Schmierstoff im Vergleich : Auch günstige Motoröle sind gut

Der Ölwechsel kann ins Geld gehen. Bis zu 30 Euro kostet ein Liter Schmierstoff, und meist schluckt der Motor gleich vier oder fünf. Bei günstigen Ölen, die nur ein Fünftel kosten, haben viele Autofahrer kein gutes Gefühl - zu Unrecht, wie ein aktueller Test zeigt.

Teuer muss nicht unbedingt besser sein: Ein Test beweist, dass auch No-Name-Öl seinen Dienst tut.
Teuer muss nicht unbedingt besser sein: Ein Test beweist, dass auch No-Name-Öl seinen Dienst tut.Foto: dpa

Die meisten No-Name-Motoröle können problemlos mit Markenölen mithalten. In einem Test von Produkten der gängigen Viskositätsklasse 5W-30 wurden 11 von 13 günstigen Schmiermitteln wie das Referenz-Markenöl als „empfehlenswert“ bewertet, wie die Fachzeitschrift „auto motor und sport“ (Ausgabe 6/13) berichtet. Sie erfüllten sogar die hohen Herstelleranforderungen.

Für den Vergleich hatten die Tester exemplarisch die VW-Norm 50700 gewählt, die der Konzern von Ölen für Modelle mit TDI-Motoren fordert. 10 der 11 empfehlenswerten No-Name-Öle sind sogar offiziell von VW geprüft und freigegeben. Das elfte gute Öl sei zwar auch nach der Vorgabe des Herstellers gemixt, aber nicht geprüft und freigegeben, so die Tester.

Herstellerfreigaben haben Vorrang

Bei Produzenten, die sich die teure Freigabe für ihre Öle sparen, ist nicht gesichert, dass die Zusammensetzung langfristig den Herstellervorgaben entspricht. Qualitätsschwankungen seien dann das Problem des Kunden. Dieser verliert im schlimmsten Fall bei einem Motorschaden Garantie- oder Kulanzansprüche, wenn eine Öl-Analyse Abweichungen von den Vorgaben ergibt.

Die vom Hersteller geforderten Motorölspezifikationen werden als Kennnummern in der Bedienungsanleitung des Wagens aufgelistet. Manche Hersteller verzichten auf eigene Freigaben und berufen sich in der Anleitung auf die von europäischen Automarken festgelegten ACEA-Spezifikationen. Herstellerfreigaben hätten aber - falls vorhanden - Vorrang.

Die Freigabehinweise auf den Etiketten der Ölflaschen sind aber mitunter verwirrend formuliert. „Je mehr der Text zu den Freigaben verklausuliert ist, desto unwahrscheinlicher ist, dass eine Herstellerfreigabe vorliegt“, warnen die Tester. Eigentlich sollten stets eindeutig die Begriffe „Freigaben“ oder „Spezifikationen“ und die entsprechenden Kennnummern verwendet werden.

Ein Drittel des Preises

Preis-Leistungs-Sieger im Test wurde mit 84 Punkten in der Gesamtwertung das Energy Combi LL von Mannol (7 Euro pro Liter). Es erreichte mit 66 Punkten auch die zweitbeste Eigenschaftswertung und schlägt beim Prüfungspunkt Viskosität sogar das mitgetestete und dreimal so teure Referenz-Markenöl Castrol Edge (22 Euro). Mit 82 und 81 Punkten auf die Plätze zwei und drei der Gesamtwertung schafften es das WIW ECO von
Eurolub (6,30 Euro) und das Compatible von Méguin (6,50 Euro).

Zwei Öle wurden im Test nur als „bedingt empfehlenswert“ eingestuft: Das K Classic von Kaufland (14 Euro) und das Longlife III von Gut & Günstig. Beide Produkte enthielten den Angaben zufolge einen grenzwertig hohen Anteil an Sulfatasche, die den Diesel-Partikelfilter verstopfen kann. (dpa)

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