Auto : Schnell mal in die Sonne

Auch er steht in Leipzig: Der offene Golf GTI. Er vereint Gutes aus zwei Welten. Sportlich wie ein GTI eben und offen wie ein Cabrio. Geht das zusammen? Ziemlich gut sogar.

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Solides Dach, potenter Motor: Das GTI Cabrio zeigt sich ausdrucksstark.
Solides Dach, potenter Motor: Das GTI Cabrio zeigt sich ausdrucksstark.Foto: Hersteller

Die hat uns gerade noch gefehlt – die Cabrio-Variante des Golf GTI. Ja, tatsächlich: Dieser Freiluft-Kandidat macht schon auf der ersten Probierfahrt viel Freude. Einmal, weil alle Stärken des geschlossenen GTI auch im Cabrio zur Blüte gelangen. Das narrensichere Fahrwerk, der stramme 210-PS-Benziner und die ausgereifte Bedienung. Dazu kommen Vorzüge, die bei einem Cabrio in dieser Klasse längst nicht selbstverständlich sind: Die Karosserie ist außerordentlich verwindungssteif; Zittern ist dem Wolfsburger fremd. Das Stoffdach ist bestens gedämmt; Fahrgeräusche im Inneren sind im geschlossenen Zustand auch für empfindliche Naturen kein Problem.

Sehenswert: Zum ersten Mal gibt es die GTI-Karos in einem Cabrio.
Sehenswert: Zum ersten Mal gibt es die GTI-Karos in einem Cabrio.Foto: Hersteller

Wer befürchtet, bei offener Fahrt könne man die Bärenstärke des Zweiliters nur unwesentlich nutzen, weil der Wind ansonsten zu heftig hinein blase, liegt falsch: Selbst bei Tempo 180 hält sich das Nacken-Gekräusel in Grenzen. Auch bleiben Wort- Beiträge des Beifahrers verständlich. Fängt es an zu regnen, genügt es, den VW auf Tempo 30 zu bremsen: Dann schließt das Dach in sagenhaften neun Sekunden. Schade ist das blitzartige Manöver dennoch: Jetzt sehen die Passanten das GTI-Karo nicht mehr, das die Bestuhlung schmückt. Anders als die Felgen im Lochdesign gefällt uns dieses klassische Detail richtig gut – dafür würden wir sogar aufs cabriotypische Leder verzichten.

Der Preis beginnt bei 31.350 Euro; das famose DSG-Getriebe für 1900 Euro sollte man dazu nehmen. Das ist viel Geld. Echten Liebhabern dürfte es die Sache aber wert sein. Immerhin ist es das erste Mal, dass Volkswagen seinem GTI die Mütze absetzt. Die Freude darüber mildert vielleicht ein Unverständnis über die Modellpolitik der Wolfsburger: Zum Jahresende kommt der neue Golf. Das Golf-Cabrio aber ist gerade erst ein paar Monate auf dem Markt. Wer sich also nicht auf Jahre hinaus mit älterem Eisen zeigen will, wartet möglicherweise auf die Konkurrenten von Audi und BMW. Die haben für 2013 die Nachfolger des A3 Cabriolet und des offenen 1er avisiert.

Eric Metzler

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