Auto : Rein mit allen und allem

Unterwegs im Alltag – heute mit einem Franzosen, der schön was wegsteckt

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Auf den ersten Blick …

sind wir beruhigt: Dieser Familien-Transporteur ist nicht nur um eine, er ist gleich um zig Generationen schöner als der letzte und letztlich gescheiterte Versuch aus gleichem Hause: der 8007, so hieß das ungeliebte Kooperationsmodell mit Fiat. Jetzt geht es schnittiger zu, dynamischer; die Front ist typisch Peugeot, geschuldet vor allem den Mandeln, den Scheinwerfern. Der 5008 ist ein Van, der es in der Länge (4,53 Meter) zwar nicht mit dem Marktführer Sharan aufnehmen kann (Vorstellung auf der ersten Mobilseite dieser Ausgabe). Aber dafür ist sein Sitzkonzept mindestens ebenso variabel: Die drei Einzelsitze in Reihe zwei lassen sich längs verschieben und – einen Tick besser gelöst als im VW – absolut plan in den Boden legen; die Neigung ihrer Rückenlehne ist verstellbar. Ab Linie Platinum lässt sich auch der Beifahrersitz wegklappen. Für 700 Euro extra finden generell auch die Passagiere sechs und sieben Platz. Bei den Türen bleiben die Franzosen anders als die Wolfsburger konventionell; sie verzichten auf Schiebetüren.

Pluspunkte gibt es vor allem für …

die Nehmerqualitäten. Der 5008 nimmt alle und alles, wie es kommt: Sind nur die Eltern unterwegs, freuen die sich über eine hohe Sitzposition, viel Platz für Kopf und Beine und die Gestaltung des Regieraums: außerordentlich übersichtlich, ziemlich funktional und weitgehend geformt wie im 3008. Das Armaturenbrett reicht nicht so endlos weit nach vorne, wie es bei Autos dieser Gattung früher der Fall war; auch steht das Lenkrad angenehm steil. Fahren zwei Vorschulis mit, fasst der weitgehend rechteckige Kofferraum problemlos die beiden dazugehörigen Fahrräder. Und wenn der Nachwuchs älter wird und darauf besteht, die Freunde mit ins Schwimmbad zu karren, ist auch das kein Problem: Die optionalen Sitze in der dritten Reihe sind im Normalfall zwar nicht zu sehen, weil vorbildlich flach im Laderaum versenkt. Aber wenn sie gebraucht werden, sind sie einszweifix herausgefaltet – mit einem Handgriff. In welcher Stärke die Mannschaft auch reist, die Tour macht keinem Probleme: Der Fahrer genießt das völlig selbstverständliche Pkw-Handling des Wagens. Der Beifahrer lobt das für die meisten Alltagsbedingungen prima abgestimmte Fahrwerk. Und die Kleinen zählen am Himmel die vom (1,7 Quadratmeter großen) Panoramadach geadelten Wolken. Das ausfahrbare Head-up-Display – ein Scheibchen oberhalb der Rundinstrumente, das digital unsere Geschwindigkeit und eine Warnung bei mangelndem Sicherheitsabstand anzeigt – werden wir vermissen. Damit fuhren wir schlicht disziplinierter.

Weniger Charme haben …

das weit herunter ragende Blech unter dem Frontgrill (Vorsicht, Bordstein) und die stark spiegelnde Frontscheibe (Vorsicht, Sonne). Die ist extrem flach verbaut, weswegen sich im Glas mehr vom Armaturenbrett abzeichnet als in anderen Modellen. Der Mitteltunnel mit den Schaltern für Entertainment und Heizung steht ungewöhnlich schräg; zuweilen muss man sich deshalb vorbeugen, um sein Bedienungsziel zu erreichen. Großgewachsene, die den Fahrersitz in die tiefste Position kurbeln, müssen auf die Infos in den unteren Zeilen des Navi-Bildschirms verzichten, weil diese vom Armaturenträger verdeckt werden.

Das spannendste Detail …

lasen wir gerade in einem Fachmagazin. 150 Fuhrparkmanager haben den 5008 zum Firmenauto des Jahres gewählt – offensichtlich hat der Van in der reichlich ausgestatteten Version „Business-Line“ gewaltigen Eindruck hinterlassen.

Unterm Strich die richtige Wahl für …

alle, die mit dickem Gepäck, massig Ablagen und bester Rundumsicht viel von der Welt sehen wollen – ohne an der Tanke zu verarmen. Selbst wenn man die sportlichen Ambitionen des THP 155 mal ausreizt, kommt man mit weniger als acht Liter Benzin hin. Gegenüber dem neuen Sharan 1.4 TSI lassen sich mit dem THP 155 bei der Anschaffung mehr als dreieinhalbtausend Euro sparen. Eric Metzler

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

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