Renault : Sport können sie auch, die Franzosen

Wohl nur eingefleischten Formel-Eins-Fans fällt beim französischen Autobauer Renault sofort Alonsos Dienstwagen ein. Die meisten denken eher an komfortable Familienkutschen mit teils sehr eigenwilligem Design. Doch die Franzosen können auch sportlich!

Renault
Sportlich. Der Rnault Mégane Trophy. -Foto: dpa

 Und das seit immerhin fast 60 Jahren. Im September 1948 nehmen fünf 4 CV, im Volksmund „Cremeschnittchen“ genannt, am Bergrennen auf dem Mont Ventoux teil – und belegen die ersten fünf Plätze in ihrer Kategorie. Das ist die Geburtsstunde der sportlichen Renaults. Richtig bekannt werden diese jedoch erst mit dem Alpine A 110 (im Foto hinten links), der 1971 auf dem Genfer Automobilsalon gezeigt wurde: 1,15 Meter flach, 115-PS-Vierzylinder im Heck, 210 Spitze, Kunststoffkarosserie. 1977 folgt der V6 mit 150 PS – er wird ein Klassiker. Wie auch der im Jahr 1995 gestartete Spider (Zweiter von links), 1500 mal gebaut, ist er heute ein begehrtes Sammlerstück – Mittelmotor mit 147 PS, 215 Spitze, Leichtbauweise, Verzicht auf jeglichen Komfort, das heißt lupenreine Rennfahrwerk, kein Dach. Aber mit eingebautem Suchtfaktor. Da bleibt kein Auge trocken und am Hintern wird’s feucht, wenn es regnet. Diesen spürbaren Kontakt zur Straße bieten heutzutage nur ganz wenige teure Sportwagen. Als die Fertigung des Spiders 1999 ausläuft, steht schon der nächste Sportler startbereit am Fließband: der Clio Williams. Er bietet ein Erlebnis der anderen Art: vor allem als Clio V6 (Dritter von links). Er wird in der britischen Rennwagenschmiede TWR (Tom Walkinshaw Racing) gebaut, weil das französische Alpine-Werk voll ausgelastet ist. April 2003 tritt dann die zweite Generation an – mit nunmehr 254 PS starkem Mittelmotor, 250 km/h schnell und zuletzt 39 900 Euro teuer. Ein Auto für Könner zum Porschejagen. Genau 20 000 Euro günstiger ist der neueste Clio von Renault Sport: Zweiliter-Saugmotor mit 201 PS, Spitze 224, in 6,9 Sekunden von null auf Tempo 100. Und in der puristischen Variante Clio RS Cup (hinten rechts), die wir gefahren sind, ein rattenscharfes Sportgerät zum akzeptablen Preis. Und der Beweis, dass die Truppe von Renault Sport erstklassige Lenkungen und Fahrwerke entwickeln kann. Da könnten die Techniker von Renaults normalen Autos mit ihren teils gefühllosen Lenkungen und stuckernden Vorderachsen ruhig mal zum Lehrgang gehen. Was im Extremfall geht, zeigt der schrille Mégane Troph (groß im Vordergrund): 950 Kilogramm leicht, in der neuesten Version nun 350 PS stark. Aber nicht zu kaufen. Otto Normalverbraucher muss auf 100 PS verzichten, kann dann jedoch ab Oktober den Mégane Sport kaufen. Über den Preis hüllt sich Renault allerdings noch in Schweigen. rr

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