Renault Kangoo : Ladung ist alles

Spritsparen im Stadtverkehr: Mit dem Kangoo Z.E. schickt Renault den ersten Elektrolieferwagen in Serienproduktion – eine Probierfahrt.

Anders tanken.
Anders tanken.Foto: Renault

Im innerstädtischen Lieferverkehr schnellt selbst bei kleinen Autos der Spritverbrauch schnell auf einen zweistelligen Wert. Mit Elektroantrieb will der Renault Kangoo Z.E. nun die Betriebskosten drücken. 20 000 Euro vor Steuern (23 800 Euro) kostet der ab November erhältliche Kastenwagen, die Batterie muss für mindestens 72 Euro (85,68 Euro) extra gemietet werden.

Drei Varianten des Nutzfahrzeugs haben die Franzosen im Angebot: den zweisitzigen Kastenwagen mit kurzem sowie langem Radstand für Handwerker und Gütertransporte sowie einen fünfsitzigen Kombi für die Fahrt mit den Kollegen zur Baustelle. Die Technik ist jeweils identisch. Für den Antrieb sorgt ein 44 kW/60 PS starker Elektromotor, der sich im Stadtverkehr wacker schlägt, über Land aber schnell an seine Grenzen gerät, da die Zugkraft von immerhin maximal 226 Nm jenseits der 50 km/h rapide abbaut.

Stolze 20,3 Sekunden dauert der Spurt auf Tempo 100 – voll beladen wird jedes Überholmanöver so zum Risiko. Zumindest theoretisch kann eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erreicht werden.

Das Fahrverhalten überzeugt jedoch, übertrifft sogar das des konventionell motorisierten Kangoo; da die Akkus unterflur angebracht sind, gleichen sie den ansonsten hohen Schwerpunkt des Lieferwagens aus und sorgen für gute Straßenlage. Zudem schränkt die platzsparende Unterbringung das Ladevolumen nicht ein. Je nach Version fasst der Laderaum 3000 bis 4600 Liter. Auch die Zuladung von 595 Kilogramm (Langversion 632 Kilogramm) ist identisch mit dem Standard-Kangoo.

Schon aus Rücksicht auf die Akkukapazität empfiehlt sich eine ruhige und vorausschauende Fahrweise. 170 bis 200 Kilometer sollen möglich sein, vorausgesetzt, man nutzt die Bremskraftrückgewinnung im Schiebebetrieb sowie beim Verzögern und aktiviert keine stromhungrigen Verbraucher wie Heckscheibenheizung und Klimaanlage. Getankt wird über eine Klappe an der Front. Wer eine öffentliche Ladesäule oder die optionale Ladebox für die eigene Garage für 885 Euro nutzt, füllt einen komplett entleerten Akku in vier bis acht Stunden wieder auf.

Für 476 Euro lässt sich zudem ein Notladekabel ordern, das an jede Haushaltssteckdose passt. Eine Schnellladefunktion, mit der die Akkus innerhalb von 30 Minuten zumindest für eine längere Weiterfahrt geladen werden können, wird es Ende 2012 geben.

Zu den Nebenkosten für Ladekabel und -gerät kommt eine monatliche Batteriemiete, deren Höhe abhängig von Vertragslaufzeit und Fahrleistung ist. Im günstigsten Fall liegt sie bei 72 Euro netto (85,68 Euro) für den Vierjahresvertrag mit einer Kilometerbegrenzung auf 10 000. Wer sich nur für ein Jahr binden und dafür 30 000 Kilometer fahren will, zahlt 145 Euro netto (172,55 Euro). Dafür fährt der Elektro-Kangoo deutlich günstiger als ein Diesel oder Benziner. Renault rechnet mit fünf Euro pro Akkuladung, im besten Fall kosten 100 Kilometer so 2,50 Euro.

Die Ausstattung ist nutzfahrzeugtypisch spartanisch. Servolenkung ist an Bord, Zentralverriegelung und Fahrerairbag auch. Bereits der Luftsack für den Beifahrer kostet extra. ESP ist gar nicht zu haben. Wer etwas Luxus wünscht, kann unter anderem Klimaanlage und CD-Radio ordern. Während der kurze Kastenwagen ab 20 000 Euro (23 800 Euro) zu haben ist, kostet die Langversion 21 200 Euro (25 228 Euro), der Fünfsitzer ist ab 22 000 Euro (26 180 Euro) zu haben. Zum Vergleich: Mit 78 kW/106 PS starkem Ottomotor gibt es den Kangoo Rapid Compact als Kastenwagen ab 15 696 Euro.

(sppr)

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