Ratgeber zum Verschleiß von Autoreifen : Riskantes Spiel mit dem Druck

1,0 bar mehr Druck auf den Reifen, um Sprit zu sparen: Praktisch funktioniert das, doch deutlich erhöhter Luftdruck hat möglicherweise folgenschwere Nachteile. Ein bisschen mehr als empfohlen darf es aber trotzdem sein.

Das richtige Maß: Beim Reifendruck muss die passende Mitte gefunden werden - und immer zuerst nach Herstellerangaben verfahren werden.
Das richtige Maß: Beim Reifendruck muss die passende Mitte gefunden werden - und immer zuerst nach Herstellerangaben verfahren...Foto: dpa

Autofahrer sollten darauf verzichten, aus Spritspargründen mit deutlich erhöhtem Luftdruck in den Reifen zu fahren. Die leichte Einsparung an Kraftstoff stehe in keinem sinnvollen Verhältnis zu den Sicherheitsrisiken, sagt Ruprecht Müller, Reifenexperte vom ADAC Technik Zentrum in Landsberg am Lech. Zwar besage eine Faustregel, dass der Kraftstoffverbrauch je 0,1 bar über der Herstellerempfehlung um ein Prozent zurückgehe. Wer aber, um lohnenswerte Einsparungen zu erzielen, den Druck um 0,5 oder 1,0 bar erhöhe, riskiere einen merklich längeren Bremsweg.

Der Effekt entsteht, weil durch mehr Druck im Pneu sein Rollwiderstand geringer wird. „Wenn der Reifen durch erhöhten Druck gespannter ist, steht weniger Gummi auf der Straße. Dadurch reduziert sich die übertragbare Kraft“, sagte Müller. Das habe auch zur Folge, dass das Material schneller verschleißt. „Hinzu kommen Komfortnachteile beim Fahren.“ Dennoch empfiehlt der Reifenexperte, den Luftdruck regelmäßig zu überprüfen, weil Autoreifen Luft verlieren. „Wir gehen von einem
schleichenden Druckverlust von 0,1 bar über das Vierteljahr aus“, sagt Müller. Um dem vorzubeugen, könne man die Reifen um 0,1 bis 0,2 bar über den vom Hersteller angegeben Normdruck befüllen. Mit Blick auf die Reisesaison rät Müller, den Luftdruck wegen des zusätzlichen Gewichts des Reisegepäcks nach den Herstellerangaben anzupassen. (dpa)

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