auch in der Dämmerung und Dunkelheit die tiefen Kurvenlichter getestet, die für mehr Sicht und Sicherheit sorgen sollen.

Bei den ersten Tests war er schnell, der neue Porsche 911er. Ist er auch im Rennen schnell?
Bei den ersten Tests war er schnell, der neue Porsche 911er. Ist er auch im Rennen schnell?Foto: Porsche

Der 911-er mit der  Startnummer 92 ist mit Marc Lieb und Richard Lietz besetzt. Unterstützt werden sie bei den ersten beiden Rennen in Silverstone (14.4) und Spa (4.5.) sowie beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans (22.6.) von Romain Dumas. Startnummer 91 wird von dem Team Jörg Bergmeister und Patrick Pilet gefahren. Timo Bernhard wird die beiden in den ersten drei Rennen unterstützen. „911 ist einfach Racing“, sagt Motorsport-Chef Kristen. Klar ist, dass Porsche die Werkteams von Ferrari und Aston Martin angreifen wird. Und der GTE Pro steht ein knallharter Dreikampf zwischen Ferrari, Porsche und Aston Martin ins Haus: Fast alle Fahrzeuge sind Alle Fahrzeuge sind mit Werkprofis besetzt. Für Ferrari fahren die früheren Formel-1-Piloten Gianmaria Bruni und Giancarlo Fisichella sowie Kamui Kobayashi und Toni Vilander. Für Aston Martin gehen Darren Turner, Stefan Mücke und Bruno Senna an den Start.

WEC ist eine tolle Mischung

Was machen nach den drei Rennen Bernhard und Dumas, die viele Prototypen gefahren sind? 2014 wird Porsche mit dem LMP1-Prototypen gegen Audi und Toyota antreten. Das Rollout ist für Mitte des Jahres geplant. Offiziell wird das von Porsche noch nicht bestätigt, aber Dumas und Bernhard werden mit dem Prototypen 2014 um den Gesamtsieg kämpfen.

Fliegender Wechsel der Reifen: Zwar müssen die Teams nicht so schnell sein wie beispielsweise in der Formel 1. Aber dennoch muss jede Handgriff sitzen und es darf kein Fehler passieren.
Fliegender Wechsel der Reifen: Zwar müssen die Teams nicht so schnell sein wie beispielsweise in der Formel 1. Aber dennoch muss...Foto: Porsche

Die WEC ist für Sportwagen-Hersteller eine „tolle Mischung aus Traditionsrennstrecken und dem Präsentieren in wichtigen Märkten“, sagte ein Sprecher. Mit der Weltmeisterschaft könne man sich „überall auf der Welt präsentieren“. Nach Silverstone, Spa, Le Mans zieht die Rennkarawane Anfang September weiter nach Sao Paulo (1.9.). Dann folgen die Sechs-Stunden-Rennen „Circuit of the Americas“ (22.9.), die Sechs-Stunden-Rennen in Fuji (20.10) und Shanghai (10.11.) und Bahrain (30.11.).

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben