Reifen : Die Mischung macht’s

Wodurch wird ein Reifen eigentlich zum Winterreifen? Qualitätsprodukte kosten Autofahrer um die hundert Euro das Stück.

Auch wenn Winter- und Sommerreifen heutzutage auf den ersten Blick fast gleich aussehen, sind sie technisch doch deutlich verschieden. Die unterschiedlichen Einsatzbedingungen machen spezielle Profile und Gummimischungen nötig. Der Einsatz zur falschen Jahreszeit kann daher gefährlich werden.

Gesetzlich definiert sind die Eigenschaften von Winterreifen nicht. Die internationalen Pneuhersteller haben sich aber auf einen Kriterienkatalog verständigt. Reifen, die diese Anforderungen erfüllen, dürfen nach einem unabhängigen Test das Schneeflockensymbol tragen. Sie bieten deutlich bessere Traktion und kürzere Bremswege auf glatter Straße als Sommerreifen. Wer im Winter auf Sommerreifen unterwegs ist, kommt bei Eis und Schnee schnell in die Bredouille. Außerdem droht ein Bußgeld von mindestens 20 Euro.

Gemeinsam haben die mit der Schneeflocke gekennzeichneten Reifen vor allem ein spezielles Profil. Wichtig sind insbesondere die Lamellen. Diese flexiblen Stege ziehen sich über die Lauffläche und verkanten bei Kontakt mit der Straße, wodurch ein Sägezahnprofil entsteht, das sich fest in den Schnee krallt. Durch diese Technik kann heute auf besonders grobe Stollen verzichtet werden, wodurch Winterreifen ähnlich laufruhig und komfortabel sind wie Sommerpneus. Auch hohes Fahrtempo stecken moderne Winterreifen weg, in der Regel sind sie je nach Modell für Höchstgeschwindigkeiten zwischen 190 km/h und 210 km/h zugelassen.

Ein weiterer grundsätzlicher Unterschied besteht in der Gummimischung der Saisonreifen. Während Sommerpneus eher aus hartem Material bestehen, das auch bei großer Hitze nicht nachgeben darf, sind Winterreifen aus besonders weichem Gummi. Das sorgt für eine bessere Traktion auf rutschigem Untergrund. Das Material verhärtet auch bei bitterster Kälte nicht.

Prinzipiell können Winterreifen auch im Sommer weitergefahren werden. Aber wegen des weicheren Gummis nutzen sie sehr schnell ab. Und: Bei großer Hitze können sie über einen geringfügig längeren Bremsweg verfügen als Sommerreifen. Das Weiterfahren empfiehlt sich daher nur, wenn die Pneus nur noch über ein geringes Restprofil verfügen, so dass im folgenden Winter sowieso neue Reifen aufgezogen werden müssten. Reifenhersteller und Automobilclubs empfehlen eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern auf der Lauffläche. Der Gesetzgeber gibt nur 1,6 Millimeter vor, allerdings haben Tests nachgewiesen, dass die Bremswege sich unter vier Millimetern Reifenprofil deutlich verlängern.

Über die Qualität von Winterreifen informieren jährlich im Herbst die einschlägigen Tests der Automobilclubs und Automagazine. In der Regel landen Produkte der Premiumhersteller wie Continental oder Goodyear auf den vordersten Rängen. Die Reifen kosten zwischen 90 Euro und 150 Euro pro Stück. Dass es auch etwas preiswerter geht, zeigt der in Europa produzierte Hankook Icebear W440 mit Preisen zwischen 70 Euro und 114 Euro für Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse. Der Pneu wurde vom Automobilclub Deutschland als „besonders empfehlenswert“ getestet. Von Billigreifen sollte man hingegen die Finger lassen; die meist aus China importieren Produkte unbekannter Hersteller zeigen vor allem auf nasser Fahrbahn Mängel. hh

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