Premiere des neuen Smart : Der Kleine mit der großen Nase

Daimler hat die kommende Generation des Smart vorgestellt. Auch als Viersitzer wird es das Modell jetzt wieder geben.

Kai Kolwitz
Gut erkennbar: Trotz breiterer Spur und neuer Front bleibt der kommende Fortwo eindeutig ein Smart.
Gut erkennbar: Trotz breiterer Spur und neuer Front bleibt der kommende Fortwo eindeutig ein Smart.Foto: Promo

Er hat jetzt eine richtige Schnauze bekommen. Und bulliger wirkt er auch, das liegt daran, dass er bei gleicher Gesamtlänge nun eine zehn Zentimeter breitere Spur besitzt. Der Daimler-Konzern hat in dieser Woche erstmals den kommenden Smart vorgestellt, der ab November bei den Händlern stehen soll.

Es ist deutlich spürbar, dass die insgesamt dritte Generation des Modells als erwachsener wahrgenommen werden soll. Daimler verspricht ein komfortableres Fahrwerk, mit neu gestalteter Vorderachse und mehr Federweg als beim Vorgänger. Außerdem einige Assistenten und neue Motoren, von denen der stärkste dank Turbo auf 90 PS kommt – den kleinen Wagen dürfte das zu einem ausgesprochen agilen Gefährt machen.

Und auch als Forfour mit vier Sitzplätzen wird es den kommenden Smart wieder geben. Den ersten Versuch in dieser Richtung hatte man im Jahr 2006 nach gerade mal zwei Jahren mangels Käufern beendet. Damals war das Modell in Kooperation mit Mitsubishi gefertigt worden, nun ist Renault Partner beim neuen Forfour. Die Architektur samt Motor im Heck teilt er sich mit dem neuen Twingo.

Tradition: Den zweifarbigen Look hat man beibehalten.
Tradition: Den zweifarbigen Look hat man beibehalten.Foto: Promo

Wendigkeit und Ausstattung noch einmal verbessert

Die Familienähnlichkeit wollte man trotz allem nicht beschädigen: Das zweifarbige Design weist beide neuen Varianten unverkennbar als Fahrzeuge der Marke Smart aus. Auch Fortwo und Forfour sind einander sehr ähnlich – sieht man davon ab, dass der Zweisitzer 2,69 Meter misst und die Viersitzer-Version 3,49 Meter – ebenfalls noch sehr kurz.

Auch die Wendigkeit, wichtiges Kaufargument für die automobilen Winzlinge, wurde für die neuen Modelle noch einmal verbessert: Nach Werksangaben braucht der Fortwo nur noch knapp sieben Meter Platz, um zwischen zwei Bordsteinen den U-Turn zu schaffen, beim Forfour sind es immer noch sehr gute 8,65 Meter. Dabei haben die Entwickler dem Viersitzer außerdem ein respektables Laderaumvolumen verschafft: 975 Liter bei umgelegter Rückbank sind für einen Kleinwagen ein Wort, wer außerdem noch den Beifahrersitz flachlegt, lädt auch 2,20 Meter lange Dachlatten in den Wagen. Baumarkt, wir kommen, könnte man sagen.

Ein Seitenwindassistent als Serienausstattung sowie Abstandsradar und Spurhalte-Assistent als Extras sollen den Smart ebenfalls zum ernsthafteren Auto machen. Als Antriebe hat Daimler vorerst drei Motoren vorgesehen, die alle mit drei Zylindern arbeiten. Das vorläufige Einstiegsmodell mit einem Liter Hubraum gibt 71 PS an die Räder ab. Der Turbo liefert noch einmal 19 PS mehr, in einigen Monaten soll außerdem eine Basis-Variante mit 60 PS nachgeliefert werden. Geschaltet wird von Hand mit fünf Gängen oder mittels eines Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebes. Beide sind ebenfalls Neuentwicklungen, die die Schaltpausen der bisherigen Automatik hoffentlich vergessen lassen werden. Als Elektro-Mobil soll es den Smart wie schon die aktuelle Generation ebenfalls geben – allerdings hat Mercedes hier noch keine Details genannt.

Stil: Mehr Komfort, bis zu 90 PS Motorleistung und Assistenzsysteme sollen das Modell zu einem erwachseneren Auto machen.
Stil: Mehr Komfort, bis zu 90 PS Motorleistung und Assistenzsysteme sollen das Modell zu einem erwachseneren Auto machen.Foto: Promo

Fortwo für unter 11 000 Euro

Dafür gibt es Hinweise darauf, wie die Preise aussehen werden. Ein Fortwo mit dem 71-PS-Motor soll danach unter 11 000 Euro zu haben sein, für vier Türen und Sitze werden 600 Euro extra fällig. Nachdem der Smart ursprünglich als Verlustbringer gestartet war, betont Smart-Chefin Annette Winkler, die neue Generation werde von Anfang an profitabel sein – nicht zuletzt wegen der Kooperation mit Renault.

„Smart ist ein ganz wichtiger Baustein unserer Zukunftsstrategie“, betonte Konzernchef Dieter Zetsche bei der Premiere. Denn nicht nur als Gewinnbringer ist Smart für den Mercedes-Konzern wichtig: Im Jahr 2020 dürfen alle verkauften Neuwagen innerhalb der Europäischen Union im Schnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstoßen, ein Wert, von dem die Branche im Moment noch deutlich entfernt ist. Aber eine erfolgreiche Kleinstwagen-Baureihe würde Daimler helfen, den Schnitt zu drücken.

Erst recht dann, wenn sich der Smart auch elektrisch brauchbar verkauft. Sollte Mercedes außerdem auch noch Profit mit dem Modell machen – beschweren würde sich deshalb sicherlich niemand beim Hersteller.

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