Auto : Radikaler Wechsel

BMW will online-affine Kunden nicht länger zwingen, beim Autokauf in teure Hardware zu investieren.

von
Wir sind online.
Wir sind online.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der erste Hersteller reagiert und das Internet konsequent in seine Autos integriert. BMW hat für Ende des Jahres einen radikalen Systemwechsel angekündigt. Wer bekannte und neue Dienste von „Connected Drive“ nutzen will, ist anders als bislang nicht mehr gezwungen, mehr als 3000 Euro in das teure Navigations-Paket „Professional“ zu investieren. Fortan sollen Technik-Module für 350 Euro reichen, um unterwegs onlinebasierte BMW-Anwendungen oder Apps zu nutzen.

Kleiner Haken: Der Nutzer schließt eine Art Abo mit BMW für die Grundversorgung beziehungsweise einzelne Services ab. So kostet der Webzugang über das Fahrzeugdisplay und den i-Drive- Controller 100 Euro fürs erste Jahr – inklusive BMW-eigener Mobilfunkkarte fürs 3G-Netz. Während damit alle Kosten für das Googeln oder das Aufrufen von Börsen- oder Wetternews abgedeckt sind, müssen Sonderwünsche wie Musik-Streaming extra gebucht werden. Eine Flatrate kostet hier 390 im ersten und 220 Euro für jedes weitere Jahr; sie gilt nicht nur in Deutschland, sondern auch in sechs weiteren Ländern.

Im zweiten Strang der BMW-Strategie kommt dann ein neuer Webstore ins Spiel. Nach Vorbild von Google-Play oder Apples iTunes lassen sich Apps von BMW und Drittanbietern erwerben. Sie werden drahtlos im Auto installiert und ebenso upgedatet. Bereits verfügbare Beispiele sind Webradio, Zugänge zu Twitter, Facebook und anderen sozialen Diensten sowie eine Fernbedienung für die Standheizung. Dass über Cloud-Dienste auch Mail-, Kontakte- und Kalenderordner mit den Daten zu Hause oder auf dem Smartphone synchronisiert werden, versteht sich von selbst – dass man bei laufender Fahrt Texte diktieren und versenden kann, verwundert Laien schon eher.

BMW peilt mit seinem neuen Angebot einerseits die jüngere Kundschaft an, die sich die festeingebauten Lösungen alter Machart weder leisten kann noch leisten will. Zum anderen wird es auch den Bestandskunden nach und nach erspart bleiben, mühsam auf dem Smartphone herumzutippen, um sich auf den neuesten Stand persönlicher News zu bringen. Nach Aussage der Münchener werden sich die neuen Software-Angebote zumindest auf aktuellen Professional-Geräten zukünftig problemlos nutzen lassen.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar