• Profi-Check: Mit Sicherheit ins erste Auto Fahrzeugprüfung soll’s zum Führerschein geben

Auto : Profi-Check: Mit Sicherheit ins erste Auto Fahrzeugprüfung soll’s zum Führerschein geben

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Altes Schätzchen. Der erste Wagen ist oft ein günstiger Gebrauchter. Einen Fahrzeugcheck beim TÜV soll es bald zum Führerschein...

Er geht schnell und kostet nix. Und er kann Menschenleben retten. Oder mindestens die Geldbörse vor einer Fehlinvestition bewahren. Der Profi-Check vom TÜV Rheinland für Führerschein-Neulinge. Jeder Prüfling soll künftig bei seiner Fahrschule einen Gutschein für die TÜV-Aktion bekommen, die von der Landesverkehrswacht unterstützt wird.

Junge Fahranfänger starten häufig mit einem Gebrauchtwagen. Der ist billig, und wenn er beim noch ungewohnten Einparken mal einen Kratzer bekommt, ist es auch kein Drama. Anders sieht es mit der Technik aus. Oft gibt es bei älteren Gebrauchten erhebliche technische Mängel – ein Risiko für die Sicherheit, wenn es Bremsen, Reifen, Lenkung oder andere wichtige Baugruppen des Fahrzeuges betrifft. Zusammen mit der fehlenden Routine der Fahranfänger eine gefährliche Kombination.

Noch bevor der Neuling den Kaufvertrag unterschreibt, kann er künftig mit seinem ersten Wagen bei einer der elf Berliner TÜV-Prüfstellen vorsprechen. Die Profis brauchen dann kaum eine Viertelstunde, um die kritischen Punkte zu prüfen. Der Profi-Check verläuft ähnlich wie die Hauptuntersuchung. Stephan Griese vom TÜV an der Alboinstraße zeigt an einem 20 Jahre alten Golf II, wie es geht: „Wir begutachten erst den Innenraum; also Gurte, Sitze, Pedale. Dann checken wir das Äußere, von der Scheinwerfereinstellung bis zum Motorraum – mit allem Drum und Dran wie Bremsflüssigkeit, Ölstand, Batteriebefestigung.“ Nächste Station ist der Unterboden. Hier sieht der Profi sofort, ob es unerwünschte feuchte Stellen gibt. Mehr als 30 Punkte stehen auf der Prüfliste. Die junge Besitzerin des Golfs ist zufrieden. „Für 600 Euro ein ganz ordentliches Auto.“

Die Politik stellt sich hinter die Aktion. Die Europäische Union hatte sich bereits im Jahr 2003 zum Ziel gesetzt, die Zahl der Unfalltoten bis 2010 zu halbieren. In Deutschland starben im vergangenen Jahr 4467 Menschen im Straßenverkehr, das waren 482 weniger als im Vorjahr. Doch überproportional hoch ist das Risiko für junge Fahrer. 2008 verunglückten knapp 63 000 Pkw-Insassen von 18 bis 24 Jahren auf deutschen Straßen, über 750 davon tödlich. Deshalb wirbt auch Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer für den Profi-Check. „Ein Auto muss nicht teuer, aber sicher sein.“

Wer keinen Gutschein hat, zahlt für den Service 14,90 Euro.heid

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