Renault : Auch mal Größe zeigen

Kräftig gewachsen ist Renaults neuer Laguna. Aber das sind die Wettbewerber ebenfalls.

Stefan Woltereck
Renault Laguna
Große Fahrt. Das Heck des Grandtour wirkt harmonischer als das der Limousine. -Foto: Promo

4,70 Meter Länge, beim Kombi sogar 4,80, dazu ein Radstand von 2,76 Metern: Solche Maße kennzeichnen eigentlich die obere Mittel-, bald schon die Oberklasse, ein 5er-Touring von BMW ist nur vier Zentimeter länger. Inzwischen peilen aber auch ambitionierte Modelle in der Mittelklasse solche Größe an: Volkswagen etwa mit dem Passat und 4,77 Meter, auch Ford mit dem Mondeo.

In diese Riege hat sich jetzt auch Renault mit dem neuen Laguna eingereiht: Der Wagen ist um zehn Zentimeter auf die oben genannten Maße gewachsen. Der Radstand blieb dabei fast gleich: Gegenüber einem Passat oder Mondeo hat der neue Renault noch immer den knapperen Innenraum, vor allem in der Höhe. 462 Liter Kofferraum sind ebenfalls nicht üppig, auch der Kombi erreicht mit 1593 Litern maximaler Kapazität die Wettbewerber nicht ganz. Dafür gibt es bei ihm als Extra ein separat zu öffnendes Heckfenster. Außen ist der Laguna allerdings noch etwas die graue Maus von vorher: Die Front mit den großen Ellipsen-Scheinwerfern, ohne Grill, dafür mit breitem Lufteinlass in der Frontschürze wirkt wenig markant, an das Heck mit seinen hoch und quer sitzenden LED-Leuchten muss man sich erst noch gewöhnen. Viel harmonischer tritt dagegen der Kombi auf, nach Art des Hauses wieder Grandtour geheißen.

Einen großen Schritt nach vorn hat der Laguna dafür im Innenraum gemacht: Das Armaturenbrett aus weichem, schwarzem Kunststoff mit genarbter Oberfläche wirkt geradezu edel. In der Sicherheit peilt Renault die neue Euro- NCAP-Bestmarke von sechs Sternen an – Airbags rundum und spezielle Kopfpolster sind Serie, Letztere sollen in der Schutzwirkung sogenannten aktiven Kopfstützen gleichen.

Als Triebwerksbasis gönnt Renault dem Neuen zwei Liter Hubraum und 140 PS, ausreichend für 210 km/h und eine Beschleunigung auf Tempo 100 in 9,1 Sekunden. Darüber rangiert ein Turbo mit ebenfalls zwei Liter Hubraum, aber 170 PS, serienmäßig gekoppelt mit einer Sechsgang-Automatik. Die Fahrleistungen liegen allerdings kaum höher als bei der Basis mit Handschaltung, der Eindruck beim ersten Kennenlernen war dennoch hervorragend: sehr leise, stark, sanfte Schaltung, allerdings etwas durstiger: 8,9 statt 7,9 Liter nach Norm. Die größte Bedeutung indes werden die beiden Diesel bekommen, die Renault für den Laguna ebenfalls im Angebot hat. Vor allem der kleinere mutet fast sensationell an: nur 1,5 Liter Hubraum, 110 PS, 240 Nm Drehmoment, 195 km/h – und nur 5,1 Liter Normverbrauch. Das sind Zahlen ähnlich wie beim viel gelobten VW Passat Blue Motion – Schönheitsfehler ist nur, dass ein Filter fehlt. Den hat dafür der große Diesel, übernommen vom Vorgänger: zwei Liter, 150 PS, 340 Nm, 210 km/h, sechs Liter Normverbrauch. Beide Diesel sind leise, sie leiden allerdings heftig unter Anfahrschwäche. Auf der Straße erweist sich der neue Laguna aber ansonsten als Franzose in bester Tradition: leicht zu fahren, leise, komfortabel, dennoch mit präziser Lenkung und wenig Kurvenneigung.

Wer in Zukunft Laguna fahren will (die Markteinführung ist am 19. Oktober), muss mindestens 22 900 Euro ausgeben. So viel kostet die Limousine in Basisversion, ausgestattet unter anderem mit Klima und CD-Radio. Anfang 2008 folgt der Kombi, später im Jahr wird auch noch ein Coupé erwartet.

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