Auto : Raus mit Sitzreihe zwei – VW macht den Caddy variabler

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Könnte der Caddy fühlen, hätte er auf der IAA für Nutzfahrzeuge Freudentage erlebt: Auf der Messe, die vor wenigen Tagen in Hannover zu Ende gegangen ist, stand der ansonsten unscheinbare Volkswagen nämlich ausnahmsweise im Rampenlicht. Immerhin ist der Caddy mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent Marktführer bei den Stadtlieferwagen – und seit 1979 in drei Generationen auf der Erfolgsspur. Jetzt hat VW wieder Hand angelegt und eine Neuauflage vorgestellt, die seit dieser Woche beim Händler steht.

Wer sich der robusten Allzwecklösung für Transporte menschlicher oder dinglicher Art nähert, könnte nach der ersten Begegnung zu dieser Erkenntnisliste gelangen: Der neue Caddy trägt jetzt eine Front, wie wir sie von Golf oder Polo kennen. ESP und rechte Schiebetür sind nun Serie; erstmals ist eine Dachreling zu haben. Er ist viel, viel besser gedämmt, was die Fahrgeräusche im Inneren nachhaltig reduziert. Die zweite Sitzreihe lässt sich endlich mit wenigen Handgriffen herausnehmen, so dass Familien ihren fünfsitzigen Van flugs zum zweisitzigen Kleintransporter umrüsten können. Und schließlich: Endlich vernageln einem die Diesel nicht mehr die Laune, denn die kultivierte Common-Rail-Technologie löst die unruhigen Pumpe-Düse-Vertreter ab.

Insgesamt stellen die Wolfsburger sechs Motoren zur Wahl, darunter zwei 1.2-TSI-Benziner mit 86 PS und 105 PS. Unter den Selbstzündern dürfte der 102 PS starke 1.6 TDI das (private) Massengeschäft machen – für den Alltag reicht der Vortrieb trotz einer Schwäche bei niedrigen Drehzahlen allemal. Den Verbrauch des Caddy gibt VW mit 5,7 Litern an. Wählt man die Variante mit Blue-Motion- Technologie, soll sich dieser Wert (auch dank Start-Stopp-Automatik) auf 5,2 Liter drücken lassen. Obwohl hinten zugunsten schwerer Ladung „nur“ eine Starrachse mit Blattfedern verbaut ist, geht der Komfort in Ordnung; störend ist die für unseren Geschmack arg indirekte Lenkung.

Am Selbstverständnis des Caddy ändert sich nichts: Er offeriert Gewerbetreibenden und Privatfahrern das breiteste Angebot überhaupt. Im Katalog stehen simple Kastenwagen, vier Pkw-Linien (Startline, Trendline, Comfortline, Comfort Edition), die Langversion Maxi und der Reise-Hochdachkombi Tramper. Anders als bei den Franzosen Berlingo oder Partner ist auch ein Allrad zu haben – ausschließlich kombiniert mit dem 110 PS starken Zweiliter-Diesel. Eric Metzler

Preise ab 16 904 Euro; ein 1.6 TDI Comfortline mit 102 PS, Klimaautomatik und zwei Schiebetüren liegt bei 25 000 Euro

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