Renault : Die gelbe Gefahr

Renault hat die Rennausgabe des Mégane neu aufgelegt – und stellt mit dem neuen RS alle Vorgänger in den Schatten

Rainer Ruthe
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Jetzt geht’s rund. Manche nennen ihn den GTI der Gallier. Tatsächlich muss man mit dem RS keinen Bogen um Wolfsburg machen. Das...

Der Wind hat sich gedreht. Schon im zweiten Versuch haben die Franzosen mit dem neuen Mégane RS ein Spaßmobil auf die 18-Zoll-Räder gestellt, bei dem die Adrenalin-Geräte bei der potenten Konkurrenz mächtig anschlagen dürften: Der nun 250 PS starke gallische GTI ist verdammt gut geworden, und die neue gelbe Gefahr – diesmal aber aus dem Westen.

Passten noch bei der zweiten Baureihe (2006 bis 2008) Fahrwerk und Lenkung nicht zu den 226 PS des bissigen Turbo-Benziners, so harmoniert das Zusammenspiel nun nahezu reibungslos: Das Sportfahrwerk gibt sich willig, aber nicht pubertär. Der RS ist kein nervöser Hochleistungssportler wie zum Beispiel der nur 201 PS starke Honda Civic Type R (ab 28 290 Euro), aus dem Otto Normalfahrer nach 200 Kilometer eher entnervt aussteigt. Nein, der RS ist ein schneller und erstaunlich komfortabler GTI, der sowohl zum Kurvenkratzen als auch zum Kilometerräubern taugt. Großen Anteil an dieser alltagstauglichen Auslegung haben neben der gut abgestimmten Federung auch die hauseigenen Sportsitze. Die 1600 Euro für die Recaro-Schalen können sich Interessenten getrost sparen. Das Gleiche gilt für das „Cup“-Paket (ebenfalls 1600 Euro Aufpreis) mit härteren Federn, steiferen Stabilisatoren und einer Differenzialsperre für die angetriebenen Vorderräder. Im Alltag ist diese Kombination nur etwas für die ganz Harten, auf der Rennstrecke indes das Tor zum Glück. Aber seien wir mal ehrlich: Wie oft ist man privat schon auf einer Rennstrecke unterwegs?

Der völlig überarbeitete Turbomotor hält dieselähnlich schon ab 1900 Umdrehungen 80 Prozent seines stattlichen Drehmoments von 340 Newtonmetern bereit. Entsprechend fährt er sich: unspektakulär, aber mit gummibandähnlichem Zug, der an einen großvolumigen elastischen Sechszylinder erinnert. Der Klang des Sportlers? Diplomatisch gesagt: verhalten. Aber dafür stört er auch niemanden.

Und beim Preis? Da spinnen die Gallier. Zum Glück: Sie bieten ihren Superrenner so günstig an, dass die anderen gelb vor Ärger werden dürften: 26 650 Euro. Mehr Fahrspaß für weniger Geld gibt es ab Ende November nicht noch einmal in Deutschland. Zum Vergleich: Wenn VW zum Jahresende mit seinem 20 PS stärkeren, aber nur fünf km/h schnelleren Golf R kontert, dann sind für die neueste und stärkste Version des deutschen GTI 10 000 Euro (!) mehr fällig als für den frechen Gallier.

Da kann der clevere Mégane-RS-Käufer etliche Runden (à 23 Euro) auf der Nürburgring-Nordschleife runterbrezeln – und muss sich noch nicht mal ernsthaft Sorgen um die Spritkosten machen.

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